Sonntag, 8. November 2009

radeln mit tilda.

nicht vergessen: tilda swinton heute ab 21uhr45 auf 3sat: the invisible frame - der ultimative fahrrad-film zum 1989-themenblock.

it`s politischer strick!


lisa anne auerbach, sweater (bild).

keine angst, ich habe nicht vor, diesen pulli überzustreifen - vielmehr läuft der hier, nachdem ich das wollthema nicht allzu einseitig angehen möchte, unter der rubrik
"politisch stricken" oder aber "wie sich auch strick auf dem kunstmarkt behaupten kann". nur schön wie im modebusiness geht da eben eher nicht, da muss schon ein wenig subversität oder politische oder wahlweise feministische message her. statt der ja hinlänglich bekannten wollbilder der grande dame des kunst-stricks, rosemarie trockel, oder der strickkleidern andrea zittels platziere ich hier mal lieber einen message-pullover von lisa anne auerbach. und wer sich noch ausführlicher für die arbeiten der dame interessiert, schaue sich ihre website genauer an.

Samstag, 7. November 2009

die woll-gang aus paris.


wool and the gang-aktivistin nadège winter...zu hause. (bilder)

dieses wochenende hier also alles im zeichen der stricknadel. denn wie im vorhergehenden post schon angemerkt, ist stricken seit einigen jahren nicht mehr nur omas schals und mützen vorbehalten, sondern wird von findigen hipstern genutzt, um ein wenig geld zu machen. so zum beispiel die umtriebigen leute hinter wool and the gang aus paris, die sich mit allen kräften um eine imageaufpolierung des strickens zu bemühen scheinen. ob in new york zum wool and the gang dinner geladen wird oder bei barneys new york ein strick-workshop abgehalten wird, das konzept scheint aufzugehen. eine der wollvermarkterInnen ist nadège winter, die mal eben für the selby dekorativ in ihrer wohnung, in der natürlich so ganz nebenbei auch einige wollknäule platziert sind, rumsteht oder im hauseigenen blog auskunft gibt über ihren job für wool and the gang. dass die wolle des französischen labels nicht allzu günstig ausfällt, ist bei einer solch professionellen selbstvermarktung eh klar- denn die zahle ich natürlich mit bei 19 euro für ein knäuel crazy sexy wool.

an die nadeln, fertig - los!


cover des jalouse-magazins, april 2009 (bild)/ marie louise vogt, aw 2007/08 (bild)

dass alle welt seit einigen jahren strickt, ist mittlerweile hinlänglich bekannt- und auch ich habe gerade einen berg wolle vor mir liegen, der verarbeitet werden will. doch bevor ich mich ans werk gemacht habe, habe ich natürlich noch ein wenig das netz nach anregungen durchforsten müssen und bin - wie wärs auch anders zu erwarten - über zahlreiche indizien für die in den letzten jahren ausgebrochene strickmanie gestolpert: das jalouse-magazin, das ja nun wirklich nicht im verdacht steht, betuliche handarbeit zu featuren, hat am april diesen jahres sein cover fast schon handgestrickt, in new york treibt wool and the gang das strickfieber voran und erklärt in netten kleinen videos auch dem allerletzten strickanfänger, wie das halt so geht mit den nadeln und der wolle. tja, und die kreationen der in hamburg ansässigen marie-louise vogt sind zwar auch schon hinlänglich präsent auf zahlreichen blogs, doch das hält mich nicht davon ab, nochmal ein stück aus ihrer von mir favorisierten herbst winter 2007/08-kollektion zu zeigen. aber lange rede, kurzer sinn: ich dreh` hier jetzt ab und werfe mich an die nadeln.

Freitag, 6. November 2009

rodarte-imitate.


eine der zahlreichen diy-rodarte`s (bild) / rodarte fw 2008 (bild)

irgendwie ja immer wieder interessant, wie sich designerInnenkollektionen vom laufsteg aus heuschreckenartig medial verbreiten und dann am anderen ende der fahnenstange von konsumentInnen durchaus einfallsreich imitiert werden. bereits seit einigen saisons ganz sicher in der top five der besonders gerne imitierten designerInnenkollektionen: rodarte. und hier ganz besonders gerne nachgeahmt: strumpfhosen, aber auch tatsächlich täuschend echt nachgestrickte pulloverschätze gibts im netz zu entdecken. wenn da mal nicht auch bei den noch nicht diy-erprobten stricklaune aufkommt.

