Dienstag, 11. Januar 2011
die ganz normale gehirnwäsche.
prada_plateau treter, ss 2011 (bild)/ claudia knoepfel & stefan indlekofer, we love, vogue germany, januar 2011 (bild)/ alexei hay, cover elle italia, coco rocha, januar 2011 (bild)
immer dasselbe mit den neuesten modischen innovationen aus dem hause prada: erst einmal ist man sich nicht sicher, was man angesichts knallbunter streifenoptik und bananenprints sagen soll, doch die gewöhnungphase an buntgestreifte plateautreter und konsorten wird immerhin übergangslos eingeleitet - dank zahlreicher editorials, covershootings und werbeanzeigen, die selbstverständlich nicht um das imperium einer miuccia prada umhinkommen. und so kommt es dann, dass wir uns pünktlich zu saisonbeginn alle plötzlich ganz sicher sind: diese schuhe find` ich gut. oder wer mag da jetzt noch ernsthaft widersprechen?
Montag, 10. Januar 2011
bloggerInnenportraits auf japanisch.
mark_seliger, bloggers beat, februar 2011, vogue japan (bilder)
langsam stellt sich ein gewisser ennui angesichts der omnipräsenz der internationalen vorzeigebloggerInnen ein: allüberall hanneli, bryan boy, susie bubble und konsorten. und nun also der neueste streich. auf veranlassung von eben-auch-oberbloggerin anna dello russo, die bekanntlich ob ihres eigenen onlinejournals ein besonders inniges verhältnis zur bloggenden kollegInnenschaft hat, wurden die mittlerweile prominenten damen und herren zu einem shooting der japanischen vogue gebeten. und während die us-vogue in ihrer letztjährigen märzausgabe noch auf ein gruppenfoto der bloggenden zunft setzte, beanspruchen hanneli und co jetzt jeweils ein bis zwei seiten für sich. fazit: einige wenige bloggerInnen haben es geschafft, ihre füsschen in die türen des modeestablishments gesetzt zu bekommen. der rest darf fürs erste mal draussen bleiben.
langsam stellt sich ein gewisser ennui angesichts der omnipräsenz der internationalen vorzeigebloggerInnen ein: allüberall hanneli, bryan boy, susie bubble und konsorten. und nun also der neueste streich. auf veranlassung von eben-auch-oberbloggerin anna dello russo, die bekanntlich ob ihres eigenen onlinejournals ein besonders inniges verhältnis zur bloggenden kollegInnenschaft hat, wurden die mittlerweile prominenten damen und herren zu einem shooting der japanischen vogue gebeten. und während die us-vogue in ihrer letztjährigen märzausgabe noch auf ein gruppenfoto der bloggenden zunft setzte, beanspruchen hanneli und co jetzt jeweils ein bis zwei seiten für sich. fazit: einige wenige bloggerInnen haben es geschafft, ihre füsschen in die türen des modeestablishments gesetzt zu bekommen. der rest darf fürs erste mal draussen bleiben.
Samstag, 8. Januar 2011
professionell bloggen.
während der diesjährigen berliner fashion week bieten judith marthaler und mary scherpe im rahmen der premium messe einen interaktiven workshop für bloggerInnen an. es geht um nicht weniger als die professionalisierung von blogs. und da mir das als schlagwort etwas schwammig erschien, habe ich bei mary mal nachgefragt, was es mit dem diesjährigen workshop auf sich hat.
professionalisierung im bloggerbusiness klingt ja schön und gut. doch nun mal ganz konkret: wie verhalte ich mich als modebloggerIn denn eigentlich professionell? und: welche fettnäpfchen lauern da, von denen ich eventuell nichts weiß?
Wir haben uns relativ schwer getan, wie wir den Workshop nennen sollen, allerdings trifft "Professionalisierung" es noch am Besten. Das richtet sich nicht an Blogger, die ihren Blog als Hobby oder Freizeitbeschäftigung betreiben, was ja völlig legitim ist, sondern an solche, die mit ihrem Blog eine bewusste Publikation schaffen, hinter der auch ein Ziel steht. Das kann zum Beispiel der Aufbau eines Portfolios oder die Generierung von Werbung sein. Je nach Ziel, sieht die Strategie im Aufbau des Blogs und das jeweilige "professionelle Verhalten" dann anders aus.
der modeblogger bryan boy scheint in sachen professioneller auftritt alles richtig zu machen: er hat sich mittlerweile als eigene marke im blogbusiness etabliert und kann von anzeigen und kooperationen leben. und das, obwohl sein blog mehr als unspektakulär ist. was hat bryan boy, was andere bloggerInnen vielleicht nicht haben?
