Montag, 31. Januar 2011

modisches portrait, die zweite.

austrias next topmodel, 3. staffel, teilnehmerinnen romana, 23/  katharina, 16/ darija, 23/ vanessa, 24 (bilder)

ach ja, immer wieder faszinierend, wie wenig mühe sich die topmodelformate geben, ihre kandidatinnen individuell zu inszenieren: modelshirt übergestreift, strahlelächeln angeknippst. körperhaltung durchgehend variiertes kontrapost, in ausgewaschen-knackig enge jeans gequetscht. kein wunder, dass man so alle mühe hat, vier der österreichischen kandidatinnen - romana, katharina, darija und vanessa - trotz bereits überstandenen umstylings auseinanderzuhalten. langeweile pur, aber damit erzähle ich wohl nichts neues.      

Sonntag, 30. Januar 2011

modisches portrait, die erste.

malick_sidibé, prints and the revolution, the new york times magazine, 3. april 2009 (bilder)/ malick sidibé, my new dress, 1975/ cousins, 1975 (bilder malick sidibé, andre magnin und tristan hoare)

auf den ersten blick sehen die vier bilder von malick sidibé aus, als seien sie einem einzigen fotoshooting entsprungen: im hintergrund gestreifter stoff, der boden, nunja, immerhin gemustert in allen vier fällen. dass zwischen den ersten beiden fotos und den letzten zweien 34 jahre liegen - wer hätte das gedacht? 2009 kam nämlich das new york times magazine auf die idee, die bekannte bilderserie malick sidibés aufzugreifen: seit der unabhängigkeit malis` 1960 hatte der in seinem studio zahlreiche portraitaufträge ausgeführt, denen das immer gleiche setting zugrunde lag - nur manchmal wurden zur abwechslung westliche statussymbole wie motorräder ins bild geschoben. da passt es also nur zu gut, dass die modelnden familienmitglieder des fotografen 2009 in miu miu, missoni oder dries van noten posieren, was ja irgendwie auch eine konsequente fortsetzung der mittlerweile historischen portaits darstellt.       

Samstag, 29. Januar 2011

wochenendproblematiken.

sigmar_polke, höhere wesen befahlen: rechte obere ecke schwarz malen, 1969 (bild)/ wood wood shirt (bild)

höhere wesen befahlen: raus aus der wohnung, rein in die laufschuhe. wenn da nicht der innere schweinehund wäre, der mir jeden morgen erfolgreich einflüstert: viel zu kalt da draussen und ... morgen wäre ja schliesslich auch noch ein tag, oder? 

Freitag, 28. Januar 2011

nix da schnittlauchlocken!

j.d._okhai ojeikere, projekt hair style. (bilder)

das sind frisuren! okhai ojeikere hat in seinem archivarisch angelegten, im kunstkontext mittlerweile durchaus populären fotoprojekt hair style seit 1968 frisur- und flechtwerk nigerianischer frauen festgehalten. an die 1000 schwarz-weiss-bilder sind so innerhalb der letzten 40 jahre für sein fotoprojekt entstanden und dokumentieren, was auf dem kopf so alles fernab von traurig herunterhängendem schnittlauchhaar möglich ist. wer mehr wissen will über die bedeutung der haarskulpturen, führe sich das im rahmen von ojeikeres` documenta 12-teilnahme entstandene video zu gemüte, allen wienerInnen sei der besuch der ausstellung african lace wärmstens ans herz gelegt, die neben österreichischen spitzenstoffen eben auch noch nie gezeigte (ebenfalls schwarz-weisse) fotoarbeiten okhai ojeikeres präsentiert. 

*  die ausstellung african lace - österreichische stoffe für nigeria ist noch bis zum 14. februar im völkerkundemuseum in wien zu sehen.

Donnerstag, 27. Januar 2011

modekritik aus frankfurt.

gestern hatten wir hier franca sozzani, heute habe ich ein amd - interview mit faz-modemann alfons kaiser ausgegraben, in dem er sich über seinen zugang zum modejournalismus äussert. und glücklicherweise klingt das etwas handfester als das, was die italienische vogue-chefin da so auf ihrem blog fabulierte. appetithäppchen gefällig? 

Waren  Sie denn schon immer modebegeistert?
Nein, im Grunde erst, seitdem ich über Mode schreibe. Vorgebildet bin ich dadurch ein bisschen, dass ich Kunstgeschichte und Germanistik studiert habe. Allerdings kann  ich nicht die fundierte Ausbildung eines Modejournalisten vorweisen. Da geht es mir wie den meisten anderen, die in den Tageszeitungen für das Thema Mode zuständig sind.
Klingt nicht nach Berufung. Eher nach harter Arbeit.
Ich habe nur durch Anleitung gelernt. Durch unendlich viele Gespräche auf allen Ebenen: mit Modejournalisten, Einkäufern und natürlich auch mit den Designern selbst. Mit Produktmanagern, manchmal auch mit den Geschäftsführern der Modeunternehmen, mit Vorstandsvorsitzenden der Luxuskonzerne und so weiter. Es war ein sehr mühsames Einarbeiten in die Branche. Der Besuch von Messen und Schauen, viel Lektüre von Fachzeitschriften und Büchern. Mittlerweile mache ich das seit über zehn Jahren.

wer mehr wissen mag über die auffassungen des uneitlen herrn kaiser, lese einfach hier weiter.