Dienstag, 3. November 2009

verdammt ich lieb` dich, klappe die zweite.


matthew ames in encens/ irving penn, issey miyake, 1984. (bilder: journal matthew ames)

das, was hier auf meinem blog zu meinem grossen bedauern (auch aufgrund seiner ausrichtung) einfach nicht klappt, nämlich ansehnliche fotos zu hübschen beiträgen zusammenzustellen und ein ästhetisches durchgängiges konzept zu fahren, das funktioniert in matthew ames "journal", einem an seine website angekoppelten blog, eben mal wieder hier entdeckt, allerbestens: da setzt sich die perfektion seiner kollektionen bis ins allerletzte inspirationsbild fort. und interessant ist das ja allemal, was ames da so, wenn auch kommentarlos, postet: von eduard wimmer wisgrill (also mal wieder eine prise wien/ wiener werkstätte) bis issey miyake, das passt und lässt mich schwelgen in allergroßzügigst zugeschnittenen klamottenträumen. und um es mal nach meinem letzten beitrag irgendwie zu kategorisieren: schulhofliebe die zweite, die zugegebenermaßen ein wenig die sinne vernebelt, denn ansonsten stehe ich ja eher schon auf kontextualisierung. aber wie wir ja langsam wissen: blog ist nicht gleich blog. denn herr ames will uns ja schliesslich was verkaufen und da ist ein wenig "die sinne vernebeln" sicher nicht die schlechteste strategie.

verdammt, ich lieb` dich.


jacke von pelican avenue, ss 2010 (bilder)

was früher der unerreichbare pausenhofschwarm, ist für mich im moment gerade - achtung, produktwerbung! - dieser einfach bombige seidenblouson in gold/senf von pelican avenue: wunderschön, nur leider nicht erschwinglich. und angezogen sieht er, verdammt nochmal, noch überzeugender aus. aber das, was ich mir schon damals in der schule in sachen "unerreichbare liebe" an altklugen sprüchen anhören durfte, scheint sich zu bewahrheiten: manches soll halt einfach nicht sein. tja, da ist wohl was dran - leider.

...in wien übrigens erhältlich bei park.

Montag, 2. November 2009

so ... strickielle.



sonia rykiel gürtel (bild: das neue schwarz)/ sonia rykiel-sweaterkleid (bild: the outnet)/ bloggerin alix in rykiel-outfits. (bilder)

die königinnen des stricks, sonia rykiel und tochter nathalie, drücken gerade mächtig auf die tube: anfang dezember kommt teil eins der h&m-kooperation, bestehend aus einer dessous-kollektion in die geschäfte, mitte februar teil zwei mit einer strickkollektion. auf letztere bin ich denn nun wirklich gespannt, verstehen es die beiden damen doch allerbestens, strickbedürfnisse zu wecken: seit kurzem wird unter dem namen nathalie`s als anhängsel zur firmenwebsite das blog rykielles betrieben - und um die blogleserInnenschaft auch ordentlich zu ködern, werden die protagonistinnen der französischen modebloglandschaft als guest stars miteinbezogen: garance doré wird immer wieder rykielle-beiträge verfassen und das cherry blossom girl alix durfte mal eben in edlem rykiel-strick für das modelabel posieren. wenn jetzt also die strickqualität bei h&m auch noch stimmt, dann dürfte einem verkauferfolg des schwedischen moderiesen mal wieder nichts im wege stehen. und wer es jetzt gar nicht mehr abwarten kann bis februar, der kann sich ja schonmal den hübschen vintage-rykiel-gürtel bei das neue schwarz sichern, elegant um die hüfte ziehen und modisch ganz gelassen das frühjahr abwarten. denn womöglich wird das alles knallebunt - und das würde mich nun ziemlich kalt lassen.