Bryan Boy wird als Celebrity gehandelt, so funktioniert seine "Marke" - die Agenturen wissen, dass er Presse anzieht, weil er so ein schriller Vogel ist und setzen ihn deshalb in die erste Reihe. Die Leser verfolgen seinen Blog und den Twitteraccount, weil er sie nah an sich heranlässt und sie überall hin mitnimmt. Irgendwie geht es bei ihm auch um Mode, mehr aber um das "Abenteuer Bryan Boy" und so verkauft er sich und den Blog auch. Sicher hat er ein großes Verkaufstalent und nicht wenig Zeit damit verbracht seine "Marke" bekannt zu machen und sich die richtigen Kontakte zu beschaffen, ein Netzwerk aufzubauen. Außerdem scheut er es nicht, seine Privatsphäre derart öffentlich zu machen.
was macht eine gelungene zusammenarbeit zwischen unternehmen und blogs aus?
Eine gute Zusammenarbeit kann nur entstehen, wenn man sich auf Augenhöhe begegnet und zusammen nach kreativen und wertigen Lösungen sucht. Das erfordert den Respekt und die Kenntnis des jeweils anderen und, ganz wichtig, das Ernstnehmen der Leser des jeweiligen Blogs.
wenn über professionalisierung diskutiert wird, wird viel über formales, aber weniger über inhaltliches gesprochen. dabei geht doch nichts über originelle, eigenständige blogformate. wie bewahre ich mir diese unabhängigkeit und eigenständigkeit als bloggerin?
An erster Stelle bei der Entwicklung eines erfolgreichen Blogs steht für mich immer die inhaltliche Qualität. Wenn ich nicht hinter meinem Inhalt stehe, dann kann ich ihn auch nicht verkaufen. Das geht anderen vielleicht anders, aber ich denke es ist besonders wichtig, den Anspruch an sich selbst zu bewahren und auch immer ein Stückchen höher zu legen und sich nicht von schillernden Marketingversprechen verunsichern zu lassen. Gerade bei Blogs ist es wichtig sich von der Masse durch einen genuinen, eigenen Standpunkt abzuheben.
vielleicht hat ja nun die ein oder andere bloggerin lust bekommen mitzumachen. bewerbungen sind nach wie vor herzlich willkommen.
PREMIUM BLOGGERWORKSHOP: Professionalisierung
18. Januar 2011, 14:00–16:00
Symposium, STATION-Berlin, Luckenwalder Str. 4–6, 10963 Berlin
workshop@premiumexhibitions.com
professionalisierung im bloggerbusiness klingt ja schön und gut. doch nun mal ganz konkret: wie verhalte ich mich als modebloggerIn denn eigentlich professionell? und: welche fettnäpfchen lauern da, von denen ich eventuell nichts weiß?
Wir haben uns relativ schwer getan, wie wir den Workshop nennen sollen, allerdings trifft "Professionalisierung" es noch am Besten. Das richtet sich nicht an Blogger, die ihren Blog als Hobby oder Freizeitbeschäftigung betreiben, was ja völlig legitim ist, sondern an solche, die mit ihrem Blog eine bewusste Publikation schaffen, hinter der auch ein Ziel steht. Das kann zum Beispiel der Aufbau eines Portfolios oder die Generierung von Werbung sein. Je nach Ziel, sieht die Strategie im Aufbau des Blogs und das jeweilige "professionelle Verhalten" dann anders aus.
der modeblogger bryan boy scheint in sachen professioneller auftritt alles richtig zu machen: er hat sich mittlerweile als eigene marke im blogbusiness etabliert und kann von anzeigen und kooperationen leben. und das, obwohl sein blog mehr als unspektakulär ist. was hat bryan boy, was andere bloggerInnen vielleicht nicht haben?
