Donnerstag, 15. September 2011

sohlenolymp.

buffalo/_moonspoon saloon (bild via ra online shop)

susie bubble, na klar, die traute sich schon und bestieg vor einigen tagen den zehn cm dicken buffalo-sohlenolymp. dabei handelte es sich natürlich nicht um die geschmähten treter aus den 90ern, sondern avantgardistisch veredelte exemplare von moonspoon saloon. der nicht enden wollende höhenflug des durchgehenden plateaus war ja irgendwie vorhersehbar und nun also das. die damen von jane wayne haben bereits mittels schnellumfrage ermittelt, dass die schuhtürme noch gewöhnungsbedürftig erscheinen,  ich finde die dinger (wenn auch nicht an meinem fuss) super - das plateau dürfte damit dann wohl seinen zenit erreicht haben, höher hinaus liefe wohl auf einen knöchelbruch hinaus.

Mittwoch, 14. September 2011

erfolgreiches modebloggen.

während allüberall die berichterstattung des fashioncamps 2011 bereits längst abgeschlossen ist, bin ich diesmal etwas hinterher. warum? sicher auch, weil mich die (vorbildlich organisierte) veranstaltung zum nachdenken gebracht hat: wo letztes jahr noch über die verkäuflichkeit von blogs diskutiert wurde, war die ausrichtung von blogs und deren inhalt diesmal kein thema, der größte teil der diskussionsrunden drehte sich  um anwendungsbezogene fragen. ob copyright, cybermobbing, die entwicklung von blogs zu marken oder der umgang von unternehmen mit social media - alles gut und wichtig und dennoch hatte ich den eindruck, dass irgendwie was fehlt. so recht kann ich das, was fehlte, nicht benennen - oder doch? die, die sich als erfolgreiche vorzeigeformate der diskussion stellten, sind ohne zweifel umtriebig  und geschäftstüchtig, keine frage: anna frost wird als Bloggerin für diverse andere Blogs und Projekte gebucht, kathrin wittich bloggt für das ebay-blog dealhunter und jasmin arensmeier führt das modeblog tea and twigs und dreht seit ca. 1,5 jahren youtube-videos. doch wo sind die bloggerInnen, die anders erfolgreich sind? die, deren erfolge sich nicht anhand abgeschlossener deals mit haarpflegeunternehmen beziffern lassen? kommerzielle verwertbarkeit kann doch nicht das einzige erfolgskriterium eines fashionblogs sein - zumal eine entsprechende ausrichtung häufig  (und vor allem im deutschsprachigen raum) mit einer zunehmenden gleichförmigkeit einhergeht: vielleicht habe ich mir vom medium modeblog irgendwann mal mehr erwartet, aber das ist dann wohl auch ein stück eine persönliche angelegenheit - oder so.   

Freitag, 9. September 2011

es darf diskutiert werden!








manchmal habe ich das gefühl, dass es sich in der modeblogsphäre längst ausdiskutiert hat. deshalb kann man es den österreichischen kolleginnen nicht hoch genug anrechnen, ein weiteres fashioncamp auf die beine gestellt zu haben, auf dem es dann morgen hoffentlich so schön kontrovers wie im letzten jahr zugeht.
 

Donnerstag, 8. September 2011

was ist was? die fadenbrille.

el_greco,_portrait des kardinalinquisitors don fernando niño de guevara, ca. 1600, metropolitan museum of art (bilder h. o. havemeyer collection, nachlass  mrs. h. o. havemeyer, 1929)

hier sehen wir eine fadenbrille, die so heisst, weil ihre fassung, die an den seiten mit löchern versehen war, mittels fadenschlingen an beiden ohren befestigt wurde.  sie wurde höchstwahrscheinlich im 16. jahrhundert in spanien erfunden, wo das brille-tragen im gegensatz zu den anderen europäischen ländern nämlich nicht als unschick galt. ganz im gegenteil: je größer die gläser, desto wohlhabender der träger oder die trägerin - eine rechnung, die heute nurmehr bedingt aufgeht. 

Mittwoch, 7. September 2011

fräulein gazinskayas gespür für streetfashionblogs.



vanessa_jackman, paris fashionweek aw 2011...vika (vika gazinskaya) (bilder vanessa jackman)

vika gazinskayas ausgeprägtes modisches distinktionsbedürfnis war hier schon häufig thema, nun sei diese feststellung erneut mittels zweier beweisfotos von vanessa jackman unterstrichen: denn wenn alle welt sich gerade aus den skinnies schält und sich jetzt so langsam an den weiten palazzoschnitt wagt, kommt fräulein vika untenrum mit einem fast schon-bootcut um die ecke. dazu beklemmt sie sich den hinterkopf mit haarspängchen, wie das björk in ähnlicher manier mal anfang der 1990er machte, als sie ihre haare noch in kleine zöpfchen eindrehte.  stellt sich also nur noch die frage: handelt die dame in weiser voraussicht auf uns zuschwappender modewellen oder sind das mal wieder gazinskaya`sche spleens, die sie auf die streetfashionblogs katapultieren sollen?
 

