Donnerstag, 18. Februar 2010

das skelettierte bloggerInnenstilleben.






bloggerInnenportrait der zeit, bloggerInnen von links nach rechts und von oben nach unten: julia knolle, jessica weiss, juliane duft, mahret kupka, roberto poropat, kathrin bierling, mary scherpe, vanessa mazal, anna bender, antonin beckert, peter burkhardt, lara gräfen, dario natale, david roth und julia stelzner (bild markus jans)/ videostills making-of bloggerInnenportrait der us-vogue: todd selby, garance doré, tommy ton, hanneli mustaparta, yvan rodic, mary tomer, michelle phan, catherine kallon.

ich bin begeistert: lauter fesche fashionbloggerInnen, die die zeit und die us-vogue da fast zeitgleich zum portrait zusammengetrommelt haben. und während die us-vogue mittels video-appetizer im netz im moment die werbetrommel rührt für die kommende märzausgabe, in der sich zehn erfolgreiche stylebloggerInnen in leckeren pastelltönen zum gruppenportrait formieren, hat die zeit sich entschlossen, 15 deutschsprachigen modebloggerInnen unter dem motto die klasse von 2010 ein zweiseitiges schwarz-weiss-portrait im beiliegenden magazin zu widmen. das schaut auf den ersten blick auch alles ganz wunderbar und durchaus vielversprechend aus, doch das war`s dann aber auch: denn von der inhaltlichen auseinandersetzung mit dem, was die einzelnen bildlich vorgestellten bloggerInnen im netz tatsächlich treiben, bin ich doch sehr enttäuscht. eine seite weiter stellt ilka piepgras nämlich der macht der strasse zusammengequetscht auf einer din a4-seite fragen nach dem "schönsten blog-moment", dem "folgenreichsten eintrag", dem eigenen lieblingsblog und den klamotten, die während des shoots getragen wurden. und auch wenn ich weiss: eine dreiseitige print-geschichte ist weder selbstverständlich noch alltäglich, habe ich doch hinsichtlich des umganges mit einem mittlerweile fast unumgänglichen zeitgeistphänomen ganz abgesehen von einigen ungenauigkeiten (wie fehlerhaft geschriebenen blogadressen) mit ein wenig mehr als einem solch austauschbaren fragebogenskelett gerechnet. denn eine solche geschichte wird, mit verlaub, den bloggerInnen nicht gerecht: es sollte schliesslich nicht nur um hübsche junge blogmodels in hübschen klamotten von acne, zara und cheap monday gehen und der wenige platz, der den mini-interviews eingeräumt wurde, wäre besser in blogspezifische fragen investiert worden. denn so bleibt leider irgendwie ausser einem feschen bloggerstilleben in schwarz-weiss wenig hängen. da wäre es um einiges konsequenter gewesen, statt der saft- und kraftlosen sieben seiten langen model-freien accessoire-strecke auf fuerteventura eine überzeugende bloggerInnen-modestrecke zu produzieren.

Kommentare:

smilla hat gesagt…

Tjaa, das dachte ich auch beim Lesen; wie oft ärgere ich mich im nachhinein, wenn ich jemanden fotografiert habe und mir naheligende Fragen nicht eingafallen sind. Wieviel mehr muss (oder sollte) es Frau Piepgras nun ärgern, daß sie derart planvoll die falschen Fragen gestellt hat. Welche Gelegenheit wäre es gewesen auszuleuchten worum es den genannten Bloggern geht; aber nein..
Folgenreichtum eines Post's über Chanel's Nagelpolitur werden ins Rampenlicht gezerrt, was Julia Stelzner, wie auf ihrem Blog zu lesen ist, nun selbst enttäuscht; zu Recht. Was für kleine Fragen, also ehrlich.

smilla hat gesagt…

aahhh, viele Fehler in der Eile...tss

jessie hat gesagt…

Hach, da sagste was. Hätte man sich beim "Shooting" mit Herrn Jans schon denken können. Fünf mal auf den Auslöser geklickt - fertig...

Julia hat gesagt…

Ja, leider - es war mehr als unspektakulär: das Shooting und die Fragen.

Karen hat gesagt…

Aber ich dachte, dieser Artikel gehört auch noch dazu: http://www.zeit.de/2010/08/Modeblog
Ja/Nein?
Ich fand diesen Artikel dann ganz schön geschrieben, weil er das Modeblogger-Phänomen treffend zusammenfasst und damit auch Außenstehenden einen guten Eindruck vermittelt.

Lara Maria hat gesagt…

Ich finde es auch ein bisschen schade, dass unsere Interviews so gekürzt wurden sind und die Fragen so offensichtlich waren. Aber da kristallisiert sich wieder ein Vorteil des Bloggens gegenüber des Prints heraus, wir könnten wenn wir wollten Seitenweise Beiträge posten und sind nicht an ein Limit gekoppelt.

Linda Love hat gesagt…

Das Foto sieht schon sehr lieblos hingeworfen aus, schrecklich aufgeteilt. Was Jessie da sagt sieht man auf den ersten Blick, als hätte die Praktikantin kurz einen Schnappschuss für die Studiohistorie festgehalten.

COÛTE QUE COÛTE hat gesagt…

also ich muss sagen, dass mir das foto ehrlich gesagt wahnsinnig gefällt. wir sind so gut wie alle wunderbar getroffen, die konstellation und haltung der einzelnen personen ist abwechslungsreich, die blicke zufälligerweise mehr oder minder alle gleich, aber gut. herr jans hat in der kürze der zeit meines erachtens gute arbeit geleistet und das ergebnis kann sich fotografisch sehen lassen.

die teils falsch geschriebenen urls und die gekürzten antworten sind... naja, ziemlich zum kotzen.

wer meinen schal auf dem bild findet, gewinnt ein auto...!

REIGEN - Juliane hat gesagt…

Alle Daumen hoch für deinen Beitrag! Du spricht einem aus der Seele, aber irgendwie war mir das schon bei den Interview-Fragen klar... Leider muss man annehmen, dass sich die Damen und Herren von der Zeit sich unsere Blogs nicht länger als 3 Sekunden angesehen haben. Da enttäuscht mich die Zeit (oder das Zeit Magazin), wie so oft in letzter Zeit...ha ha

smilla hat gesagt…

Also an dem Foto hab ich auch nichts auszusetzen im Gegenteil; schöne Komposition meiner Meinung nach- gekonnt!
Und durch die Schwarz-Weiss-Optik bekommt das ganze irgendwie einen historischen Anstrich; erscheint mir passend für den Moment.Grade zum Foto fällt der Rest aber dramatisch ab.

blica hat gesagt…

@karen: du meinst wahrscheinlich den artikel "mode als dialog"- den finde ich an und für sich auch einen ganz guten überblicksartikel, allerdings ist der von dem fashionbloggerInnenportrait ja ziemlich unabhängig. ich finde halt bezeichnend, dass sich die journalistInnen des zeit-magazins so scheinbar überhaupt nicht mit denen,die sie da portraitiert haben und dem, was sie tun, auseinandergesetzt zu haben scheinen.

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