Donnerstag, 30. September 2010
das pariser fashionweekdilemma.
ach ja, das thema der pariser fashionweek: wie gehts modisch weiter, fragt sich jess cartner-morley im guardian: Paris fashion week which began on Tuesday, faces a dilemma: stick with the minimalist aesthetic championed last season, and risk looking outdated. Or embrace the exuberant 1970s trend that has swept New York, London and Milan fashion weeks, and look derivative.
ellenbogentaktik.
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zara, ellenbogenaufsätze (bilder) |
goldig!
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greg kadel, constance jablonski, numéro #117, oktober 2010 (bild) |
constance jablonski ist normalerweise ein 20jähriges französisches model mit mittelbraunem langem glatten haar. für ein editorial des magazins numéro wurde ihr nun eine perücke verpasst und die haut in einem vermeintlich adäquaten goldigen bronzeton angepinselt. ich muss zugeben: im ersten augenblick dachte ich, steven klein habe mal wieder sein unwesen getrieben. in diesem fall ist er zwar unschuldig, das macht die stereotype bilderstrecke aber um keinen deut besser. und ganz zu recht hat das magazin einen blackface-skandal an der backe. wenn man sich jedoch anschaut, welche wellen das oktober-editorial allein im internet schlägt, könnte man die vermutung in den raum stellen, dass genau diese empörung einkalkuliert wurde. ich muss zugeben, dass ich die mode für solche dinge hasse. und das heft werde ich sicher nicht kaufen.
Mittwoch, 29. September 2010
is a fashion show really necessary?
ruth hogben, gareth pugh, ss 2011 (performance: kristen mcmenamy, jonathan baker) (filmstill)
gareth pugh zeigte in paris statt einer fashionshow mal wieder einen film. die produktion eines modefilmchens ist bezogen auf pugh sicherlich nichts neues, darf aber nach wie vor als einigermassen radikal bezeichnet werden - bedenkt man, dass andere designer maximal zweigleisig fahren und wie vor wenigen tagen burberry sowohl auf laufsteg als auch livestream setzen, zumal das video in diesen fällen kein eigens geschaffenes kunstprodukt ist. die radikalität des sich künstlerisch gerierenden videos relativiert sich allerdings insofern, als dass die präsentation des films im sportstadion von paris/ bercy ähnlich wie die schauen als erst- und einmalige aufführung gehandhabt wird. zwar wird auf models und das allgemeine laufstegschischi verzichtet, das video jedoch ebenfalls zu einem glamourbehafteten auftritt stilisiert. wesentlich radikaler wäre sicherlich, ausschliesslich auf eine für alle interessierten zugängliche videopräsentation im internet zu setzen - eine vorstellung, die angesichts parallel stattfindender gegenläufiger bestrebungen wie der exklusiven abschottung tom fords noch schwer fällt. nichtsdestotrotz fragt suzy menkes heute anlässlich des pugh-filmchens: is a fashion show really necessary? wie würdet ihr der modekritikerin antworten?
* das video ist hier nach wie vor zu sehen, zudem wird im showstudio shop ein seidenschal aus besagter sommerkollektion 2011 verkauft, auflage: 100 stück.
* das video ist hier nach wie vor zu sehen, zudem wird im showstudio shop ein seidenschal aus besagter sommerkollektion 2011 verkauft, auflage: 100 stück.
Montag, 27. September 2010
die sauberfrauen.
garance doré, giorgia, milan, september 2010 (bild)/ hanneli mustaparta, september 2010 (bild)/ corinne day, kate moss (bild)
in den 1990ern stand die ästhetik des schnappschusses hoch im kurs, modefotos und portraits konnten nicht schmutzig genug ausschauen. mittlerweile hat sich der wind gedreht und die bilder der aktuellen streetfashionheroen und -heroinen wirken auch dank des großzügigen einsatzes von fotoshop sauber, clean und geradezu entrückt. zwischen den dreckigen fusssohlen einer kate moss und dem perfektionierten portrait giorgias in mailand liegen welten - und ich bin mir gerade nicht sicher, in welche richtung es weitergehen wird.
Sonntag, 26. September 2010
schluss mit kuscheln.