Dienstag, 6. September 2011

ich werd jetzt mal zur sporty spice.

rachel_de_joode, styling und produktion: timo feldhaus und rachel de joode für de:bug  (bild rachel de joode/ bild rachel de joode)

verdammt, ein turnschuhneukauf steht ganz dringend an. irgendwas mit neon hätte ich gern. sachdienliche hinweise bitte in die kommentarspalte...
 

Montag, 5. September 2011

hello & goodbye.

launch_des webmagazins rookie (bild tavi gevinson)/ jessica weiß verlässt lesmads (bild lesmads)

über mangelnde neuigkeiten kann sich die modeblogsphäre diese tage nicht beklagen: während tavi heute rookie, ihre website für teenage girls, gelauncht hat, scheinen sich die deutschsprachigen modeblogformate in eine andere richtung zu entwickeln. gestern abend verkündete jessica weiß, der nach dem weggang julia knolles verbliebene part bei lesmads, das ende ihres daseins als mademoiselle für das burda-format. die nachricht schlug wellen und zeigt, was sich in den letzten jahren getan hat: ein internettagebuch zu führen, gehört für viele modebegeisterte mädchen zum guten ton und das erfolgmodell lesmads ist im deutschsprachigen raum sicher nicht ganz unschuldig daran. julia knolle erinnert sich im sommer 2010 anlässlich ihres abschieds an ihre anfänge: Unser ruhiges Leben in Köln tauschten Jessie und ich gegen ein Chaos ein, das wir schnell liebgewonnen haben: Modenschauen, Interviews, Reisen zu unzähligen Events und viele, viele Nachtschichten zeigten uns eine neue Welt, in der wir uns früher oder später sehr wohl fühlen sollten. bald darauf veröffentlichten die beiden das buch modestrecke. das klingt traumhaft und ansteckend und weckt hoffnungen: statt praktikas in endlosschleife zu absolvieren und in moderedaktionen klinken zu putzen, gründe ich doch gleich mein eigenes blog (und verdiene auch noch geld damit)!  viele haben das getan, wahre modebloggründerwellen fluteten das netz. allerdings machen das noch immer die wenigsten hauptberuflich und gegen bezahlung - umso schillernder das lesmads-format, das irgendwie wie der großgewordene kleinmädchentraum klang, immer wieder aber auch  für diskussionsstoff sorgte: wie weit ist es in kommerziellen blogs her mit der redaktionellen freiheit? wurde nicht selten gefragt. internationale bloggrößen wie tavi, susanna lau oder bryanboy agieren hingegen mittlerweile als selbstständige unternehmerInnen und sind quasi abhängig von unternehmenskooperationen - ein modell, das im deutschsprachigen raum nicht so ganz aufzugehen scheint. eines aber haben diese wie jene formate gemein: bloggerInnen funktionieren mittlerweile als role models und setzen als quasi-vertraute hier und da auch emotionen frei.  laura zum beispiel kommentiert den weggang von jessie auf lesmads: Dein Abschied macht mich sehr traurig. Als Leser der ersten Stunde war auch deine Person für mich immer ein Grund LesMads die Treue zu halten. auch ich habe die entwicklung der lesmademoiselles als konstanten bestandteil der modeblogsphäre über die jahre hinweg interessiert verfolgt, sicherlich auch, weil ich 2008 mein eigenes blog gegründet habe. blica ist natürlich ganz was anderes,  man könnte es auch ein nischenformat nennen, das irgendwie nicht totzukriegen ist. auch mit lesmads wird es weitergehen - mit katja von bees and balloons und ich werde weiterhin ein auge drauf haben, was da so passiert bei lesmads,  dem interview magazin und der vogue online. veränderungen können ja bekanntermaßen auch spannend sein, denn ich gebe jessie recht: stillstand ist einfach nix.    

Samstag, 3. September 2011

edited by...


bloggerin_susie lau von style bubble für das topshop-konzept edited by (screenshot)

dass die modewelt in großbritannien anders tickt als hierzulande, ist bekannt. bester beweis: die neueste topshop-kooperation, die diesmal allerdings nicht  junge nachwuchsdesignerInnen betrifft. aktuell durfte sich nämlich modebloggerin susie lau aus dem aktuellen topshop-bestand 40-60 kleidungsstücke herauspicken, die nun für zwei wochen in london und manchester vor ort und weltweit im online-shop unter dem titel edited by...susie lau vermarktet werden. das clevere verkaufskonzept machte vor einem monat mit der persönlichen auswahl der stylistin katie shillingford den anfang und soll im monatlichen turnus fortgesetzt werden. nun will ich gar nicht beginnen mit dem lamento, dass sowas im deutschsprachigen raum undenkbar wäre, sondern überlasse das schlußwort lieber susie lau, die sich sympathischerweise noch immer über ihren erfolg freuen kann und auf ihrem blog freimütig schreibt: I've had my names in a few windows this year and unfortunately it never fails to make me SQUEAL.  I will always be one of those saddacts that is eternally surprised that someone took the time to etch/print my name out for a window.
 
