Samstag, 31. Juli 2010

nix da happy peppy!



so dürfen american apparel-mitarbeiterInnen selbstverständlich aussehen (bilder american apparel)

das unternehmen american apparel steht kurz vor der pleite - diese nachricht geistert schon seit einiger zeit durch die medien. doch nicht nur das, neben den bereits seit jahren kritisierten sexistischen werbesujets scheint die einstellung von mitarbeiterInnen im verkauf ausschliesslich von der optik abhängig zu sein. darüber hinaus gibt american apparel en detail vor, was sie sich unter attraktiven mitarbeiterInnen vorstellt. natural sollen sie sein heisst es in einem standardanschreiben an jobinteressierte/ mitarbeiterInnen: We encourage employees to feel comfortable in their natural skin and natural state. die auflistung, die dann jedoch folgt, lässt in mir alles andere als die assoziation "natürlich" aufkommen - der verkrampfte hipstercodex kennt keine gnade: gefärbte haare und gezupfte augenbrauen sind bei weiblichen mitarbeiterInnen unerwünscht, genauso wie geschmacklose gürtel und accessoires. und die jungs? die unterliegen dem gleichen programm: Garments must fit properly. Trousers cannot be too tight or too baggy- and must be clean. Shirts cannot be oversized or too tight. klingt furchtbar und ist es auch. nun rächt sich ausserdem die weltweite expansion und die heuschreckenartige verbreitung des unternehmens: schlecht verarbeitete jerseyware, deren image zunehmend angekratzt wird, wird es wohl auch in zukunft nicht leicht haben.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

wenn man ins mitarbeiterbeudetschäma passt kann es auch gut sein, dass dich ein (extra eingeflogener) scout auf der straße anspricht und dich fotografiert (portrait als auch ganzkörper) und hat der scout dann mal jemanden ausgesucht der eine durchshcnittliche figur hat wird der auch gleich aussortiert und nicht zum vorstellungsgespräch eingeladen. das vorstellungsgespräch ansich ist dafür sehr unspektakulär.

mangoblüte hat gesagt…

du schreibst mir aus der seele! schade, dass ich es nicht so schön formulieren kann...

Simone hat gesagt…

witzigerweise stellen sie auf der mariahilferstrasse gerade ein...

Vanessa hat gesagt…

Da kann der Scott-Schuhmann-Hüpfer Thea ja vom Fleck weg eingestellt werden!

Frauenzimmer hat gesagt…

mal abgesehen von der qualität, den einstellungsbedingungen und den meines erachten nach wirklich furchtbaren werbesujets ist es für mich schwer zu verstehen, wie die ganzen hipsterkids noch immer guten gewissens in die läden rennen (ist ja schliesslich sweatshop free), obwohl schon so viele fälle von sexueller diskriminierung und gar belästigung öffentlich wurden. wie kann man einen solchen menschen unterstützen? nicht cool.

eulen hat gesagt…

was kann man noch anfügen? tönt nach gleichgeschalteter american-apparel-army :-( da ist wohl der kleiderkodex in banken "menschlicher".

und ja, die fotos sind meist sowas von sexistisch. und ja zum zweiten, die qualität ist übel im vergleich mit den preisen, trotz-sweat-shop free, was dann wohl einfach eine marketingstrategie war.

off-topic: kann man überhaupt mit gutem gewissen anderswo als auf dem flohmarkt einfkaufen? lesenswerter artikel:
http://dasmagazin.ch/index.php/frauen-gegen-frauen/

kyra zoe hat gesagt…

die andere frage ist wer mutet es sich zu? wer lässt sich so behandeln? wer arbeitet bei american appare?
im grunde können wir nichts böses sagen da es ja anscheinend menschen gibt die sich dieses diktatorischen regeln unterwerfen - und aus meiner erfahrung raus auch noch stolz drauf sind bei american apparel arbeiten zu dürfen
und wenn wir schon dabei sind was mich teilweise ankotzt ist das sich mittlerweile immer mehr über american apparel aufgeregt wird,die leute aber trozdem zu h&m wandern
und so viel ich weiß werden die mitarbeiter bei h&m nicht weniger ausgebeutet
aber so ist es heut zu tage,die branche
die frage ist kann man wirklich komplett aussteigen?
nur noch auf flohmärkten kaufen selber nähen oder noch besser in den busch ziehen und blätter tragen?
american apparel und die frage der moral
alles ein grundlegendes problem unserer konsumgesellschaft und eine frage des bewusstseins, wie sehr man sich ihr entziehen kann

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