Bryan Boy wird als Celebrity gehandelt, so funktioniert seine "Marke" - die Agenturen wissen, dass er Presse anzieht, weil er so ein schriller Vogel ist und setzen ihn deshalb in die erste Reihe. Die Leser verfolgen seinen Blog und den Twitteraccount, weil er sie nah an sich heranlässt und sie überall hin mitnimmt. Irgendwie geht es bei ihm auch um Mode, mehr aber um das "Abenteuer Bryan Boy" und so verkauft er sich und den Blog auch. Sicher hat er ein großes Verkaufstalent und nicht wenig Zeit damit verbracht seine "Marke" bekannt zu machen und sich die richtigen Kontakte zu beschaffen, ein Netzwerk aufzubauen. Außerdem scheut er es nicht, seine Privatsphäre derart öffentlich zu machen.
was macht eine gelungene zusammenarbeit zwischen unternehmen und blogs aus?
Eine gute Zusammenarbeit kann nur entstehen, wenn man sich auf Augenhöhe begegnet und zusammen nach kreativen und wertigen Lösungen sucht. Das erfordert den Respekt und die Kenntnis des jeweils anderen und, ganz wichtig, das Ernstnehmen der Leser des jeweiligen Blogs.
wenn über professionalisierung diskutiert wird, wird viel über formales, aber weniger über inhaltliches gesprochen. dabei geht doch nichts über originelle, eigenständige blogformate. wie bewahre ich mir diese unabhängigkeit und eigenständigkeit als bloggerin?
An erster Stelle bei der Entwicklung eines erfolgreichen Blogs steht für mich immer die inhaltliche Qualität. Wenn ich nicht hinter meinem Inhalt stehe, dann kann ich ihn auch nicht verkaufen. Das geht anderen vielleicht anders, aber ich denke es ist besonders wichtig, den Anspruch an sich selbst zu bewahren und auch immer ein Stückchen höher zu legen und sich nicht von schillernden Marketingversprechen verunsichern zu lassen. Gerade bei Blogs ist es wichtig sich von der Masse durch einen genuinen, eigenen Standpunkt abzuheben.
vielleicht hat ja nun die ein oder andere bloggerin lust bekommen mitzumachen. bewerbungen sind nach wie vor herzlich willkommen.
PREMIUM BLOGGERWORKSHOP: Professionalisierung
18. Januar 2011, 14:00–16:00
Symposium, STATION-Berlin, Luckenwalder Str. 4–6, 10963 Berlin
workshop@premiumexhibitions.com
Freitag, 7. Januar 2011
wir müssen nur wollen.
garance_doré, my prints charming, vogue nippon, februar 2011 (bilder)/ victoria_strehle ist nicht nur designerin, sondern auch bloggerin (bild)
das blog, ein puppenhaus.
romantisierende_schreibtischinszenierungen: posterkitsch, am schreibtisch sitzende frau (bild)/ jane aldridge von sea of shoes am schreibtisch (bild)
wenn das mal kein statement ist! während modebloggerinnen sich ja gemeinhin gern mit notebook ablichten, greift jane aldridge im silvestereditorial der frau mama neuerdings zu stift und papier und starrt romantisch verklärten blickes löcher in die luft. dabei den linken arm grazilst angewinkelt und in langem vintagerock fast vom neobarocken stühlchen kippend. das ist also mal endlich eine vorlage: die welt ein puppenhaus und der schreibtisch hehrer hort für tagträumereien. nun denn, meine lieblingsschreibtischinszenierung geht in eine völlig andere richtung: hillary clinton zwischen kaffeetasse und laptop, anno 2006. schreibtischkitsch der etwas klügeren art, würde ich mal meinen.
wenn das mal kein statement ist! während modebloggerinnen sich ja gemeinhin gern mit notebook ablichten, greift jane aldridge im silvestereditorial der frau mama neuerdings zu stift und papier und starrt romantisch verklärten blickes löcher in die luft. dabei den linken arm grazilst angewinkelt und in langem vintagerock fast vom neobarocken stühlchen kippend. das ist also mal endlich eine vorlage: die welt ein puppenhaus und der schreibtisch hehrer hort für tagträumereien. nun denn, meine lieblingsschreibtischinszenierung geht in eine völlig andere richtung: hillary clinton zwischen kaffeetasse und laptop, anno 2006. schreibtischkitsch der etwas klügeren art, würde ich mal meinen.