gestern habe ich erstmals an einem barcamp teilgenommen - einem barcamp mit modeschwerpunkt, versteht sich. dort stand tatsächlich der austausch, wie es das ziel eines solchen formats ist, im vordergrund - wenn auch fürs erste einmal mit vorwiegend österreichischer beteiligung. und: ein durchaus sympathischer gemischtwarenladen an themen durfte beackert werden. für eine portion lokalkolorit sorgte das wiener urgestein mario soldo, österreichische designerInnen berichteten von ihren marketingbemühungen im internet, fashionbloggerInnen durften ihre blogs vorstellen, aber auch experimentelle textilien hatten ihren platz im programm. der allgemeinen kuschelathmosphäre trat dann mary scherpe von stil in berlin mit einem beitrag über ungeliebtes thema der modeblogsphäre auf die zehen: die milchmädchenblogger (ich ergänze politisch korrekt um ein -Innen) standen am programm. und da schrien dann einige auch schnell mal: autsch. worum es ging? um die billige verkäuflichkeit von bloggerInnen, die für eine flasche champagner oder ein kleidchen schnell mal ein post verfassen, sich von pr-agenturen vor den karren spannen lassen ohne -ganz wichtig- den jeweiligen anfragen auch forderungen entgegenzustellen. solchen anfragen solle man mit einem wissen um die wertigkeit des eigenen blogproduktes begegnen, so scherpe. gegen geldverdienen hat sie nämlich nichts und mit stil in berlin zumindest funktioniert das auch ganz gut. jetzt jedoch versucht zu sein, das als eine luxuriöse perspektive zu bezeichnen, lehne ich als betreiberin eines vergleichsweise kleinen, völlig anders ausgerichteten blogs strikt ab: haltung oder selbst auferlegte regeln sind kein luxusgut. sich hingegen über die teilnahme an pr-aktionen einen bedeutungszuwachs fürs eigene blog zu erhoffen oder einfach nur produkte abgreifen zu wollen und sich so zum gratishandlanger zu machen, gönne ich den meist dahinter stehenden grossunternehmen einfach nicht. die könnten sich nämlich durchaus leisten, für sowas zu bezahlen.
bei mir ist bisher zum glück alles ganz einfach: ich habe bisher mit meinem blog keinen pfennig geld verdient, kein kleidchen eingesackelt und keinen champagner geschlürft. und dennoch werde ich gelesen - und das ist mir, ehrlich gesagt, am wichtigsten. denn meine persönliche horrorvision bezüglich der fashionblogszenerie: die schleichende tendenz zum lückenfüllenden pseudocontent statt frei gewählter, unabhängiger inhalte. und deshalb plädiere übrigens auch dafür, weiterzudiskutieren - hier oder woanders.
bei mir ist bisher zum glück alles ganz einfach: ich habe bisher mit meinem blog keinen pfennig geld verdient, kein kleidchen eingesackelt und keinen champagner geschlürft. und dennoch werde ich gelesen - und das ist mir, ehrlich gesagt, am wichtigsten. denn meine persönliche horrorvision bezüglich der fashionblogszenerie: die schleichende tendenz zum lückenfüllenden pseudocontent statt frei gewählter, unabhängiger inhalte. und deshalb plädiere übrigens auch dafür, weiterzudiskutieren - hier oder woanders.
* in diesem sinne, einen herzlichen dank an die organisatorInnen des ersten wiener fashioncamps: stylekingdom.com, h.anna, cooloutfit.at, colazione a roma, tschilp.com, eloquent.at, missviki.at und garmz.com
seitenblicke.
fendi, ss 2011 (bilder style.com)
na schau an: frau strubegger, zur zeit österreichs erfolgreichstes exportmodell, ist bei der nächsten frisur angekommen. statt richtig kurz jetzt kinnlang. und ich als anhängerin der kürzerhaarvariante fürchte ja, dass es insgesamt noch länger wird.
na schau an: frau strubegger, zur zeit österreichs erfolgreichstes exportmodell, ist bei der nächsten frisur angekommen. statt richtig kurz jetzt kinnlang. und ich als anhängerin der kürzerhaarvariante fürchte ja, dass es insgesamt noch länger wird.
Samstag, 25. September 2010
wieder mal die silhouette.
j. w. anderson, ss 2011 (bild)/ matthew ames, ss 2011 (bild)
neben der tendenz, alles am oberkörper zu tragende gnadenlos in hosen, röcke und shorts reinzustopfen, beobachte zumindest ich in letzter zeit immer wieder die variante des schmal geschnittenen überhüftlangen oberteils (pullover, bluse, shirt), allerdings im gegensatz zum zuletzt thematisierten acne-modell mittels schmalem gürtel in form gebracht. besonders überzeugend haben das meiner ansicht nach der momentan auch im frauensegment recht erfolgreiche irische designer j.w. anderson und natürlich mein besonderer favorit matthew ames vorgemacht. überzeugt?
Freitag, 24. September 2010
da kann herr schuman aber einpacken!