Mittwoch, 26. Januar 2011

i want to work at a fashion magazine. how?

oh ja, genau darauf habe ich gewartet: franca sozzani, chefredakteurin der italienischen vogue, beantwortet heute auf ihrem blog del direttore die frage, wie ich denn nun zur modejournalistin werde - berufsberatung für fashionistas also. und weil ich auf solche exklusivschmankerln einfach nicht verzichten möchte, die empfehlungen von frau direttore also nun noch einmal für alle - quasi zum hinter-die-ohren-schreiben:  
Fashion or actuality (cinema to art, music, to lifestyle), you need to know how to write (sie können mir glauben, ich gebe mir die allergrösste mühe!) , and also have some knowledge about things, an education (nunja, ein kunstgeschichtestudium dürfte doch passen, oder?). Literary, literature and philosophy, languages, it doesn't matter, the important thing is to study and learn. (das könnte jetzt, mit verlaub, von meinen eltern sein) Keep yourself up to date by reading the papers (schon dabei!), books (stapelweise;)), not only best-sellers (aber frau sozzani, ich hasse bestseller!), also things that help you understand what's going on around the world: biographies (ich könnte ihnen die lagerfeld-biografie von herrn sahner ans herz legen...obwohl, ich fürchte, das war ein bestseller), essays, literature from around the world. (mal ehrlich, wie schaffen sie denn das alles so nebenbei, frau direttore?) Everyone thinks they can write about fashion, but it's not true (wie recht ich ihnen da gebe...). Educated quotes better the quality of the magazine and prevent it from being common. Studying also helps to develop a work method, knowledge and culture with their references also help creativity. 
ach ja, wieder was gelernt. und nun ran an den bücherstapel und vielleicht, ja vielleicht wird dann endlich eine ordentliche modejournalistin aus mir.   

Dienstag, 25. Januar 2011

blogbusiness.

wie kann susie bubble vom bloggen leben? solche und ähnlich interessante fragen behandelt teil eins der neuen serie business of blogging auf -wie sollte es anders sein- business of fashion. und ja, auch die negativseiten des geballten medialen interesses an den immer gleichen protagonistInnen der bloggenden zunft kommentiert susanna lau: "The fortunate and unfortunate thing is the media seems to latch on to the same bloggers over and over again", she observes. “I was talking to a guy from Refinery29 who said: ‘The queen bees have already been chosen. The new ones are too late’, but I don’t want to believe that." dem habe ich nichts hinzuzufügen.

Montag, 24. Januar 2011

herr brueghel, bitte melden!

kunsthistorisches museum wien, seidentuch mit druck: jan brueghel d. ä., kleiner blumenstrauss in einem tongefäss, 1599 (bild)/ charles anastase, ss2011 (bild)

was sich in den marketingabteilungen der museen gemeinhin so ausgedacht wird, ist schon phänomenal. im falle des museumsshops des gestern bereits hier behandelten kunsthistorischen museums wien treibt die phantasie des hauses ganz besondere blüten - und das im wahrsten sinne des wortes. jan brueghels` blumenstrauss landete doch tatsächlich auf einem seidencarrée. doch während mir im ersten moment die frage wer soll denn bitte sowas kaufen? durch den kopf schoss, kann ich mir das kunsthistorisch wertvolle pendant zum eleganten hermès-klassiker nach kurzer überlegung doch im getragenen zustand vorstellen. allerdings nicht im verschnarchter bildungsbürgerlicher manier als dreieck um die schultern geschlungen, sondern vielmehr zur anastase-kombination mit silberhose und zu orangefarbenem plateau. so, und jetzt: herr brueghel, bitte melden! 

Sonntag, 23. Januar 2011

sprödes haar, trockenes haar?

vor einiger zeit habe ich hier die vermutung geäussert, dass bekannte bloggerInnen als stilvorbilder langsam themengebiete von frauenzeitschriften übernehmen - bryanboy wird bekanntermassen um stylingtipps gebeten und nun haben wir es auch bei hanneli mustaparta schwarz auf weiss: I get a lot of emails asking me about my hair, what products I use and who cuts it, as well what skin products I use. die schöne hanneli hat sich zumindest für ein ratgeberposting erweichen lassen - lässt sich ja auch wunderbar kombinieren mit einer  netten produktplatzierung inklusive verlinkung. ach, bloggerInnen sind schon ganz schön praktisch und so furchtbar kooperativ! 

herr holbein, bitte melden!

rachel_ comey gürtel / hans holbein d. j., jane seymour, ca 1536/37, kunsthistorisches museum wien (bild)/ christian wijnants overall (bild)/ rachel comey top (bild), alles creatures of comfort.