Donnerstag, 6. Januar 2011
österreichische topmodeltheorien.
die dritte staffel der sendung austrias next topmodel beginnt - und wirft schonmal ihre schatten voraus. jurymitglied elvyra geyer äussert im grossen Interview auf der website des senders puls 4 ganz frank und frei so ihre theorien, warum es um die topmodeldichte österreichs so schlecht bestellt ist: Ich persönlich bin der Meinung, dass Österreich generell ein genetisch sehr vermischtes Volk ist, hier gibt es zu viele Einflüsse von zu vielen Völkern. Wenn man sich viele osteuropäische Mädchen anschaut, dann sieht man sehr klare Einflüsse. Die sind sehr groß, sehr schlank mit sehr hohen Backenknochen und wenig Cellulitis, warum auch immer. Bei uns ist es sehr vermischt, aber es ist dann doch hie und da so, dass da ein Mädchen aus der Masse heraussticht. zu viele einflüsse von zu vielen völkern? mensch elvyra, in einem solchen falle bleibt mir ausnahmsweise mal nicht mehr zu sagen als: erst denken, dann reden. oder sehe ich das jetzt etwa zu kleinlich?
* noch mehr elvyra gibt es selbstverständlich ab heute auf puls 4 zu sehen. wer darauf keine lust hat, dem empfehle ich noch einmal als kontrastprogramm ulrich seidls` film models von 1998 - frau geyer spielt da übrigens auch mit.
**mittlerweile wurde von verschiedener seite auf besagte interviewpassage hingewiesen - das zitat wurde von der puls-4-website entfernt.
* noch mehr elvyra gibt es selbstverständlich ab heute auf puls 4 zu sehen. wer darauf keine lust hat, dem empfehle ich noch einmal als kontrastprogramm ulrich seidls` film models von 1998 - frau geyer spielt da übrigens auch mit.
**mittlerweile wurde von verschiedener seite auf besagte interviewpassage hingewiesen - das zitat wurde von der puls-4-website entfernt.
Mittwoch, 5. Januar 2011
silberschnalle.
catherine deneuve in buñuels` belle de jour, 1967 (bild/ bild)
nennt meinen geschmack tantenhaft, aber das schuhmodell pilgrim von roger vivier mit seinem schlicht-unauffälligen blockabsatz und der signifikanten silberschnalle ist doch eine absolute alternative zu all` keilabsätzen, die da momentan die strassen auf- und ablaufen. noch dazu handelt es sich natürlich um einen echten schuhklassiker, den catherine deneuve quasi mit einem film berühmt machte: 1967 trug sie als belle de jour das zwei jahre zuvor erdachte modell und bietet in ihren reduzierten sixties-looks von yves saint laurent auch modisch eine tolle steilvorlage. mein allerliebstes bloggespenst vika gazinskaya hat die silberschnalle übrigens auch schon entdeckt. wenn das nicht mal was heissen mag.
nennt meinen geschmack tantenhaft, aber das schuhmodell pilgrim von roger vivier mit seinem schlicht-unauffälligen blockabsatz und der signifikanten silberschnalle ist doch eine absolute alternative zu all` keilabsätzen, die da momentan die strassen auf- und ablaufen. noch dazu handelt es sich natürlich um einen echten schuhklassiker, den catherine deneuve quasi mit einem film berühmt machte: 1967 trug sie als belle de jour das zwei jahre zuvor erdachte modell und bietet in ihren reduzierten sixties-looks von yves saint laurent auch modisch eine tolle steilvorlage. mein allerliebstes bloggespenst vika gazinskaya hat die silberschnalle übrigens auch schon entdeckt. wenn das nicht mal was heissen mag.
