Montag, 18. Januar 2010

haus- und hofmalerei.




jeanne detallante, natalia vodianova (detail bild)/ francis davis millet, kate field, 1881/87 (detail bild)/ danny roberts, portrait jane von sea of shoes (detail bild)/ chuck close, kate moss, 2003 (detail bild)

porträts sind schon was tolles - sie riechen irgendwie nach kunst und bedeutung und so ganz nebenbei profitieren sowohl porträtierteR als auch den porträtistIn von einem -wohlgemerkt- gelungenen bildnis: das sujet kate moss beispielsweise versprach innerhalb der kunstszene lange zeit wohl die hipness schlechthin, anders zumindest lässt sich die verwurstung des britischen promimodels auf fotos und leinwänden von alex katz bis banksy nicht erklären. und selbst der routinierte porträtist chuck close machte da keine ausnahme und erhob kate moss vor einigen jahren trotz gnadenloser nahaufnahme zur kunstigen ikone. wir können also ganz banal feststellen: alles ist ein geben und ein nehmen. da ist es dann auch wenig verwunderlich, dass es mit zunehmender präsenz gewisser fashionbloggerInnen zu einem regelrechten sport geworden ist, die vielen hübschen bloggerInnen ganz altmodisch zu illustrieren. da haben nämlich auch beide was davon: bildnisse zuvor allerdings meist namenloser illustratorInnen geistern -wenn sie gut sind- im handumdrehen auf einschlägigen blogs umher und die porträtierten fühlen sich in der regel so geschmeichelt, dass die illustration schonmal als header für`s hauseigene blog herhalten darf. manchmal kann ich das durchaus verstehen, manchmal aber auch überhaupt nicht. doch grundsätzlich: ein netter sport ist das ganze schon. und wenn ich besser zeichnen könnte, dann würde ich mal gleich loslegen mit der deutschsprachigen fashionbloggerInnenriege - die halte ich nämlich für noch absolut unterrepräsentiert, was das illustrierte bild angeht.

Kommentare:

Steffi hat gesagt…

Als illustrierende Bloggerin kann ich noch einen weiteren Grund hinzufügen.
Ich habe jahrelang fashionblogs nur konsumiert, also nur gelesen und wenig bis überhaupt nicht kommentiert. Warum? Ich schreibe nicht besonders gut oder gerne, und was ich sagen wollte steht eh meist schon da.
Nur, irgendwann macht es einen wahnsinnig, immer nur aufzunehmen, ohne jemals selber etwas hinzuzufügen.
Also fängt man an, zu zeichnen, wo andere Texte schreiben. Wo ein "normaler" fashionblogger, eine Review zu einer Kollektion schreibt, aufzählt, was ihm gefällt und wie die Kollektion ihn inspiriert, versuche ich das in einem Bild umzusetzen, wo er/sie über einen anderen Blog schreibt, warum man den gerne liest etc. zeichne ich ein Portrait.
Das man bei einem Blogger noch relativ schnelles feedback der dargestellten Person bekommt, macht das ganze natürlich umso reizvoller im Vergleich zu Portraits von anderen bekannten Personen.
Was die Unterrepreäsentiertheit der deutschen Bloggerszene betrifft - hm, du bringst einem auf Ideen. ;)

CAROLINE hat gesagt…

die gefallen mir (: hübsche auswahl!

love, caroline.

Maike hat gesagt…

in der landesgallerie hannover läuft gerade eine ausstellung die ich mir unbedingt noch ansehen will: "That´s me! Das Portrait von der Antike bis zur Gegenwart". daran erinnert mich dein post gerade.
wenn das thema in 50 jahren wiederholt wird, gibt es bestimmt eine extra ausstellung zum bloggerportrait. ;)

Mary hat gesagt…

das bloggerportrait verfolge ich ja auch schon ne weile - die analoge, langsame zeichnung scheint derzeit einem adelstitel gleich zu kommen. was früher (sic!) vielleicht der facehunter-schuss war ist heute danny roberts zeichenattacke

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