jason evans, strictly (styling simon foxton), i-d 1991 (bild jason evans)
wenn jason evans mit seiner portraitserie strictly nicht bereits 1991 eine art vorläufer der streetfashion fotografie der letzten jahre produzierte, zumindest befolgte auch er gestaltungskriterien, die die herren schuman oder rodic mittlerweile ebenfalls versuchen, in den griff zu bekommen: gut gekleideter mensch auf der strasse, wahlweise platziert vor hauswand oder sonstigen attraktiven unorten. weitere bilder der serie gibt es hier zu bewundern.
Mittwoch, 22. September 2010
lokalkolorit.
heute abend beginnt die mq vienna fashion week, die ich mir zumindest stückweise zu gemüte führen werde. und aus alter verbundenheit noch eben der verweis auf die erste morgige aftershow party in der fluc wanne (wup wup label präsentation).
Dienstag, 21. September 2010
keramik am hals.


marion vidal, keramikschmuck (bilder maryam nassir zadeh)
für keramik habe ich eine besondere schwäche. deshalb hat es mir der halsschmuck von marion vidal auch so besonders angetan: wunderbar, nur leider nichts für meinen geldbeutel, eher was zum selber nachmachen.
mal wieder ein kate moss-design.


david sims, kate moss für longchamp, fw 2010 (bild)/ kate moss für longchamp im another magazine (abfotografiert)
kate moss` kollektionen für topshop, die ja bekannterweise demnächst auslaufen werden, habe ich mir schon lang nicht mehr zugemutet- ihre taschen für longchamp dann aber doch. die sind nämlich gar nicht so übel und die vom another magazine zum lieblingsstück erklärte miniversion würde mir auch gefallen. der designprozess von frau moss beläuft sich allerdings ähnlich wie bei topshop auf inspirationen aus dem eigenen kleiderschrank: I had a couple of vintage bags from the ’70s that I picked up in second-hand shops in Florence and Marrakech gibt sie zu protokoll. eines dieser taschenfundstücke im patchworkdesign diente dann als vorlage für das longchamp-modell. ach ja, so macht designen spass!
sie sehen aber gut aus, frau huppert.

isabelle huppert in die spitzenklöpplerin, 1978 (bild)
da bedarf es keiner allzu vielen worte. frau huppert -oder vielmehr die filmausstatterin- hat hier vor 22 jahren modisch einfach alles richtig gemacht: schlicht und schön und lässig und ohne viele gerüsche. und wer jetzt behauptet, bei weissen blusen könne frau nichts falsch machen, dem sei erwidert: da kann viel mehr in die hose gehen, als einem lieb ist.
Montag, 20. September 2010
auf zu neuen silhouetten!


h&m fw 2010 (screenshot)/ acne ss 2011 (bild style.com)
dieser bildvergleich tut in den augen weh, soll er aber auch. wir sehen links die aktuelle h&m-silhouette, die sich unabhängig vom schwedischen moderiesen bereits als gängiger weiblicher fußgängerzonenlook flächendeckend durchgesetzt hat: flatterkleidchen oder offener cardigan werden über leggings oder röhrenhosen plus eben jetzt so langsam wieder auftauchende stiefel getragen. darüber ein legerer parka- fertig ist das weibliche unter-35-durchschnittsoutfit im herbstwinter 2010. dem gegenübergestellt meine momentane lieblingsvision des ebenfalls schwedischen labels acne für das kommende frühjahr: schmaler knöchellanger rock, darüber ein überlanger pullover - ob sich das wohl durchsetzen wird?
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