Dienstag, 2. Juni 2009

selbstportraits im sekundenklick.


elizabeth peyton, savoy (self-portrait), 1999.


carlascloset, 04/2009.


hannah wilke, s.o.s starification object series, 1974.


zana bayne, 05/ 2009.

soviel (weibliches) selbstportrait war schon lange nicht mehr. das, was in der kunst als eigener bildtypus gehandelt wird, entsteht seit einiger zeit auf modeblogs quasi im sekundenklick. und so unterschiedlich die modebloggerInnen, so auch die meist selbst geschossenen portraits. fotografin ist also gleich model ist also gleich stylistin, das heisst, die damen haben styling, pose, bildausschnitt selbst in der hand. und das wäre somit der entscheidende unterschied zur professionellen modefotografie, wo ja das model meist wenig mitzureden hat. blöderweise kommt diese unabhängigkeit irgendwie nicht immer zum ausdruck- denn die entscheidenden kriterien dieser modischen selbstportraits sind dann halt doch schönheit bzw. hipness, was zur folge hat, dass sich viele dieser selbstportraits hinsichtlich outfit bzw. inszenierung ähneln - leider.

Kommentare:

Mary hat gesagt…

komisch, genau darüber habe ich auch grad gedacht... vor allem wenn dann die typisch kitschige tiefenunschärfe dazu kommt, die eingeknickten füßchen und die hand im haar wird's doch sehr stereotyp und bleibt hinter den möglichkeiten weit zurück!
wobei ich davon ausgehe, dass karla keine selbstporträts macht, sondern fotografiert wird, vielleicht wie rumi vom halbtalentierten boyfriend? tavi (die 12jährige, wie heißt sie nochmal?) finde ich in der hinsicht sehr erfrischend und überraschend intelligent in der inszenierung ohne schmollmund und rehblick!
zana finde ich, in der zusammenstellung, auch ein lichtblick. wobei sehr hip. ja, aber. wer denn sonst?

ps: ab donnerstag!

blica hat gesagt…

...und der kokett-blick...es könnten seiten gefüllt werden über diese posen. wahrscheinlich bin ich auf nem ganz falschen pfad - von wegen "alles selber in der hand!" - und die damen flirten wahrscheinlich nur alle mit ihren (männlichen) foto-assistenzen.

Mary hat gesagt…

hm, bei zana bin ich mir recht sicher, dass sie selbst "hand anlegt" - bei karla eben nicht, bei rumi weiß man es, susie lässt auch ihren freund ran, betty sowieso...
camille von childhood irgendwas fotografiert auch selbst. ich eh. du auch. hm, wer noch? wir sollten das wirklich mal näher auseinander klamüsern, aufstellen und dann analysieren! oder nicht.

Anonym hat gesagt…

glaubt ihr denn das alles so wie es euch präsentiert wird?!

ihr wisst doch am besten wieviel arbeit ein blog macht,wieviel können man mitbringen muss,
und das macht dann ein 12-jähriges mädel nebenbei?

(karla wird offiziell vom dad fotografiert, er bestimmt, location, combi... etc.)

Fr.Jona&son hat gesagt…

Diese Selbstporträts zeigen doch immer mehr, als die sich selbst Porträtierenden wollen- denke ich. Woher der große Drang zur Selbstinszenierung kommt, ob nun als 12jährige, 25jährige oder 50jährige ist mir schleierhaft. Und daß sich viele Mächen/Frauen ähneln obwohl sie sich für individuell halten, hm, ja, mir schleierhaft. Ein bißchen kritische Distanz sich selbst gegenüber wäre oft angebracht.Aber was erleb ich? Letzte Woche stolperte ich über solche Kleinmädchenseiten aus Amerika und...die haben eine große Anhängerinnenschar...

SpiegelEule hat gesagt…

ich glaube auch, dass karla keine selbstportraits macht.
aber das "alle-jobs-in-einer-frau"-ding ist echt etwas sehr interessantes. keiner drapiert irgendwen, sondern vor der linse muss man eine ganz klare vorstellung haben, oder erfahrunge, wie es in der linse dann aussieht, was man da macht.

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