 

mode ist jetzt frauensache.



hanna_putz, selbstportrait für die zeit (bild hanna putz)

oha, die zeit ruft in ihrem mode-schwerpunktheft den weiblichen  blick aus: dafür hat die in wien geborene fotografin hanna putz das editorial fotografiert und elisabeth raether, 2008 mit ihrem buch neue deutsche mädchen im gespräch, schreibt nun in ihrem artikel der weibliche blick: Mode für Frauen war lange reine Männersache. Endlich ist das vorbei. das klingt ja erst einmal gut und lässt einiges erwarten. was folgt, ist aber mehr oder weniger die fortsetzung einer konventionelle zuschreibung, was das verhältnis von frauen und männern zur mode angeht: Männer halten Mode für oberflächlich; in ihren Augen ist Mode eine Verkleidung. Frauen aber haben ein intimes Verhältnis zur Mode, denn sie dürfen mit Mode etwas Inneres ausdrücken, das ein Gefühl oder eine Identität oder ein Selbstbild sein kann. Die Mode, sie gehört den Frauen. da hätten wir also mal wieder die männer, die nur in verkleidungskategorien denken, wohingegen die frau schon wieder beim gefühl ist. allzu viel scheint sich nicht verändert zu haben  - oder wie elisabeth raether in einem ihrer letzten abschnitte selbst schreibt: In der bürgerlichen Gesellschaft waren Frauen fürs Ephemere, Vergängliche, Gefühlige zuständig, Männer fürs Bleibende, für die Tatsachen, für die vernünftigen Entscheidungen, die es zu treffen gilt – und ob ein Kleid blau oder rot sein soll, gehört nicht dazu. gleichzeitig gibt es natürlich die im artikel zitierten frauen wie phoebe philo und stella mccartney, natalie massenet, barbara vinken und cathy horyn,  anna wintour und all die editorialistas und stylistinnen à la anna dello russo, die seit einigen saisonen auch sichtbar gemacht und in blogs angehimmelt werden. schön und gut, dass es diese weiblichen erfolgsgeschichten zu erzählen gibt. die behauptung,  dass mode für frauen mittlerweile frauensache sei, halte ich allerdings für übers ziel hinaus geschossen. ich hätte kein problem, einen artikel über den andauernden sexismus im modegeschäft hinzubekommen - olivier zahm oder terry richardson böten sicherlich anschauliches argumentationsmaterial. das wäre aber  blöderweise ein furchtbar alter hut und genau das ist wohl das problem. denn natürlich kann man den erfolg des labels céline auch als uniform der selbstständigen frau, die echt auch noch andere Dinge zu tun hat als sich zu kleiden, sehen. genauso gibt es da aber auch mädchen und junge frauen, die in heerscharen outfitposts für ihre blogs produzieren, in denen sie nicht selten all` die überkommenen posen der modemagazine nachahmen. und auch wenn sie den auslöser selbst betätigen - ich empfinde sowas noch immer nicht als besonders fortschrittlich.
   

Freitag, 2. September 2011

hosensaum, wo geht es hin?

acne_fw2011,_hosenmodell lee (screenshot)

die bundfaltenhose inklusive einer gemäßigten karottenoptik hat sich mittlerweile breitenwirksam durchgesetzt, nun kommt also acne in diesem herbst mit einer 7/8 hose um die ecke, die noch dazu über den knöcheln ganz leicht ausgestellt ist. das passt natürlich allerbestens zur zuletzt diagnostizierten anlehnung an 90er jahre-silhouetten, doch mit meinen vorauseilenden trendprognosen halte ich mich diesmal zurück. vor ziemlich genau einem jahr war ich schließlich der meinung, dass der hosenbund 2011 wieder nach unten rutschen wird. und was war? die modeindustrie ließ mich im stich - wobei céline mit der sommerkollektion 2011 ja durchaus anlass bot, über lockere und tiefsitzendere hosenmodelle nachzudenken.
   