Sonntag, 1. November 2009

kunstmarktdramen.


na, wo bleibt denn da der pinselstrich des künstlers?: martin kippenberger, paris bar, 1993. (bild)

na sowas, der kunstmarkt scheint immer wieder für überraschungen gut: da dachte ich immer, das modell des pinselschwingenden malergenies sei spätestens seit warhol ad acta gelegt, da lässt die meldung, dass martin "kippi" kippenberger für sein bild paris bar eben nicht selbst hand angelegt hat, sondern den malauftrag an den künstler und plakatmaler götz valien weitergab, seit der christies-versteigerung des bildes für 2,7 mio pfund an einen us-amerikanischen sammler die sicherungen aller möglichen medien durchbrennen: die bz betitelt die geschichte als kunst-betrug und die welt erklärt die romantische vorstellung vom staffeleimaler immerhin als überkommen. und auch ich springe auf die geschichte auf, denn da kommt wirklich alles zusammen, was der kunstmarkt an dramen hergibt. am schönsten aber ist die ganze geschichte in ausführlicher fassung im print-spiegel der letzten woche nachzulesen (hier in der online-kurzversion). tja, und das empfehle ich somit dann wohl als medialen aufreger der woche zu lesen.

mädchen am sonntag.



jean seberg in godard`s nouvelle vague-dauerbrenner à bout de souffle (bild: bfi)/ nicolette krebitz macht mal eben auf...jean seberg in mädchen am sonntag (bild: independent partners)

jean seberg darf - ähnlich wie audrey hepburn - immer wieder als modisches role model herhalten. und das, seit sie 1960, vor fast schon 50 jahren, als androgyne patricia mit pixieschnitt zusammen mit dem belmondo-flegel die leinwand unsicher machte. seither scheint keine modezeitschrift mehr ohne den verweis auf den seberg-look auszukommen und auch nicolette krebitz setzte 2005 im portraitfilm mädchen am sonntag auf ringelshirt und kurzhaarschnitt. und da das gerade alles so gut passt, ist das heute sozusagen mein sonntagspost...zum verspäteten frühstück.

Samstag, 31. Oktober 2009

kleiderschrankschnüffelei.



oben: adia trischler unter anderem mit rosamosa-"hauspatschen" (so oder so ähnlich heisst das hier). (bilder: stylelikeu)/ unten: die 81jährige elizabeth burns in ihrem reich. (bilder: stylelikeu.com)

auch wenn ich hier gerade nichts neues präsentiere, macht ja nichts, denn diese seite besitzt enormes suchtpotential: in fremde wohnungen und kleiderschränke schauen macht ja sowieso schonmal viel spass, doppelt soviel spass macht es allerdings, wenn die einblicke ins private so vielfältig und spannend sind. wer also einer möglichst sinnfreien wochenendbeschäftigung nachgehen möchte, stylelikeu nicht sowieso schon verfallen ist und bereits in- und auswendig kennt, der klicke sich durch bilder, texte und videos. und schnell wird klar: worauf sich wir modeblogs gerne beschränken, nämlich h&m-, acne- und topshop-berichterstattung, macht den braten nicht fett. viel viel toller sind trendresistente und modewahnsinnige ansammlungen von klamotten- oder zumindest ein gelungener mix aus alledem. ach, und bevor ich es vergesse: auch adia trischler ist mal wieder mit von der partie, die einen touch österreich mittels hauspatschen von rosa mosa einbringt. viel spass beim schnüffeln!

köpfe und kolumnen.


herr hilpold im anzug. (bildausschnitte/bild : christoph pirnbacher)

als bloggerin lese ich natürlich gerne blogs, auch wenn ich mich dabei ertappe, immer wieder dieselben zu verfolgen, statt öfter wieder mal auf entdeckungstour durch netz zu ziehen - denn das geht zwar nicht ins geld wie der kauf diverser lifestylemagazine, frisst aber immer wieder sehr viel zeit. denn: hängenbleiben geht immer. aber mal davon abgesehen: eine gewisse routine gehört wahrscheinlich zum medienkonsum dazu, so wie ich einigen klassischen printmedien trotz informationsquelle internet nach wie vor seit jahren die treue halte. die printmedien wiederum werfen blogs zwar gerne unseriosität und unprofessionalität vor, doch interessanterweise setzen die print-platzhirsche zunehmend wieder auf köpfe und kolumnen und machen damit im grunde das, was blogs in den letzten jahren so populär werden liess - persönliches kommentieren. beispiel: der standard aus österreich. hier schreibt redakteur stephan hilpold seit mitte september für seine kolumne hilpold im anzug eben nicht als unsichtbarer redakteur, sondern so richtig mit bild. und ich gebe ja zu, da schaue auch ich hin und lese mit interesse mit, finde jedoch schade, dass die leserInnenschaft sich scheinbar immer nur dann, wenn es um magermodels und vergleichbare aufschrei-themen geht, zum online-aufschrei bemüssigt fühlt. da habe ich mir von der standard-leserInnenschaft doch ein wenig mehr ernsthafte beiträge erwartet. doch was mich eigentlich interessiert: wie seht ihr das mit den "grossen" und uns blogs? ich würde mich mal wieder freuen über diskussionsbeiträge!

