Samstag, 13. November 2010

na also: tavi wird blattmacherin .


sassy_cover, april 1992/ mai 1990 (bilder)
  
nix da vogue, noch-immer-jungbloggerin tavi macht jetzt was viel lässigeres: wie sie gestern auf ihrem blog verkündete, haben sich ihre intensiven auseinandersetzungen mit alten ausgaben des magazins sassy auf stylerookie ausgezahlt: You also may know that I've been babbling about how I think our generation should get one, too. Jane Pratt, founding editor and then EIC of Sassy, also became aware, and emailed me, and we've met a couple times, and it looks like we're going to start a magazine for an audience of wallflowerly teenage girls. da sage ich mal: herzlichen glückwunsch und bin wahnsinnig gespannt - denn mauerblümchen galt von jeher meine sympathie.

Freitag, 12. November 2010

burn out, modisch.


jeanne_lanvin, kleid aus seidentaft, 1925-26 (bilder)

das geschäft mit der mode ist für alle beteiligten bekanntermassen nicht das gesündeste  und erst recht nicht das netteste - da wird gelästert, was das zeug hält. das weiss nicht zuletzt auch alber elbaz, der sich vor einiger zeit im stern über die französische modeszene ausliess.
 
In seinen frühen Pariser Jahren, erzählt er, sei die Pariser Couture eine reine Schlangengrube gewesen, ein Ort der Verleumdungen, Beschimpfungen. "Heute respektieren wir uns. Wir mögen uns. Wir besprechen sogar unsere Krankheiten, denn alle leiden wir an den gleichen Symptomen: Der eine hat Rückenschmerzen, dem anderen schlägt die Arbeit auf den Magen." Die glorreiche Pariser Couture - eine Notgemeinschaft Stressgeplagter? "Ja, so in etwa. Die Industrie ist von Panik ergriffen. Viele meiner Kollegen haben die kreative Regiearbeit abgeben müssen und sind zu Produzenten geworden. Alle rennen, keiner blickt auf, keiner ergibt sich in Fantasien. Dabei ist es doch unser Auftrag, Träume zu schaffen - wie sonst sollen wir ein Kleid aus zwei Meter Stoff für 2000 Dollar verkaufen?" 

das passt wunderbar zum kleid in seidentaft aus den 1920er jahren, dachte ich mir. denn da ist träumen noch erlaubt, sozusagen.

in eigener sache.

 jochen_distelmeyer, lass uns liebe sein, single, 2009 (detail bild)
im moment dreht es sich hier ja gerade viel um männer. da passt es ja nur allzu gut, dass heute im rondo, der wochenendbeilage des standard, mein interview mit jochen distelmeyer erschienen ist. worum es geht? um mode natürlich - was denn auch sonst? 

* online hier nachzulesen.

Donnerstag, 11. November 2010

marc on top!


 marc_jacobs` metamorphosen: jean paul goude, marc on top, harpers bazaar usa, september 2007 (bild)/ jürgen teller, marc jacobs bang (bild)/ der "alte" marc jacobs, ca 2006 (bild)/ patrick demarchelier, mrs jacobs, industrie magazine, november 2010 (bild)

marc jacobs` metamorphosenmarathon geht in die nächste runde. und ich ziehe gleich mal mit, wurde ich doch heute nach meinen sympathiebekundungen für alber elbaz` rundungen von meiner geschätzten bloggerkollegin michaela so charmant um ein statement gebeten. der seit circa vier jahren rundherum körpergestählte herr jacobs hat nämlich zusammen mit stylistin katie grand wieder einmal die stöckel für sich entdeckt. während er vor drei jahren für harpers bazaar im tutu posierte, geht es diesmal - wieder an katie`s  stylinghändchen - rein in die frauenklamotten. und ich muss sagen, liebe michaela, auch wenn männer in spiessig-sexy gerade allüberall auftauchen, mir gefällt jacobs so wesentlich besser als als eingeöltes muskelpaket. doch vielleicht ist es ja auch die lange matte, die mich an den alten jungen marc jacobs erinnert, als er noch brille trug und einen grossen bogen um jedes fitnessstudio machte. damals zumindest waren tutus tabu und mich beschleicht die dunkle ahnung, dass stöckel nur an schlanke männerbeine geschnallt werden. wenn das nicht auch einiges über unser frauenbild sagt? und nun, frau tschilp, was sagen sie denn dazu?     

