Mittwoch, 14. September 2011

erfolgreiches modebloggen.

während allüberall die berichterstattung des fashioncamps 2011 bereits längst abgeschlossen ist, bin ich diesmal etwas hinterher. warum? sicher auch, weil mich die (vorbildlich organisierte) veranstaltung zum nachdenken gebracht hat: wo letztes jahr noch über die verkäuflichkeit von blogs diskutiert wurde, war die ausrichtung von blogs und deren inhalt diesmal kein thema, der größte teil der diskussionsrunden drehte sich  um anwendungsbezogene fragen. ob copyright, cybermobbing, die entwicklung von blogs zu marken oder der umgang von unternehmen mit social media - alles gut und wichtig und dennoch hatte ich den eindruck, dass irgendwie was fehlt. so recht kann ich das, was fehlte, nicht benennen - oder doch? die, die sich als erfolgreiche vorzeigeformate der diskussion stellten, sind ohne zweifel umtriebig  und geschäftstüchtig, keine frage: anna frost wird als Bloggerin für diverse andere Blogs und Projekte gebucht, kathrin wittich bloggt für das ebay-blog dealhunter und jasmin arensmeier führt das modeblog tea and twigs und dreht seit ca. 1,5 jahren youtube-videos. doch wo sind die bloggerInnen, die anders erfolgreich sind? die, deren erfolge sich nicht anhand abgeschlossener deals mit haarpflegeunternehmen beziffern lassen? kommerzielle verwertbarkeit kann doch nicht das einzige erfolgskriterium eines fashionblogs sein - zumal eine entsprechende ausrichtung häufig  (und vor allem im deutschsprachigen raum) mit einer zunehmenden gleichförmigkeit einhergeht: vielleicht habe ich mir vom medium modeblog irgendwann mal mehr erwartet, aber das ist dann wohl auch ein stück eine persönliche angelegenheit - oder so.   

Kommentare:

Rene Schaller hat gesagt…

Aber sind das nicht auch die Fragen, die die meisten jungen/neuen BloggerInnen interessieren? Die wenigsten starten Blogs um sich mitzuteilen oder Gedanken/Gesehenes mit der Welt zu teilen und sich auszutauschen, eher geht es den Vorbilder schnellmöglich nachzueifern. Wenn man sich anschaut welche Fragen an Anna Frost gestellt werden, sieht man das sehr deutlich. Die meisten lauten in etwa so: "Ich habe noch kein Blog, möchte aber jetzt anfangen. Wie werden Marken auf mich aufmerksam und schicken mir Produkte zu?"
Inhalte sind eigentlich das Wichtigste an Blog scheinen keine Rolle mehr zu spielen, zumindest nicht bei Modeblogs.

Antonia hat gesagt…

Danke für diesen Beitrag. Inhalte scheinen wirklich nicht mehr wichtig zu sein. Und ich könnte jedesmal kotzen, wenn es nur noch Beiträge zu PR-Aktionen gibt. Das ist doch kein Qualitätssiegel. Blogs, die eigene Inhalte haben, aus Freude am Schreiben bloggen, das sind die für mich erfolgreichen. Produkte etc sind für mich nicht erstrebenswert, weil ich mich käuflich mache. Und das ist das letzte, was ich mit meinem Blog erreichen will. Aber das ist auch meine Sicht - als Journalistin. Schade, dass Modeblogs zu PR-Plattformen verkommen.

Monika hat gesagt…

the blog killed the blogger star..

OUTFITPOST hat gesagt…

oh, Haarpflegeprodukte sind eine herrliche Metapher für die Beschäftigung mit Oberflächlichkeit bis in die Haarspitzen Danke für den Beitrag

anouk hat gesagt…

mh, entwicklung findet statt, nur ob man diese eben positiv sieht ist eine andere sache. wenn man zurück schaut, so um zweitausendsechs, als der hype wirklich ausbrach, gab es da denn so viel besseres? nun ist das medium blog fast schon zu einem accessoire wie einer it-bag mutiert, massenkompatibel, wie auch eine teure, nicht zwangsläufig schöne, aber dennoch gehypte handtasche. die ermattende durchschnittlichkeit hält überall einzug, da sie nun mal in der überzahl ist, demnach sind, bis auf wenige ausnahmen - welche ja bekanntlich die regel bestätigen - die massentauglichen blogs vom mädchen/der frau neben an bekannt. mit der man sich identifizieren kann, die einem die neusten kosmetikartikel oder modetrends so präsentiert, dass man denkt, so kann man das auch selbst tragen. aber eigentlich muss man die ganze sache doch gar nicht so negativ sehen, sollte es einem viel mehr anstoß geben für neues, großes, unbekanntes (wie hätte sonst beispielweise die riot grrl bewegung in gange kommen sollen?)
ich bin für einen blog-riot der individualität... bzw. einfach für mehr vernetzung, ideen, projekte und neues.