Dienstag, 4. Januar 2011
trendorakel.
humberto _leon und carol lim vom erfolgskonzeptshop opening ceremony prognostizieren ihre trends für die kommenden zehn jahre: betty cartroux im smoking von yves saint laurent, 1966 (bild)/ postkarte (ober) österreichische trachten (bild)/ hermès koffer (bild)/ katharine hamnett und margret thatcher, 1984 (bild)
humberto leon und carol lim könnte man guten gewissens als gewiefte trüffelschweine bezeichnen, haben sie doch innerhalb weniger jahre mittels ihres shopkonzeptes opening ceremony all` das erschnüffelt und zusammengekarrt, was zeitgeist und coolness verspricht - und noch nicht komplett vom mainstream vereinnahmt wurde. nun hat style.com die beiden ob ihrer modischen prognosen befragt - und ja, auch österreich darf aufjubeln: History and integrity will return to prominence. Places like Belgium, France, and Austria, with true savoir faire and classical training paired with a real commitment to innovation, will come back in a major way. desweiteren sehen die beiden die wiederaufbereitung modischer klassiker, eine neue generation politisch motivierter designerInnen oder die reanimierung von super old-school - korrespondenzen via handgeschriebener kärtchen als zukunftsweisende trends des kommenden jahrzehnts an. en detail selbstverständlich nachzulesen hier. na, lust bekommen, mitzuorakeln?
Montag, 3. Januar 2011
auf die launigen, fucking modeblogs! 2010 - rückblick die zweite.
ivan_rodic, buenos aires, mai 2010 (detail bild ivan rodic)
im august passierte auf meinem blog etwas mehr als ungewöhnliches: aus einer laune heraus schimpfte ich über abgeschnittene jeansshorts, spitzenbodies und die rayban wayfarer - oder um es kurz zu machen: die omnipräsente weibliche hipsteruniform - und plötzlich hagelte es kommentare. über 50 wohlgemerkt, denn auf diesem blog will das was heissen. ein wenig schade fand ich das allerdings auch, fiel dieser beitrag wohl eher in die kategorie schnellschuss. und so kam es denn, wie es kommen musste: ich jammerte über sommerliche verschleisserscheinungen - jeden tag so nebenbei ein thema rauszuhauen, das über die eigene befindlichkeit und den eigenen kleiderschrank hinausgeht, mühsam. und so ging hier das launige geschimpfe munter weiter: mal ging es um die redundanz der in wien omnipräsenten viennaletasche, dann die h&m-kooperation unseres fashionblogmaskottchens bryan boy oder das unaufhaltsame verschwinden des umkleidekabinenshootings auf den fashionblogs. doch es gibt auch positive nachrichten zu vermelden. auch die deutschsprachigen modeblogs rüsten auf: die perfekte kameraausrüstung scheint sich zum neuen must-have der szenerie zu entwickeln. es wird über canon-objektive gefachsimpelt - handyfotos und andere peinlichkeiten sind schliesslich von vorgestern. jetzt werden echte editorials in mamas blumenrabatten geschossen! und weil das alles immer toller aussieht, verstehen es immer mehr firmen, sich den feschen mädchen an den hals zu werfen: ich schicke dir ein cocktailkleid und du machst ein hübsches blogeditorial daraus, so der deal. und wo ein trend, da auch eine begrifflichkeit. milchmädchenbloggerInnen nannte mary von stil in berlin diese schrägen wie unfairen kooperationen und brach damit eine durchaus emotional geführte herbstdebatte in der deutschsprachigen modeblogsphäre vom zaun. denn als bestechlich will ja niemand von uns bezeichnet werden. dabei ist das doch im modebusiness an und für sich nichts neues: alfons kaiser beobachtete im oktober in der faz eine annäherung der redakteurinnen grosser modemagazine an die modemarken und den schleichenden verlust eines kritischen blicks. modeblogs hingegen sind -wen wunderts- bei eben diesen moderedakteurInnen mehr als unbeliebt: nichts als "respektlose" Gerüchte-Schreibseleien, notiert modejournalistin katrin kruse in der taz die kommentare einiger kolleginnen während der fashionweek in paris. doch für die, die genug von uns launigen onlinejournalen haben, gibt es hoffnung: das fräulein ist da! ein magazin, das hipsterfrauen bereits in die designertasche fallen lassen haben, von dessen erstausgabe ich aber wenig überzeugt war. doch wer weiss. 2011 soll ja alles besser werden. blica übrigens auch. nur meine launen, die will ich mir nicht nehmen lassen. ist hier ja schliesslich keine pr-veranstaltung.