Mittwoch, 10. November 2010

lanvingeschichtchen die dritte.



alber_elbaz_nach_den_lanvin-herbst/winterschauen 2002, 2004, 2005, 2006 (bilder style.com)

alber elbaz` formfindung von 2002 bis 2006: dunkler anzug, weißes hemd, keine strümpfe, allerdings in zunehmender perfektion aufeinander abgestimmt. selbstverständlich bin ich nicht die erste, die das mitbekommt. auch in der zeit wurde das vermeintlich defizitäre erscheinungsbild des lanvin-designers vor einigen monaten genauestens inspiziert und kommentiert: Mit seiner schwerfälligen Figur, der schwarzen Intellektuellenbrille und seinem Dackelblick verkörpert Elbaz nicht gerade das gängige Designerideal. "Pummelig" ist kein Wort, das in der Modewelt Erfolg verspricht. Deshalb hat er längst die Flucht nach vorn angetreten und sich ein Erscheinungsbild verpasst, das irgendwie an Charlie Chaplin erinnert. da muss ich doch stellung beziehen: mir ist ein runder alber elbaz allemal sympathischer als ein -entschuldige, karl- lagerfeld auf coke-zero oder marc jacobs mit sonnenbankbraunem waschbrettbauch. ein wenig unvollkommenheit hat ja schliesslich noch keinem geschadet.

Montag, 8. November 2010

lanvingeschichtchen die zweite.


paul_iribe, illustration für jeanne lanvin, 1920er (bild)/ pierre brissaud, deux modèles de jeanne lanvin, illustration aus la gazette du bon ton, 1922 (bild)

 da hätten wir es wieder, das mutter - tochter - thema bei lanvin. diesmal bestens dokumentiert von zwei illustrationen der herren iribe und brissaud aus den 1920ern. die sehen auf alle fälle deutlich besser aus als die überaus hässlichen porzellanpüppchen des hauses lanvin anlässlich des 120-jährigen jubiläums 2009

Sonntag, 7. November 2010

inez und paloma.

helmut newton, paloma picasso, st. tropez 1973 (bild)/ inez van lamsweerde für gentlewoman (detail abfotografiert, s. 93/ cover)/ helmut newton, paloma picasso (bild)

 schon wieder was dazugelernt: habe ich anlässlich des erscheinens der zweiten gentlewoman-ausgabe noch eine anlehnung inez van lamsweerde`s an eleanor antin`s bartperformances vermutet, muss ich mich jetzt korrigieren: frau van lamsweerde hatte mit den fotos eine hommage an helmut newton`s paloma picasso-portraits im sinn. und während newton frau picasso ein monokel aufsetzte, präferiert inez the "gender-eradicating" power of facial hair. ob dieses erkenntnisgewinns hat sich der kauf des heftes auf alle fälle gelohnt, aber auch das schön ausführliche portrait über inez van lamsweerde überzeugt inhaltlich wie optisch (kein wunder, von kopf bis fuss in eigens für sie angefertigten chloé-klamotten) - dringende sonntagslektüreempfehlung!

Samstag, 6. November 2010

lanvingeschichtchen.




abendkleid mit pettioat, lanvin-castillo ss 1957 (bild)/ irina lazareanu, lanvin für h&m, lookbook (bild)/ lanvin für h&m/lookbook (bild)/bluse und rock, lanvin-castillo ss 1951 (bild)/ lanvin-cocktailkleid, 1960er (bild)/ lanvin für h&m/lookbook (bild)

jeanne lanvin, ausgebildete modistin, begann - so die lanvin-firmenhistorie - für ihre tochter marie-blanche eigens entworfene kleidchen zu verkaufen. diese mutter-tochter-geschichte schlägt sich bekanntermassen auch im wunderhübschen lanvin-logo von paul iribe nieder.  und wenn man genau hinhört, wird nicht zuletzt im aktuellen behind-the-scenes-video von h&m eben auf genau diese historische anekdote angespielt. alber elbaz sagt da nämlich: das logo, das wir von lanvin haben, zeigt mutter und tochter, die zwei generationen. (...) ich finde die idee toll, wenn großmutter, mutter und tochter die gleichen sachen tragen. und ganz nebenbei erweitert diese strategie natürlich die zielgruppe enorm - auch wenn ich bezweifle, dass meine mutter für eines dieser knappen cocktailkleidchen ein h&m stürmen würde. 

Freitag, 5. November 2010

ich mach` dann mal die twiggy.

twiggy, 1966 (bild)/ barry lategan, tribute to twiggy für candy magazine #2/ charles guislain (bild)








charles guislain, dieser blasse zaundünne junge, der -bereits für seine exzentrischen fashionweek-auftritte in paris bekannt- von diane pernet unter die fittiche genommen wurde, legt für das candy magazine einen fast verbüffend echten twiggy-auftritt hin. wenn da mal das pop magazine mit seinen jungs in prada und co den richtigen riecher hatte: liegt scheinbar mal wieder ein thema in der luft.

für die kalte jahreszeit - hätte die oma gesagt.

wäsche von asos (bild)/ und von american apparel (bild)

ich weiss schon: high waist ist bereits ein alter hut. dass es der hochgerutschten taille jetzt quasi auch noch an die wäsche geht, ist bei mir zugegebenermassen noch nicht angekommen - dabei wäre es ja vollkommen logisch, unter entsprechend geschnittenen röcken und hosen sich untendrunter ebenfalls trendbewusst zu zeigen. wie siehts bei euch aus? schon dran gewagt an die neue alte länge? 