traurig ist es doch eigentlich, dass die, die etwas anderes wollen sich nicht wirklich vernetzen, man tut ja, jeder so für sich, aber ein gemeinsam gibt es immer selten, da auch das ganze digitale socialzing meist nur zu sehr oberflächlochen kontakte führt.

hast du bestimmt schon gelesen:
http://faz-community.faz.net/blogs/deus/archive/2011/09/13/bloggende-maedchen-kommen-ueberall-hin.aspx

kathrynsky hat gesagt…

Ja, das stimmt alles sehr!!!

Man sieht dem Blog aber an, wenn es nur darum geht und am Ende sind es dann eben doch nicht die "Kunden", sondern die "Leser" die einen Blog für das lieben was er ist. Mit Werbung oder ohne.

Ich glaube, es gibt kein richtiges "Erfolgsrepet" für diejenigen, die es unbedingt wollen. Vielleicht ist das auch schon vorbei...

Doch der Blog an sich ist ein schönes Medium, das so genutzt werden sollte, wie es jeder möchte.
Es gibt so viele Blogs, deren Qualitätsanspruch überhaupt nicht meiner ist, doch auch da gibt es massig viele Kommentare zu Themen wie Sonnenbankbesuchen oder BrustOPs. Wer weiß was diese Mädchen damit erreichen wollen - geschenkte Produkte, Austausch, Selbstdarstellung.

Ich habe für mich eine gute Möglichkeit gefunden, weil ich eben gut zwischen den beiden Blogs trennen kann. Mal abwarten wie es sich weiter entwickelt.

blica hat gesagt…

@rené, ...umso wichtiger also, andere blog-vorbilder sichtbar zu machen, oder? ich hätte das als ergänzung zu denen, die am podium saßen, gut gefunden.

@antonia, monika, outfitpost :-)

@anouk, du hast vollkommen recht, das mit der vernetzung ist so eine sache...
ich würde nicht behaupten, dass 2006 alles besser war (ich selbst bin ja erst seit 2008 im boot), ganz im gegenteil: es gibt ja durchaus positives zu verzeichnen, ich selbst z.b. würde mich heute ohne mein blog wahrscheinlich nicht journalistisch betätigen;-)

@kathrinsky, in dem zusammenhang würde mich interessieren, wie wichtig "kathrinsky" für deinen job bei "dealhunter" ist. hast du leserInnen mitgenommen bzw. sind das mittlerweile unterschiedliche "zielgruppen"?

kathrynsky hat gesagt…

zwei y bitte ;)

Ich habe in dem einen Jahr ca fünf mal bei Kathrynsky vom Dealhunter Blog geschrieben. Als ich angefangen habe, bei der ersten großan Aktion, nach einem Jahr und von den beiden Filmen, als ich für den Dealhunter im Ausland war. Ich weiß, das meine Familie und ein paar Freunde auch beim Dealhunter mitlesen und auch, dass es so manch einer noch nicht weiß.
Doch, ich bin ja mit meinen und auch wegen der Kontakten ins Boot geholt worden. Wem was am Ende besser gefällt, sei jedem selbst überlassen. :)
Beantwortet das irgendwie deine Frage? Sonst versuch ich es noch einmal :)

Rene Schaller hat gesagt…

@blica: Nun richtet sich das Angebot nach der Nachfrage, somit sind bis auf wenige Ausnahmen immer die selben Blogger sichtbar. Es muss sich vielleicht irgendwann einmal die Fragestellung ändern, dann werden auch andere Blogger sichtbar und als 'Vorbilder' relevant.

Fr.Jona&son hat gesagt…

eine vernetzung der bloggerpersönlichkeiten abseits von pr-schreiberei fände ich gut.

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