Mittwoch, 2. September 2009

kunst am kleiderhaken.






simon foxton, protest jacket, 1987, zur zeit erhältlich im showstudio-shop für £ 10,000.

tja, irgendwie ist das schon komisch: mode lebt bekanntermaßen von flüchtigkeit und vergänglichkeit, will heissen: trends kommen und trends gehen. und das immer schneller. wenn also momentan viele und immer mehr modisch versierte menschen auf niete und auf schulterpolster setzen, entsteht eben schnell ein überdruß-gefühl, denn: das individuum der westlichen hemisphäre strebt nach individualität und das, was alle machen, will ja dann doch niemand - aber so richtig draussen trotz allen distinktionsbedürfnisses auch nicht. also schnell die alte klamotte mit dem überfällig gewordenen schnitt loswerden oder ganz hinten in die allerletzte schrankecke drücken. das kleidungsstück verliert rapide an wert und glamour und das, was vor einem jahr noch 100 euro wert schien, wird möglichst schnell auf ebay oder dem blogeigenen online-flohmarkt verschachert. dann scheint es aber noch eine andere kategorie an kleidungssücken zu geben, nämlich die, die für designwürdig erklärt werden und dann sowas wie den kunststempel bekommen. heisst: dieses stück stoff ist mehr wert, trendresistent und noch besser: ein unikat! wow, denn dies ist überhaupt das beste, was einem stück stoff passieren kann. eben geschieht dies im showstudio-shop, wo das immerhin 22 jahre alte protest jacket von simon foxton zum artefakt erklärt wird und sowas wie seine museale weihe erfährt: £ 10,000, nicht schlecht. wer also ein historisch relevantes kleidungsstück, das ja immerhin 1988 teil der "8 for 88"-strecke in der i:D war, erwerben will, nur zu. aber dann bloss nicht irgendwann in die schrankecke drücken, vielleicht besser gleich an die wand nageln.

1 Kommentar:

Lost In Fashion hat gesagt…

Ich bin mittlerweile trendmüde und hab immer weniger das Bedürfnis Trends hinterher zu laufen. Bitte mehr Stil- statt Trendbewußtsein. Aber das ist eben die Herausforderung. Trends nachlaufen ist leicht. Einen eigenen Stil kreieren dagegen harte Arbeit.

Und passend dazu auch weg von Klamotten von der Stange und hin zu Unikaten. Muss ja nicht gleich teuer sein (2nd Hand, selber näher, suchen etc). Mehr Kreativität wäre schön.

Umsetzen konnte ich das eine noch das andere bisher nur ansatzweise.

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