im august passierte auf meinem blog etwas mehr als ungewöhnliches: aus einer laune heraus schimpfte ich über abgeschnittene jeansshorts, spitzenbodies und die rayban wayfarer - oder um es kurz zu machen: die omnipräsente weibliche hipsteruniform - und plötzlich hagelte es kommentare. über 50 wohlgemerkt, denn auf diesem blog will das was heissen. ein wenig schade fand ich das allerdings auch, fiel dieser beitrag wohl eher in die kategorie schnellschuss. und so kam es denn, wie es kommen musste: ich jammerte über sommerliche verschleisserscheinungen - jeden tag so nebenbei ein thema rauszuhauen, das über die eigene befindlichkeit und den eigenen kleiderschrank hinausgeht, mühsam. und so ging hier das launige geschimpfe munter weiter: mal ging es um die redundanz der in wien omnipräsenten viennaletasche, dann die h&m-kooperation unseres fashionblogmaskottchens bryan boy oder das unaufhaltsame verschwinden des umkleidekabinenshootings auf den fashionblogs. doch es gibt auch positive nachrichten zu vermelden. auch die deutschsprachigen modeblogs rüsten auf: die perfekte kameraausrüstung scheint sich zum neuen must-have der szenerie zu entwickeln. es wird über canon-objektive gefachsimpelt - handyfotos und andere peinlichkeiten sind schliesslich von vorgestern. jetzt werden echte editorials in mamas blumenrabatten geschossen! und weil das alles immer toller aussieht, verstehen es immer mehr firmen, sich den feschen mädchen an den hals zu werfen: ich schicke dir ein cocktailkleid und du machst ein hübsches blogeditorial daraus, so der deal. und wo ein trend, da auch eine begrifflichkeit. milchmädchenbloggerInnen nannte mary von stil in berlin diese schrägen wie unfairen kooperationen und brach damit eine durchaus emotional geführte herbstdebatte in der deutschsprachigen modeblogsphäre vom zaun. denn als bestechlich will ja niemand von uns bezeichnet werden. dabei ist das doch im modebusiness an und für sich nichts neues: alfons kaiser beobachtete im oktober in der faz eine annäherung der redakteurinnen grosser modemagazine an die modemarken und den schleichenden verlust eines kritischen blicks. modeblogs hingegen sind -wen wunderts- bei eben diesen moderedakteurInnen mehr als unbeliebt: nichts als "respektlose" Gerüchte-Schreibseleien, notiert modejournalistin katrin kruse in der taz die kommentare einiger kolleginnen während der fashionweek in paris. doch für die, die genug von uns launigen onlinejournalen haben, gibt es hoffnung: das fräulein ist da! ein magazin, das hipsterfrauen bereits in die designertasche fallen lassen haben, von dessen erstausgabe ich aber wenig überzeugt war. doch wer weiss. 2011 soll ja alles besser werden. blica übrigens auch. nur meine launen, die will ich mir nicht nehmen lassen. ist hier ja schliesslich keine pr-veranstaltung.
Samstag, 1. Januar 2011
2010 - rückblick die erste.
solve_sundsbo, curves ahead, v magazine, size issue frühjahr 2010 (bild solve sundsbo für v magazine/ models.com)/ jean paul paula im kreise seiner lieben (bild gunnar hämmerle, styleklicker.net)/ anna dello russo, fashion editor vogue japan (bild jak&jil)
modebloggerinnen einmal aufgefädelt von links nach rechts: brooke, lucretia,rebecca,tavi, arabelle von mir skizziert nach einem foto/ faboo/ bloggerInnenportrait der zeit, bloggerInnen von links nach rechts und von oben nach unten: julia knolle, jessica weiss, juliane duft, mahret kupka, roberto poropat, kathrin bierling, mary scherpe, vanessa mazal, anna bender, antonin beckert, peter burkhardt, lara gräfen, dario natale, david rothjulia stelzner (bild markus jans)
wir modebloggerInnen waren mir auch immer mal wieder einen beitrag wert: wie unabhängig sind wir? habe ich mich im februar angesichts eines professionell arrangierten us-fashionbloggerInnentreffens im sommer 2009 gefragt. kurze zeit später inszenierte das zeit-magazin ein bloggerinnenstilleben in berlin, das ich nur zu gerne kommentiert habe.
