Montag, 6. Dezember 2010

nachgereicht.

das_einigermaßen neue magazin fräulein

endlich ist das fräulein bei mir in wien angekommen - mein erster eindruck nach einstündiger begutachtung: mundgerecht aufbereitete häppchenkost, die das zeitgeistige style-abc aus dem effeff beherrscht. von der céline saddle bag über schmuck und lederhandschuhe von lanvin bis zum Quadrat der Träume, einem opulent bebilderten artikel über das bedruckte seidentuch von hermès. allüberall verspielte grafik, hübsche illustrationen, produktempfehlungen zuhauf, aber irgendwie vermag das klein-klein nicht wirklich zu überzeugen. dazwischen leider viel zu kurze texte - covermodel ambra medda redet über italienische machos, janelle monae wird vom fräulein mit einiger verspätung zur superheldin gekürt und herausgeber götz offergeld schafft es tatsächlich, vier von fünf modestrecken selbst zu stylen. angekommen auf seite 143, dem von anje jager nett illustrierten apfelkuchenrezept, wird die ahnung schlussendlich zur gewissheit: um einen klassischen apfelkuchen zu backen, schaue ich ins kochbuch, kaufe aber sicherlich kein fräulein, kunstvoll zusammenpflückte produktschnipsel schaue ich mir mittlerweile lieber im internet an. anders formuliert: wo form vor inhalt geht, packt mich schnell die langeweile. kurzum: etwas mehr mut täte dem fräulein in zukunft gut.           

6 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

das magazin hatte ich bisher garnicht gesehen (auch in deutschland?)
anscheinend allerdings liebevoll aufgemacht..
lieber BLONDE lesen.

michaela hat gesagt…

danke für die rezension! hab mir jetzt kurz die FB seite angesehen, und wenn ich da so lese "Fräulein ... möchte in unserem immer schneller werdenden Leben wie ein Anker sein." ergibt das zusammen mit deiner Kritik doch wunderbar Sinn.
blahblahblah... ;-)

ndrsfg hat gesagt…

Ich würde sogar fazitieren: gähnend langweilig! Modische Zeitgeistpostille die den Stil der Livestyleblogs kopiert. Aufgemotzt mit reichlich blankem Busen. Leider unnötig.

Ninia LaGrande hat gesagt…

Genauso hätte ich das Fräulein wohl auch beschrieben. Und immer noch finde ich diesen Titel einfach irgendwie blöd. Vor allem nach dem Lesen bin ich der Meinung, dass er nicht passt. Und bei durchweg allen Interviews hatte ich am Ende das Gefühl, dass noch etwas fehlt. Das waren nur so Blablub-Fragen und ruckzuck war alles wieder vorbei. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auch. Trage ich mein Geld doch immer noch so gerne zum Kiosk!

ANNA hat gesagt…

klingt traurig....

Susan hat gesagt…

da möchte ich doch mal meinen senf zum interview mit ambra medda dazugeben, das fand ich nämlich wirklich schrecklich. diese frau scheint sch selbst unendlich ernst zu nehmen und zelebriert da eine einzige lobhudelei auf sich selbst. unsymphatisch! liegt teils sicher auch an den fragen, aber sich selbst für so eine coole sau zu halten ist dann irgendwie doch nicht mehr cool.

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