Donnerstag, 1. September 2011

noch vier tage!

rookiemag (screenshot) 
 
tavi_legt_kommenden montag los mit ihrer neuen website rookie und ich bin furchtbar gespannt. hier erklärt uns die gute schon einmal, was uns erwartet.

das waren noch zeiten.


mariah_carey posiert für ihre single heartbreaker, 1999 (detail bild)

mariah carey ist bekannt dafür, dass sie am textil spart und das dann auch noch sexy findet. doch wer hätte  gedacht, dass es die dame mit einer jeans tatsächlich in die modeliteratur schafft? ingrid loschek schreibt in wann ist mode?: Aus einer Zufallsidee (oder einer praktischen Überlegung) war die Hipster zu einer durchgreifenden modischen Re-Innovation geworden, als Popstar Mariah Carey den Bund ihrer Jeans abgeschnitten hatte und damit McQueens Idee der Bumster erst populär machte. das war 1999 und wahrscheinlich die einzige modische idee der carey, die tatsächlich erwähnenswert wäre. mittlerweile verkauft die sängerin auf dem amerikanischen shoppingkanal hsn nämlich eine minikollektion, über die wir lieber den mantel des schweigens legen. 
 

Dienstag, 30. August 2011

sportlich, sportlich.

sporty_spice melanie c (bild)/ jürgen teller, kampagnenmotiv céline, ss2011 (bild)

erinnert sich noch jemand an den trainingshosen-bauchfrei-look von sporty spice melanie c? der ist, wie die teller`sche inszenierung der céline sommerkollektion 2011 gezeigt hat, doch eigentlich wieder furchtbar angesagt. ich finde das super, was meint ihr?
 

Sonntag, 28. August 2011

marina, marina, marina.

coverserie_des the pop magazine, marina abramovic aw 2011, nr. 25 (bilder)

wenn das mal kein zufall ist! während cindy sherman soeben die beauty-ecke für sich entdeckt hat, erweitert marina abramovic, die grande dame der performancekunst, ihren aktionsradius auf das cover eines modemagazins. und wenn man es genau nimmt, macht sie das ja auch nicht zum ersten mal, denn die warmlaufphase in sachen covershooting  hat abramovic ja eigentlich schon hinter sich: auf dem titel des v magazine gab sie im september letzten jahres für mario sorrenti mit männermodel im arm recht überzeugend die pietá, einige monate später lachte sie vom cover der serbischen elle. schon damals vermutete ich: abramovic probiert sich gerade im durchdeklinieren diverser modelstereotypien auf den titeln internationaler modemagazine aus. scheinbar liege ich damit gar nicht so falsch, denn nun durfte sie auf dem eher experimentell angelegten cover des pop magazine eine serie mit drei schwarz-weiss-motiven realisieren, die dann so aussieht: marina abramovic mit einem püppchen-alter ego auf der schulter, ein weiteres, auf dem freja beha erichsen die mini-marina ebenfalls über der schulter hängt und eine limitierte hard-coverversion einer zur maske erstarrten portraitaufnahme. wohin das nur führen wird? ich vermute mal, dass frau abramovic nicht weniger als das cover der vogue im visier hat - fragt sich nur, ob die den mumm hätte, eine performancekünstlerin mit mitte 60 auf den titel zu heben. denn das käme wohl wahrlich einer kleinen revolution gleich.

Samstag, 27. August 2011

von apfelbäckchen und männershorts.

irina_shayk für den unterwäschehersteller intimissimi (bild)/ cindy sherman für mac (bild)

die künstlerin cindy sherman und das unterwäschemodel irina shayk haben wahrscheinlich mehr gemein als allgemein vermutet - kennen sich doch beide, was das posing  vor der kamera angeht, allerbestens aus. die eine spielt bereits seit einigen jahrzehnten in ihren fotoserien quasi routiniert rollenbilder durch, die andere, irina shayk,  kann man  in dieser hinsicht nach vier jahren konventioneller lingerieräkeleien wahrscheinlich auch nichts mehr vormachen. nun könnte man einwenden, dass das ein ganz großer quatsch sei: wo frau sherman die inszenierung ihrer fotografien bis ins letzte detail selbst in der hand hat, übernimmt irina shayk eben nur den visuell sichtbaren part der intimissimi-unterwäscheshootings. wo wann und wie die lippen geschürzt werden, haben hingegen vermutlich andere zu sagen. allerdings sollten wir frau shayk nicht unterschätzen, denn: nach vier jahren professioneller unterwäscheposen könnte uns das russische model, das 2007 für intimissimi "entdeckt" wurde, wahrscheinlich einiges erzählen. aktuell ist für sie übrigens der sexy blick aus der männershort angesagt - wahrscheinlich dürfen wir das als ein pendant zu den omnipräsenten männlichen models auf high-heels lesen. und cindy sherman? die greift wieder einmal tief in den farbtopf und schminkt sich für mac cosmetics rosarote apfelbäckchen. na, wenn sich die kosmetiklinie da mal keine überzeugende werbebotschafterin an land gezogen hat!

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