terry_richardson, selbstportraits für vogue hommes international, ss 2009 (bilder)/ pferdemode am wiener stephansdom/ fashionblogs 2010/ garance doré, beige, die farbe des jahres (bild)
manche dinge ändern sich dann doch nicht: terry richardson scheint sein skandal skandalöserweise wenig angetan zu haben, meine im märz fotografierte pferdemodestrecke könnte heute - wie meine kommentare zu den populären modeblogthemen - noch genauso festgehalten werden. und ja, der beige farbüberdruss hängt noch immer in allen schattierungen in den kaufhäusern.
bloggerin sara (mit freundin laura) von balkan couture (bilder)/ queen elizabeth mit kopftuch (detail bild)
allüberall cupcakes (bild)meine lieblingsthemen sind nicht unbedingt die omnipräsenten: modeblogs sind nicht gleich modeblogs stellte ich im april fest und entdeckte deutschsprachige blogs wie beispielsweise balkan couture für mich. na, und dann war da meine kopftuchserie, eine art modische entdeckungsreise - auch für mich. cupcakes auf modeblogs - noch so ein thema, das noch einer weiteren erörterung bedürfte.
azubis_01 backstage, wally sallner (___fabrics interseason)/ haus wittgenstein, wien (bild)/ das frischgebackene präsidentenpaar bettina und christian wulff, hier allerdings 2008 (und sie noch als bettina koerner) (bild)/ collage (bild)
ein wilder mix aus lokalen themen wie der intensiv diskutierten azubi-modenshow in wien und der modischen rezeption des frischgebackenen first couple, bettina und christian wulff, steht hier auf der tagesordnung - und zwischendurch komme ich nicht umhin, meine bastelwut auch auf mein blog zu verlagern.
trippeln statt treten.
schuhe_aus dem winterkatalog von urban outfitters, 2010/11 (bild)
zuletzt ging es hier um absätze - und auch im neuen jahr halte ich den schuhen die treue. denn um nicht weniger als die derzeitigen lieblingstreter modebewusster junger frauen soll es jetzt gehen. obwohl der begriff treter in diesem zusammenhang ja eher nach hinten losgeht. ein mädchenhafter auftritt - und um den geht es nun einmal - ist schliesslich alles andere als das. allerbestens eingestiegen auf diese süssen schuhvorlieben ist im übrigen wohl urban outfitters, die shoppingoase für hipstermädchen: fellbesetzte schnürschüh-chen mit - ganz wichtig - abgerundeter spitze im vintagelook, schleifenballerinas und ab und an auch mal ein keilabsatz. mehr bedarf es derzeit nicht, um die hüftig sitzenden flatterröck-chen und oversizestrickjacken im zaum zu halten. denn: nicht tussimässig, sondern mäd-chen-haft, lautet die devise. mal sehen, ob auch 2011 im zeichen der schüh-chen steht.
zuletzt ging es hier um absätze - und auch im neuen jahr halte ich den schuhen die treue. denn um nicht weniger als die derzeitigen lieblingstreter modebewusster junger frauen soll es jetzt gehen. obwohl der begriff treter in diesem zusammenhang ja eher nach hinten losgeht. ein mädchenhafter auftritt - und um den geht es nun einmal - ist schliesslich alles andere als das. allerbestens eingestiegen auf diese süssen schuhvorlieben ist im übrigen wohl urban outfitters, die shoppingoase für hipstermädchen: fellbesetzte schnürschüh-chen mit - ganz wichtig - abgerundeter spitze im vintagelook, schleifenballerinas und ab und an auch mal ein keilabsatz. mehr bedarf es derzeit nicht, um die hüftig sitzenden flatterröck-chen und oversizestrickjacken im zaum zu halten. denn: nicht tussimässig, sondern mäd-chen-haft, lautet die devise. mal sehen, ob auch 2011 im zeichen der schüh-chen steht.
Freitag, 31. Dezember 2010
auf 2011!
mit riesenschritten nähern wir uns dem modejahr 2011 - und ich freue mich schon jetzt auf neuerliche auseinandersetzungen mit unser aller herzensthema. in dem sinne: einen guten rutsch!
