Mittwoch, 3. Februar 2010

wie unabhängig sind wir?


das war im september 2009: modebloggerinnen von links nach rechts: brooke, lucretia,rebecca,tavi, arabelle, von mir skizziert nach einem foto/ faboo.

vielleicht kennt ja noch jemand dieses bild da oben. anfang september letzten jahres ging es um ein kräftigst gesponsortes bloggerinnentreffen von 19 us-amerikanischen fashionbloggerinnen in new york. damals habe ich das ganze als shopping-exkursion bezeichnet, heute bette ich das ganze mal etwas gewagt in den von mary angestossenen themenkomplex "bestechlichkeit im modejournalismus" ein. wo also fängt korrumpierbarkeit an und wo endet die sogenannte unabhängigkeit von uns modeblogs?

Kommentare:

Fr.Jona&son hat gesagt…

Das ist die frage.
Grundsätzlich machen Blogs Sinn, wenn sie fundiert sind und die persönliche Meinung wieder geben.

Ich werde immer wieder angefragt, ob ich für dieses oder jenes Produkt, etc schreiben möchte,..
aber das kann man auch ganz leicht ignorieren- und links liegen lassen.
Bei bekannten Bloggerinnen, die vermutlich auch Geld damit verdienen können, sieht die Sache schon anders aus.
Da wird die Grenze zwischen Bloggerin und (bezahlter)Journalisten-Editorialista ziemlich verschwimmen.

michaela hat gesagt…

nanana fr. jona&son, es soll ja auch qualitätsjournalismus geben.

für mich ist das absolut kein blogspezifisches thema.

unabhängig und fundiert ist gerade im fashionblogbereich sowieso eine seltenheit. wenn du dir die breite masse ansiehst, herrschen vorauseilender gehorsam, kaum reflektierte affirmation und wenig fachwissen gepaart mit null schreibanspruch vor, aber - und jetzt kommt's - das ist doch völlig in ordnung!

ich bin froh über das breite spektrum. es gibt trotzdem viel, was sonst nicht publiziert würde, das finde ich esssentiell.

wenn jemand es schafft dafür auch noch ein bisschen was materielles zu bekommen bitteschön, ich hab nichts dagegen.

die perlen kann sich jedeR rauspicken, auch hier sind die geschmäcker verschieden.

hat sich denn da allen ernstes jemand die grossartige "ausserparlamentarische opposition" - und btw das waren einmal die klassischen medien - erwartet?

Fr.Jona&son hat gesagt…

oh sicher gibt es qualitätsjournalismus. ich habe mich ja nicht auf alle für print schreibenden zeitgenossinnen bezogen, das wäre ja vermessen und lächerlich von mir. :-)

das breite spektrum ist das tolle am bloggerinnenuniversum, das sehe ich auch so.

Leila+Is+Surrounded hat gesagt…

Bezahlte Blogs sind schon einmal per se nicht unabhängig. Wenn ein großes Blog, das einem Verlag angehört und einem Netzwerk, das
alleine 3,4 Frauen nur für das Marketing beschäftigt, drei Posts hintereinander einer namenhaften Marke und einer ihrer Interessen widmet sehe ich da keine Unabhängigkeit mehr.

Aber ganz davon abgesehen gibt es ohnehin kaum gute Blogs, deswegen erübrigt sich die Aufregung von alleine. Ein Blogger wie Bryanboy ist einfach zu blöd um eine Modekritik zu verfassen. Auch wenn er 2 mio. Traffic im Monat hat- es wird Marc Jakobs Nachts eher weniger aus dem Bett reißen. Wenn eine kleine elitäre Gruppe ihre eigene Unabhängigkeit diskutiert und den Spielball ein paar ausgewählten Lieblingen zuwirft kommt es auch nicht zu einem ernstzunehmenden Resultat.

Die Blogs die tatsächlich modekritisch agieren haben keine klicks und deswegen kräht auch kein Hahn danach ob sie unabhängig sind oder nicht.

Ich meine um was geht es eigentlich?

Um die Unabhängigkeit den Designern gegenüber oder der Unabhängigkeit im eigenen System?

Ich sehe keinen, aber auch wirklich keinen Unterschied zur Verlagsbranche und die Blogger werden auch genau dort stranden. Im selben System in der selben Festgefahrenheit.

Und wenn ich jetzt entlinkt werde, war ich unabhängig.

blica hat gesagt…

@lähla: und warum solltest du jetzt (von mir) entlinkt werden?

Leila+Is+Surrounded hat gesagt…

Doch nicht von dir.

Du machst das System ja auch nicht.

Mary hat gesagt…

Weil Leila meint, dass sie hier eine besonders kritische Position vertritt. Tut sie aber nicht.

Ich finde deine Position, Leila, nämlich durchaus zu wenig differenziert. Unabhängigkeit kann auch kaum als höchstes Gut zu werten sein, denn wer ist schon wirklich unabhängig? Damit fällt diese Kategorie für mich in einen Topf mit dem oft geplagten "Individualismus".

Ich denke es geht beides und man sieht es einem Blog an, wenn beides geht. Auch kritische Blogs werden gelesen, sogar sehr gern und zuweilen auch häufiger als affirmativer Schleim.

Kritik formuliert sich bei Blogs allerdings häufiger über die Auswahl, aber man erinnere sich doch mal an Tavis Posting zur Margiela Kollektion, der war durchaus kritisch. Modebeitrag lesen trotz seines Kritikpotentials durchaus einige und selbst dort bekommen wir Seeding-Anfragen.
Natürlich gehen die großen Firmen eher auf die Aufmerksamkeitsreichweite, als das sie nach Inhalten entscheiden würden, wenn sie ihre Geschenke und Einladungen verschicken. Zum Großteil.

Allein dass der Rest daneben, wie Michaela auch sagte, existieren kann, ist bereits eine große Verbesserung zum Modezeitschrifteneinheitsbrei. Ich würde durchaus gern mal eine Gala oder InStyle nach dem korruptiven Gehalt auseinandernehmen.

Style Taxi hat gesagt…

@Mary Danke für diesen Kommentar! Individualismus ist eben wirklich immer so eine Sache, die schwierig zu beantworten ist.

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