Mittwoch, 3. November 2010

mein liebstes hobby modeblog.

Wenn ich abends nach Hause komme, beginnt am Schreibtisch oder Sofa das Tagesgeschäft: Rechner hochfahren und los geht die Themensuche für mein Blog. ich habe heute gastgebloggt bei lesmads - in gänze nachzulesen hier.

die fotografin.

in meinem notizbuch steht irgendwann im mai diesen jahres noch: halb elf, sibylle bergemann anrufen. da wusste ich noch nicht, dass es ihr nicht gut ging. erfahren habe ich das dann von ihrem mann, dem fotografen arno fischer, der den interviewtermin erst einmal verschob. ein paar tage später habe ich dann doch mit ihr gesprochen - über ihre fotos für die ostdeutsche modezeitschrift sibylle, aber auch über die ohne models-aktion der brigitte, schliesslich ging es um einen vergleich der beiden magazine für das bookazine circus. sie hatte da eine sehr eindeutige position: sie schaue die brigitte seit dieser geschichte gar nicht mehr an, meinte sie damals und wischte damit die von mir angedachten gemeinsamkeiten zwischen den beiden zeitschriften hinsichtlich ihrer zusammenarbeit mit amateurmodels mit einem satz weg. gestern ist die fotografin sibylle bergemann gestorben.  

Dienstag, 2. November 2010

das muss liebe sein.


so, jetzt aber: david lynch für calvin klein, obsession/ teil 1, 1988 (videostill)

das muss liebe sein: das neueste video der h&m-zusammenarbeit mit lanvin ist draussen und die vergleichsweise lang hinausgezögerte geheimniskrämerei um die identität des designenden kooperationspartners und nicht zuletzt um die cocktailkleidchenkollektion hat so langsam ein ende. das videoformat wurde für die h&m-kampagne sensationell clever eingesetzt, zuletzt mit besagtem vier minuten-filmchen des regisseurs mike figgis.
doch der ist selbstverständlich nicht der erste, der den lukrativen filmkooperationen mit der modeindustrie verfallen ist. prominentes beispiel wäre david lynch, der seit über 20 jahren bereits derart kleine appetizer produziert . zuletzt übrigens auch für dior im hotelambiente, das scheint wohl ein ganz besonders inspirierender ort zu sein.       

Montag, 1. November 2010

mein erster banner.


die schwedin emma elwin bloggt auf emsedge/ freshnet (sreenshot)

schweden ist das land der fashionblogs: unzählige gut aussehende bloggerinnen zeigen seit jahren dem rest der welt, wo es modisch lang geht: ob zu hause, auf parties oder auf einer pr-veranstaltung eines schwedischen kleinstlabels, die damen wissen sich allerbestens in szene zu setzen. und darüber hinaus färbt diese sexy und geschmackvolle und avantgardistische selbstinszenierung natürlich auch auf die klamotten ab. die sehen nämlich an den damen plötzlich alle so toll und begehrenswert aus, dass es eine freude ist. die modeindustrie hat natürlich schon längst lunte gerochen und verteilt an die damen dafür, dass das alles so toll aussieht, lukrative werbebanner. die funkeln jetzt tapfer und oft gar nicht geschmackvoll über all den puristischen blogdesigns der vielen populären modenetzwerke und müssten den damen eigentlich in ästhetischer hinsicht ein dorn im auge sein. doch wie das halt so ist: wer geld verdienen will, muss sowas aushalten können. einen empfehlenswerten kleinen artikel über die fehlende kritik in der schwedischen modeblog- und magazinlandschaft gibt es hier zu lesen. und da muss ich schon sagen: die deutschsprachige modeblogssphäre hat vielleicht bisher noch keine armaden an aufregenden stylingvorbildern hervorgebracht - aber diskutiert wird hier allemal. vielleicht ein grund für die bisher insgesamt überschaubare bebannerung der modeblogs - oder sind wir letztlich einfach zu unglamourös?

alles so schön gleich hier.


emma summerton, primitive echoes, januar 2010 (details bilder)

dieses willkürlich herausgepickte editorial der japanischen vogue dokumentiert mal wieder wunderbar, wer im modebusiness die zepter in der hand hat und wie wenig sich die vogues dieser welt doch unterscheiden: ein grossteil der kleidungsstücke stammt von prada und co und die crew, die das editorial realisiert hat, gleicht einem tross, der höchstwahrscheinlich ein ausschliesslich professionelles verhältnis zu japan hat. so viel zur vielfalt unserer schönen magazin- und editorialwelt.
UA-36378747-1