Mittwoch, 18. Februar 2009

frankensteins schwestern.




boris karloff als frankenstein, 1931.

na, sowas lese ich ja immer wieder gerne: sobald die neuesten kollektionen über die laufstege gejagt werden, gehts wieder los mit den verlautbarungen sogenannter inspirationen. mir stellen sich bereits jetzt die nackenhaare auf, versucht die mode doch in solchen selbsterklärungsversuchen gerne, kollektionen mit bedeutung aufzublasen, eine ganz furchtbare, wenn auch unterhaltsame marotte, meine ich. nichtsdestotrotz spiele ich das spiel auch diesmal wieder munter mit und kralle mir mein aktuelles lieblingsbeispiel: natürlich rodarte, momentan in new york verständlicherweise gefeiert bis zum umfallen, war der rest der präsentationen doch bisher eher mau und unspektakulär. nun, wer oder was hat also die beiden mulleavy-schwestern diesmal...inspiriert: an image of boris karloff as frankenstein magically popped into our minds, verkündet laura mulleavy, ein motiv, das style.com natürlich auch genüsslich zitiert. doch wo bleiben die anregungen aus der kunstecke (hierbei geht es ja vor allem darum, die mode, über deren belanglosigkeit ja immer wieder geschimpft wird, aufzuwerten)? auch hier muss nicht lange rumgeforscht werden: gordon matta-clarks building cuts dürfen diesmal herhalten.
und wenn ich mir das jetzt alles so zusammen anschaue, ergeben rodartes muster und materialexperimente ja auch durchaus ein stimmiges ganzes, so neben frankensteins gesichtslandschaft und dem zerschnittenen matta-clark-gebäude. aber muss das dann immer gleich so hochtrabend mit inspiration betitelt werden?




gordon matta clark: splitting (serie building cuts), 1974.




rodarte, fw2009/10 (fotos: style.com)

1 Kommentar:

Mary hat gesagt…

also erstmal ist inspiration ja nicht unbedingt ein hochtrabendes wort, sondern wird sogar völlig überbewertet (wie bernhard w in berlin so schön sagte) und dann - ist es nicht gut und wichtig und teil des erfolges, dass rodarte sich eben nicht beim hippster vor der haustür oder kruden kindheitserinnerungen wie alex w. die vorlage holen, sondern mal ein bisschen über den tellerrand schauen. und wer sagt denn, dass ihre grundlage nicht diese zwei bilder waren?
bei c.neeon, z.b., ist eine künstlerin oder kunstrichtung ausgangspunkt der kollektion, eine basis, von der aus sie ihre drucke und schnitte entwickeln... ich glaube denen das.

Blog-Archiv

UA-36378747-1