Donnerstag, 30. Dezember 2010
giovannis` bürgerliche röhrenjeans.
furchtbare_bandshirts für nur 14,95 euro aus dem onlineshop von h&m (bilder)
giovanni di lorenzo schreibt in seinem buch Wofür stehst Du? -man höre und staune- auch über röhrenjeans. und nein, es geht nicht um die aktuelle kleiderordnung der zeit-redaktion, sondern um früher. um früher also, als das überstreifen einer fiorucci-jeans noch vermeintliche zugehörigkeiten und gesinnungen klärte:
Als ich aus einem langen Osterurlaub in Italien zurückkam, in dem ich mir die Haare hatte kürzer schneiden lassen und eine Röhrenjeans von Fiorucci angeschafft hatte, wurde ich von meinen Genossen umzingelt und beschimpft: "Geh doch in die CDU!" Und dann hatten sie noch eine schreckliche Schmähung parat: "Bürger! Bürger!" (...) Wir hassten doch die Pauker, die uns wegen unserer langen Haare immer wieder daran erinnerten, dass es Friseure gab! Wir verachteten die Hauswarte, die uns wegschickten, wenn wir irgendwo auf dem Rasen lagen und Lambrusco aus großen Flaschen tranken. Und nun waren es linke Schüler, die einen hänselten, wenn man zu moderne Klamotten oder zu schicke Frisuren trug. und heute? sind modische lippenbekenntnisse im onlineshop von h&m erhältlich. und ja, das kann man irgendwie auch scheisse finden.
wo willst du hin, absatz?
rochas,_fw 2010 (bilder)/ rochas, ss 2011 (bild)
in sachen absatz darf - wie mich eine leserin soeben erinnert hat - die winterschuhmode aus dem hause rochas natürlich nicht fehlen: allerschönst gen boden auseinander laufende absätze sah marco zanini da für seine kundin vor. wenn das mal keine ansage ist, könnte man meinen. wäre da nicht die alleraktuellste sommerkollektion, die den schwanz vor so viel dickem gehölz unter der ferse gleich wieder einzieht und auf minimalabsatz unter durchgehendem plateau setzt. und ich, bin einigermassen verwirrt und habe dennoch im gefühl, dass die dicken dinger bald auch an unseren füssen kleben werden - auch wenn wir uns an diesen anblick noch ein wenig gewöhnen werden müssen. oder lässt mich mein gefühl diesmal etwa völlig im stich und ich sitze einem mikrotrend auf, der sich nicht durchsetzen wird?
in sachen absatz darf - wie mich eine leserin soeben erinnert hat - die winterschuhmode aus dem hause rochas natürlich nicht fehlen: allerschönst gen boden auseinander laufende absätze sah marco zanini da für seine kundin vor. wenn das mal keine ansage ist, könnte man meinen. wäre da nicht die alleraktuellste sommerkollektion, die den schwanz vor so viel dickem gehölz unter der ferse gleich wieder einzieht und auf minimalabsatz unter durchgehendem plateau setzt. und ich, bin einigermassen verwirrt und habe dennoch im gefühl, dass die dicken dinger bald auch an unseren füssen kleben werden - auch wenn wir uns an diesen anblick noch ein wenig gewöhnen werden müssen. oder lässt mich mein gefühl diesmal etwa völlig im stich und ich sitze einem mikrotrend auf, der sich nicht durchsetzen wird?
Mittwoch, 29. Dezember 2010
absatztheorien.
jil_sander, ss 2011 (bild style.com)/ alexander wang, fw 2010 (bild)
rocksilhouetten und hosensäume sind das eine, absatztheorien das andere: es scheint bei einigen designern der schuhabsatz zum boden hin wieder auseinanderzulaufen. könnte das wohl angesichts des lauernden 70ies-revivals eine massenkompatible geschichte werden? was meint ihr?
rocksilhouetten und hosensäume sind das eine, absatztheorien das andere: es scheint bei einigen designern der schuhabsatz zum boden hin wieder auseinanderzulaufen. könnte das wohl angesichts des lauernden 70ies-revivals eine massenkompatible geschichte werden? was meint ihr?
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