Mittwoch, 1. Juni 2011

ich mach mir die welt, die zweite.

röcke_für mütter und töchter, dawanda (screenshot)

ich gebe zu, ich habe eine allergie entwickelt. eine allergie gegenüber modischen produkten, die aus gestandenen frauen das kleine mädchen hervorkitzeln: ob pünktchen, herzchen oder süße retrodrucke - kein kunterbuntes minimuster ist sicher vor röcken, schürzen, täschchen, vorhängen und tischtüchern. die werden dann epedemieartig als "individuell gefertigte einzelstücke" auf dawanda verkauft. und wenn das erfolgreich läuft, wird ein herzallerliebstes lädchen eröffnet. warum bitte wollen frauen um die dreißig plötzlich aussehen wie ihre eigenen töchter im kindergartenalter?  


 

schwimmeinlagen für venedig.

richard_phillips und taylor steele, lindsay lohan, 2011 (filmstill)/ ingmar bergman, persona (liv ullmann), 1966  (bild)

die diesjährige biennale di venezia wirft uns das erste fressen vor die füße. oder besser: die gagosian-gallery weiss sich deren celebrity-hungrigkeit zu nutze zu machen. parallel zur biennale-eröffnung präsentiert sie im rahmen von commercial break einen leckerbissen, bei dem sogar die gala zuschnappt: der us-amerikaner richard phillips, mittels aufgeblasener hyperrealistischer portraits diverser stars bekannt geworden, hat mit lindsay lohan, dem ausgesprochenem liebling der klatschpresse, einen kurzen kunstfilm gedreht. hinsichtlich der minimalistischen inszenierung der schauspielerin im und am wasser weiß denn auch die gala, ansonsten nicht unbedingt bekannt für ihre kunstaffinität, die schauspielerische leistung lohans zu kommentieren: (...) viel schauspielern musste die 24-Jährige beim Dreh ohnehin nicht: Mit ein paar Schwimmeinlagen im türkisfarbenen Wasser und scheuen Blicken in die Kamera war ihr Teil des Jobs bereits getan. das muss jetzt nicht weiter kommentiert werden, doch eines ist wohl klar: die celebrity-masche, die funktioniert auch im kunstkontext ganz verlässlich.

* für alle, die in venedig nicht vor ort sind, ist lindsay lohan von richard phillips hier anzuschauen. 

   

Dienstag, 31. Mai 2011

schöne staffage.

italienische politikerinnen: nicole minetti, popolo della libertà/ mara carfagna, popolo della libertà (ministerin für gleichstellungsfragen)/ daniela santanchè, mittlerweile auch popolo della libertà/ daniela melchiorre, mittlerweile zurückgetreten, war ebenfalls übergelaufen zum popolo della libertà (staatssekretärin im industrieministerium) (bilder vogue italy)

nein, diese frauen wurden nicht von scott schuman für sein streetfashionblog fotografiert, sondern sind, man lese und staune, italienische politikerinnen, die soeben von der italienischen vogue modisch analysiert wurden. das kann doch kein zufall sein, dass politikerinnen des popolo della libertà eines silvio berlusconi allesamt konventionell attraktive erscheinungen darstellen. ist es natürlich auch nicht, haben die berlusconi-damen doch in der regel bereits andere karrieren hinter sich: nicole minetti, angeblich verstrickt in die ruby-affäre, war zahnarzthelferin, dann tänzerin im italienischen fernsehen, dem des herrn berlusconi, versteht sich. daniela satanchè hat aktuell einen guttenberg-skandal am hals und mara carfagna komplettiert als ehemaliges showgirl die damenriege um silvio berlusconi. das attraktive erscheinungsbild des weiblichen teils des popolo della libertà mag nicht verwerflich sein - wenn nicht der verdacht nahe läge, dass der italienische ministerpräsident weibliche staffagefiguren aufstellt, die politisch wenig zu melden haben und deren eintrittskarte ins politfach das äußere erscheinungsbild ist. das gab bereits anna finocchiaro von der demokratischen partei zu protokoll. und wer jetzt noch nicht genug hat von der weiblichen politriege aus italien, dem sei als weiterführende lektüre The aesthetics of Italian politics auf vogue.it empfohlen.

   

Sonntag, 29. Mai 2011

statt kaufhauskandinsky.

t-shirt_mit verfremdetem frida kahlo-portrait von zara (bild)

manchmal bin ich doch noch zu überraschen. zuletzt von einem konterfei der frida kahlo, das sich bei zara zwischen all den knallfarben versteckte. obwohl: verstecken ist eigentlich ganz falsch, es lachte mir vom kleiderbügel förmlich entgegen. und ich: ratlos. wer bitte trägt frida kahlo auf der brust vor sich her? durchgeknallte kunstlehrerinnen oder gar kunstgeschichteerstsemester? oder vermutet zara unter der weiblichen konsumentInnenschaft eine besondere vorliebe für die mexikanische künstlerin, die ihr eigenes leiden so farbenfroh inszenierte? fragen über fragen, ich bin - wie gesagt - ratlos. deshalb gebe ich die frage weiter: was vermutet ihr hinter der kahlo auf der t-shirt-brust?

