Dienstag, 30. Oktober 2012

alle sehen aus wie mango und h&m.

Leyla Piedayesch: Ach, Paris ist natürlich immer wieder schön. Aber mir ist da wieder aufgefallen, in was für einer uniformierten Zeit wir eigentlich leben. Du läufst durch die Straßen und alle sehen gleich aus. Es gibt ungefähr sieben Modeketten, bei denen alle kaufen, also sehen alle Leute gleich aus. Das ist ein bisschen traurig.

Heike Makatsch: Aber bei uns sehen doch auch alle gleich aus. Vielleicht liegt es nur an der Blase, in der ich im Berliner Osten lebe, aber ich finde, dass die Mädchen hier schon alle aussehen wie kleine Ladys. Es gibt auch kaum noch subkulturelle Strömungen. Es gibt keine Ökos, keine Mods, keine Punks, keine Gruftis, ich meine, die gibt es vielleicht noch, aber die habe keine Bedeutung mehr. Alle sehen aus wie Mango und H&M.
leyla piedayesch (jahrgang 1970) von lala berlin interviewt heike makatsch (jahrgang 1971), in: interview magazin, november 2012, s. 131. 

... das "früher war alles besser"-geplänkel zweier anfang-vierzigerinnen oder doch mehr als nur das?

 

Kommentare:

jen hat gesagt…

na ja, natürlich stimmt das. aber das ist nicht nur eine bequemlichkeits-, sondern auch eine kostenfrage. hat halt nicht jeder die mittel oder kontakte, um lala zu tragen...

Svenja hat gesagt…

Es gibt noch ein paar Subkultulturen, aber in Heikes Blase sehen wirklich alle gleich aus. Das finde ich aber nicht so schlimm, denn sie sehen alle sehr gut aus. Schade ist nur, dass genau die alle denken, sie wären individuell. :)

Fr.Jona&son hat gesagt…

es stimmt, leider, viele sehen gleich aus. ich möchte nicht wissen, wie klein der prozentsatz an menschen ist, der sich solchen firmen aus prinzip verweigert.
wegen ihrer unethischen unfairen produktion, wegen ihrem bloßen kopieren von trends, wegen ihrem verführen mit niedrigen preisen, die den arbeiterinnen in asien auch manchmal das leben kostet.

kleidung ist nur mit hohem energieaufwand produzierbar und sollte dementsprechend gewürdigt werden. es taugt global betrachtet nicht als ventil für freitzeitgestaltung, als frust- oder "lust und laune"-kauf. der oft im altkleidersack wenn nicht im müll landet- was auf die strategie der oben genannten firmen zurückzuführen ist.

Blog-Archiv

UA-36378747-1