Freitag, 30. Oktober 2009

an die kette gelegt.


pieter hugo, the hyena and other men/ collage.

gerade eben über susie bubble`s aktuellen post zu pieter hugo`s fotoreihe gestolpert - aber moment, da war doch was? hm, mein collagenwahn hat zu weihnachten letzten jahres auch vor dieser fotostrecke - erschienen in irgendeinem lifestyleheftchen - nicht halt gemacht. denn irgendwie eignen sich die bilder halt nur zu gut, sie in den modekontext zu überführen. und jetzt lasse ich euch die nächste zeit erst einmal in ruhe mit selbsterzeugten ergüssen, so langsam wirds ein wenig einseitig, fürchte ich.

dauerbrenner: figurproblem.


jane fonda in den 1980ern/ foto einer kleinanzeige in der ausstellung grosser auftritt - mode der ringstrassenzeit, wien museum.

bei fettleibigkeit und korpulenz handelt es sich also nicht ausschliesslich um neu erfundene luxusproblemstellungen der letzten jahrzehnte, nein, auch vor über 100 jahren schon ein thema für kleinanzeigen aller art: während damals noch auf die einnahme natürlicher pflanzenpräparate wie die jenes herrn reichel aus obiger anzeige mit herzalerliebster vorher-nachher-skizze gesetzt wurde, beherrschen seit circa 30 jahren fitnesstipps und aerobicangebote den markt. und daneben macht uns die fitnessgestählte vorzeigeblondine heidi bereits seit einem halben jahrzehnt klar, dass spätestens zwei wochen nach geburt eines kindes der körper wieder der eines fitnessmodels zu sein hat. naja, immerhin habe ich beim besuch der ausstellung grosser auftritt - mode der ringstrassenzeit im wien museum gelernt, dass kaiserin sissi, die in den 1950ern von romy schneider ja eher pausbäckig verkörpert wurde, was ihr körperbewusstsein anging, ohne zweifel mithalten konnte mit dem wahnsinn, der seit jahrzehnten durch die frauenzeitschriften geistert. doch darüber hinaus: ich lege hiermit jeder/m einen besuch der ausstellung am karlsplatz ans herz - bis zum 22. november sind dort noch kostüme und klamotten zu bestaunen.

Donnerstag, 29. Oktober 2009

nachtnähaktion.



ein mantel in acht stunden - oder so ähnlich. gestern abend mal eben nicht ums blog gekümmert, dafür wieder einmal die nähmaschine angeworfen und einen lockeren überhängemantel à la chloé genäht. in camelfarben und und mit großzügiger kapuze, ledergürtel drumherum - und fertig ist das herbstoutfit.

Dienstag, 27. Oktober 2009

brillen wie festungen.


als brillen auch in der politik noch brillen sein durften: helmut schmidt, 1972 (bild: wolfgang haut)/ partybesucherin in berlin, september 2009. (bild: glamcanyon)

na, haben wirs nicht schon längst gewusst: während modisch versierte menschen schon seit den 90ern auf diverse rückwärtsgewandte spielarten der hornbrille setzen und ich die randlos-variante eigentlich nur noch von "jungen-unions"-zöglingen kenne, scheint es in der deutschen spitzenpolitikerriege nicht ohne das modell "randlos gleich charakterlos" zu gehen: zu diesem schluss kommt jedenfalls ein höchst unterhaltsamer faz-artikel, in deren redaktion ich jedoch - mit verlaub, ohne die redaktionsräume je betreten zu haben - ebenfalls einige randlos-trägerInnen vermute.

wider die novembertemperaturen!


so langsam macht sich der herbst breit und so langsam werden die füsse kalt. dass schöne fremd-selbstgestrickte socken auch zu hause das beste mittel gegen novembertemperaturen sind, weiss meine mutter scheinbar am allerbesten. denn anders kann ich mir den inhalt des heute überraschend eintrudelnden päckchens nicht erklären. und da stricksocken durchaus trendresistent farbig sein dürfen und sollen, bin ich natürlich begeistert. die werden ab jetzt getragen, bis die ferse durchgescheuert ist - versprochen!

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