immer schön locker.

peter_lindbergh, la mode au japon, comme des garçons, 1984, jaa design archive book (bild)/ martin brading, comme des garçons (naomi campbell), ca 1986/87 (bild)/ kleid comme des garçons, ca 1987 (bild)

einmal haus der kunst hin und zurück und mein wissen um japanisches modedesign aufgefrischt. future body - 30 jahre japanische mode hat mich allerdings nicht bekehrt, denn: noch immer favorisiere ich rei kawakubo mit comme des garçons - und hier insbesondere den voluminösen wie großzügigen fetzenlook der 1980er. antonia hilke attestiert der sommerkollektion 1984 von comme des garçons bezeichnenderweise ein befreiendes kleidergefühl. denn tatsächlich zieht die mode einer rei kawakubo am fitnessgeschwängerten zeitgeist der 1980er souverän vorbei. da kann jane fonda in ihren workout videos noch so knappe bodys tragen, an die sexyness schwarzer walleklamotten kommt die gute einfach nicht ran.   

* future body - 30 jahre japanische mode, haus der kunst münchen, noch bis 19. juni 2011.
* antonia hilke über comme des garçons, 1984, ab minute 6:13.

Dienstag, 24. Mai 2011

zu hilfe, antonia!



moderatorin kathi steininger für austria9 im interview mit adi weiss (screenshot) 

dank blogger.com wurde mein letzter beitrag von und mit adi weiss geschluckt. das ist natürlich jammerschade, zumal es doch um das gewichtige thema colourblocking, das der österreichische modeexperte seiner zuseherInnenschaft in einer wiener innenstadtboutique nahe brachte, ging. nun sind als alternative dazu die haare dran. oder besser: das weibliche haupthaar, das gemäß adi selbstverständlich erst in voller länge überzeugt. und so lässt der mann mit dem locker aufgeknöpften hemd in einem fernsehbeitrag für austria9 kommentare vom stapel, die ihresgleichen suchen: lange haare sind einfach sexy. na, entschuldige, schau sie (anm.: moderatorin kathi steininger) dir doch an: des hat einfach sex! ich weiß net, was es ist. vielleicht ist es die bewegung - es ist total faszinierend, wenn sich a frau bewegt und die haare- es ist einfach geil. (...) ich glaub ich spreche da 100 prozent der männer aus dem herzen. kein wunder also, dass das thema mode als oberflächlich und doof verschrien ist, wird dieses feld insbesondere im fernsehen doch den privaten überlassen. und die machen daraus in der regel ein knatschiges lifestyle-fastfood, das - versehen mit einer gehörigen portion society - nun wirklich die bezeichnung doof verdient. da fällt mir eigentlich nur noch ein, nach antonia hilke zu rufen.

* besagtes zitat von adi weiss ab minute 1:18 hier.
 

Montag, 23. Mai 2011

spaghettis am arm, die zweite.

linda_evangelista in: mario testino, style guide, vogue uk, mai 1997 (bilder)/ bild links unten: patrick demarchelier, seasonless dressing, harper`s bazaar us, mai 1997 (bild)

nun gut, an linda evangelista sieht selbstverständlich fast alles gut aus. besonders gut aber, würde ich mal meinen, stand ihr die minimalistische inszenierung der 90er zu gesicht: mario testinos 14 jahre alter styleguide für die britische vogue zeugt von lässiger gewieftheit und ist mir momentan eine wunderbare einkaufsstütze - denn im zweifelsfall ist weniger tatsächlich mehr. und so bin ich erfolgreich dabei, den vielen geblümten sommerkleidchen auf den bügeln ein schnippchen zu schlagen. das klappt interessanterweise momentan recht gut. nur das perfekte spaghettioberteil, das fehlt noch zum anziehglück. aber auch hier heißt es: lernen von den alten. denn was an der evangelista in den 90ern gut aussah, kann doch auch heute nicht ganz so verkehrt sein, oder? 

* bei der bebilderung habe ich es nicht allzu genau genommen: wir sehen natürlich nicht ausschließlich spaghettioberteile, sind aber nah dran.

Sonntag, 22. Mai 2011

das mädchen ohne kommissar.

vanessa jackman, paris fashion week aw 2011...tati (tati cotliar) (bilder)/ romy schneider in das mädchen und der kommissar, 1971 (bild) 

natürlich, eine knautschlackjacke ist irgendwie grenzwertig. romy schneider gab 1971 im schwarzen lackmantel in das mädchen und der kommissar die prostituierte lily, sah zugegebenermaßen aber auch in diesem kleidungsstück fantastisch aus. und nun also tati cotliar. die setzt auf lackjacke in kurz und knapp und ich gebe zu: auch so gefällt mir das grenzwertige material ganz gut.
    

