Freitag, 15. April 2011

alles schon mal da gewesen.

isaac_mizrahi, spa 1989 und 1988 (bilder)/ fw 1988, schuhe von manolo blahnik für isaac mizrahi (bild)  

das mit den colourblocks ist selbstverständlich keine neuerfindung der letzten saisonen. ende der 1980er machte die damalige new yorker designerentdeckung isaac mizrahi mit entwürfen von sich reden, die in gewisser weise an die saisonalen farbkombinationen von raf simons für jil sander erinnern, oder?   

Kommentare:

madeleine sophie alizadeh hat gesagt…

auf den tag an dem mode-technisch was neues erfunden wird, warte ich! war doch alles schon mal da. deswegen versuchen so viele designer sich jetzt mit anderen disziplinen als der mode-geschichte zu inspirieren... den naturwissenschaften zum beispiel.

smilla hat gesagt…

Aaah, eins meiner Lieblingsthemen.
Vor allem, seitdem ich in einem Alter bin, in dem ich die Rückkehr der Achtziger mit Befremden verarbeiten musste...
Ich schreib mal ab aus einem meiner Lieblingsbücher: "Ingrid Loschek 'Mode Verführung und Notwendigkeit' ":

"Es gibt zwei Formen modischer Innovation, die radikale und die moderate. Sie bewirken beide Erneuerung, aber auf unterschiedlichen Wegen. Ist eine neue Mode zu revolutionär, das heisst in jedem Detail dem bisherigen Modebild entgegengesetzt, wird sie vielleicht zunächst abgelehnt und erst (wenn überhaupt) durch Rückschritt in einer zweiten Analufphase angenommen. Die moderate Erneuerung bringt eine Umstrukturierung nur einzelner Teile, die ein neues Ganzes ergeben. Das neue Gesamtbild ebenso wie die neuen Details werden gern übersehen zugunsten des "Deja-vu Erlebnisses", das sich oft nur auf ein bekanntes Deatil bezieht. Das bereits bekannte (deja-vu), wenn auch kleine Detail stellt der Betrachter, der Modekäufer, in den Mittelpunkt seiner Wahrnehmung. "Ach, diese Schultern, die hatten wir ja schon in den 40er Jahren."
Dem Bekannten wird ein freundliches Wiedererkennen bereitet, während das Neue nicht registriert wird.

Diese Akzeptanzvorgänge haben mit unserer Art des Sehens zu tun. Wir suchen Neues zuerst auf bereis bekanntes ab. (...)
Aber das Wiedererkennen gewohnter Details, "es kommt doch alles wieder" hilft uns indem es die Brücke zum Neuen schlägt. Der Mensch erwartet in gewisser Weise, dass das Neue eine Wiederholung von etwas Altem sei, und versteht nicht, dass eine neue Mode- wie auch eine neue Kunst- nach neuen Regeln, die sie selbst aufstellt, berurteilt werden muss.
Die ablehnende Haltung des Menschen drückt sich aus in: "Wie sieht das denn aus, das kenn ich gar nicht"
Und die affirmative Antwort lautet; "Natürlich nicht, es ist ja auch neu."
(Ingrid Loschek: Mode, Verführung und Notwendigkeit, Bruckmann 1991,S. 242ff.)

blica hat gesagt…

@smilla, oh, merci bien!
muss ich mir unbedingt auch mal wieder zu gemüte führen...

Blog-Archiv

UA-36378747-1