Freitag, 20. Mai 2011

anni, königin des diy.

anni_albers Jewelry Studio Kit (bild)/ portrait anni albers (bild)/ anni albers, open letter, 1958 (bild the josef and anni albers foundation)/ anni albers kette (bild) 

anni albers, eine der wohl bekanntesten teppichknüpferinnen, respektive -designerinnen des bauhauses, hat in den 1940ern auch schmuck gemacht. doch nicht nur das. die stücke, die frau albers damals aus banalen schrauben und küchenutensilien zusammenstellte, können -wenn man es denn so will - locker als vorbild für aktuelle diy-tutorials herhalten. selbstgemachtes ist auf modeblogs bekanntermaßen überaus beliebt und so verwundert es denn nicht, dass bereits zahlreiche anni albers-schmuckinterpretationen im umlauf sind. meine liebste findet sich auf alle fälle hier.
     

Donnerstag, 19. Mai 2011

bloglaunen, die zehnte.

manchmal macht bloggen keinen spass. phasenweise macht sich dieses fiese gefühl hier breit und ab und an teile ich das auch gerne mit. ich gebe zu, ich hätte gerne den biss einer susie bubble, die täglich bunte posts ausspuckt, aber manchmal geht bei mir halt nichts. keine ideen, keine collagen, nichts. dann frage ich mich, warum ich hier zeit und energie reinbuttere. denn zugegeben: was ich schreibe, ist eigentlich vollkommen wurscht. viel wichtiger wäre es, mich mittels bildmaterials zu profilieren, denn dann gäbe es gegen gesponserte posts vielleicht auch mal ne sonnenbrille oder ähnliche schmankerln, die einem das leben als bloggerin versüßen. ach ja, vielleicht sollte ich auch auf blica weniger streng sein. denn bemerken würde das wahrscheinlich zwischen all den rabatt- und gewinnaktionen, sonnenbrillen und städtetripps im modeblogkosmos sowieso niemand.

 

Mittwoch, 18. Mai 2011

weiblein und männlein.

h&m_fashion against aids - kollektion 2011 (bilder)

schon seit ende april hängt die aktuelle fashion against aids-kollektion von h&m, die sowohl vom mann als auch der frau konsumiert werden soll, auf den stangen. die subtil weibliche wie männliche inszenierung identer produkte ist mir allerdings erst heute aufgefallen. bestes beispiel: die silbergrauen shorts.  links oben für die frau, rechts oben für den mann zurechtgezupft. erkennbar natürlich nicht nur an den erahnbaren, eigentlich aber nicht vorhandenen körperformen unter dem silbrigen stoffgefaltel, sondern wohl auch an den großzügig geschleiften bändern für die dame und der praktisch geschnürten version für den herrn. naja.

* weitere vermeintlich männliche und weibliche klamottenpaare gibt es übrigens hier zu bestaunen.

spaghettis am arm.

björk_(bild)/ björk im select magazine, 1993 (bild)/ björk in It`s Oh So Quiet,  regie spike jonze, 1995 (bild)

bloggerin tavi schwebt mit ihren zarten 15 jahren bekanntlich schon lange im 90er jahre-modehimmel, da fliege ich doch gleich mal hinterher. gestern daniel josefsohns mtv-kampagne, heute also björk. oder anders gesagt: ich bekenne mich farblich zu orange und silber und bin nach wie vor vom comeback der spaghettioberteile überzeugt. irgendwelche einwände?

Dienstag, 17. Mai 2011

jaja, die 90er.

daniel josefsohn, mtv-kampagne, 1995 (bilder daniel josefsohn)

na, erinnert sich noch wer?  

Sonntag, 15. Mai 2011

jeansmantra, die zweite.

diese_collage habe ich bryan adams zu verdanken. der fotografierte nämlich für das aktuelle h&m-magazin acht coole Londoner inklusive seiner wenigkeit. und da ich der meinung bin, dass sich quasi alles zum recyclen eignet, habe ich kurzerhand moderedakteurin julia sarr-jamois unter bloggerin bip ling geschoben und mit einer latzhose von daisy lowe versehen. passt doch eigentlich ganz gut zusammen, oder?

Samstag, 14. Mai 2011

jeansmantra, sommer 2011.

jeans_bei prada resort 2011 und celine ss 2011 (bilder style.com)

die aktuelle sommerausgabe des h&m magazins hat mich soeben dran erinnert: Im Sommer ist Denim superangesagt heißt es da. um das zu wissen, müsste ich eigentlich keinen text aus einem kundenmagazin heranziehen, ist schon klar. andererseits: fast hätte ich die lässigen modelle von prada und celine vergessen. locker auf und über der hüfte sitzend überzeugen mich die beiden modelle nämlich gleichermaßen. was allerdings die inszenierung angeht, ist mir die schnörkellose celine-variante lieber. denn dieser haarspängchen-, pelz- und armreifklimbim ist meinem geschmack nach vollkommen überflüssig. der sieht eher nach h&m-accessoireabteilung aus. und in der bekomme ich zunehmend atemnot.

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