ich gebe zu: manchmal geht es hier zu wie in einem mittelmässigen frauenmagazin- jetzt zum beispiel mal wieder. und dennoch, rauszufinden, wo gwyneth paltrows klamotten um einige kategorien günstiger nachzukaufen sind, ist ja eher der job von instyle und co, ich gehe die sache einfach mal kunstbeflissen an. nehmen wir also einmal an, es stünde ein besuch des kunsthistorischen museums wien an, wo man - im gegensatz zu den innerstädtischen fussgängerzonen - dem blick von lauter gut gekleideten damen erst einmal modisch standhalten muss: da wäre zum beispiel jane seymour, von hans holbein mitte des 16. jahrhunderts in wunderbarst abgestimmten klamotten portraitiert - womit kann denn die noch beeindruckt werden? nun denn, ich habe mich mal umgeschaut und bin auf zumindest farblich einigermassen stimmige kleidungsstücke gestossen, die frau seymours` ensemble einigermassen standhalten könnten. für ein abschliessendes geschmacksurteil müsste allerdings, wie ich fürchte, noch einmal herr holbein zu rate gezogen werden.    

Samstag, 22. Januar 2011

mal- und basteltanten.


sasha_pivovarova, behind-the-scenes-portfolio für die französische vogue (bild)/ tavi-collagen (bild)

bloggerin tavi kennen wir ja schon als grosse kleine basteltante, aber dass da auch im internationalen modelreigen ambitionierte schnippselkünstlerinnen zu finden sind - wer hätte das gedacht? model sasha pivovarova scheint zumindest gerne ganz ganz bunte frauenköpfe zu kritzeln. nun denn, wie finden wir denn das? oder vielleicht besser anders rum: wer ist sie nun, die grössere nachwuchskünstlerin?

Donnerstag, 20. Januar 2011

mit perwoll gewaschen.

brigitte_ausgabe 03/2011, bilderstrecken kirschblütenfest und ornamente  (bilder brigitte)

eines gleich vorweg: das einjahresjubiläum von ohne models in der brigitte macht wenig anders als in den letzten 12 monaten, nur die ankündigung am cover, 50 seiten neue mode - gezeigt von migrantinnen lässt aufhorchen. wie bitte, nun reichen also nicht mehr nur die  lehrerinnen, polizistinnen und hebammen, es soll wohl ein bemüht politisches heft -ganz im brigitte-stil- aufgefahren werden. im editorial schreibt die redaktion, man bedanke sich bei den 50 seiten-neue mode-models: Sie haben ihre Wurzeln in anderen Ländern, doch sie leben in unserer Mitte. Sie gehören hierher. das klingt alles so perwoll-wohlfühlig, dass dagegen natürlich wenig zu sagen ist. zu schade nur, dass die mit dem label "mit migrationshintergrund" versehenen modelle überhaupt mit einem solchen versehen werden müssen und zu einem grossen teil klischeehaft inszeniert werden: vo thi tuyet tu, mitarbeiterin eines nagelstudios, kam laut kurzbiografie vor 10 jahren aus vietnam nach hamburg und darf in der brigitte unter dem titel kirschblütenfest die neue mode im asia-stil vorführen. und das, obwohl es in vietnam meines wissens kein kirschblütenfest gibt. aber vielleicht besteht darin eben die besonders subersive strategie des frauenmagazins? im begleittext wird vom japanischen kirschbaum fabuliert, während die in vietnam geborene, in hamburg nageldesignende 30jährige im Kimono aus weißem Seidensamt in einem deutschen Frauenmagazin den Asien-Stil bebildern darf. ähnlich und doch ganz anders wird bimini lindemann-carter, Psychologie-Studentin von den Bahamas inszeniert. sie darf in ornamenten und turbanen, inspiriert vom Sehnsuchtsort Marrakesch modeln. und die beiden in norddeutschland hängengebliebenen schwedinnen hanna und mimmi? die geben in Lass uns einen Garten haben das naturverbundene doppelte lottchen in blümchenkleidern und gummistiefeln. und ich habe nach mehrmaligem durchblättern den schweren verdacht, dass das magazin vor lauter bemühter perwollkuscheligkeit und anvisierter benettonbuntheit gar nicht mitbekommt, dass da stereotype produziert werden, die uns viel mehr über die brigitte  verraten, als uns lieb ist.     

Mittwoch, 19. Januar 2011

ohne models, mit migrantinnen!

brigitte_jubiläumsausgabe ohne models, editorial und cover, 03/2011 (bild/ bild)

die brigitte weiss was sie tut: seit neuerfindung des blattes mittels ohne models-aktion sind die verkaufszahlen in die höhe geschnellt, einmal mehr hat es die mutter aller deutschsprachigen frauenmagazine in die schlagzeilen geschafft. und nun also, anlässlich des bereits einjährigen ohne models-jubiläum, setzt sie noch ein sahnehäubchen obendrauf: nicht mehr nur normal die models, nun also auch noch benettonesk bunt und mit migrationshintergrund! das klingt - wenn man den verkaufsslogan neue mode - gezeigt von migrantinnen am titel erspäht, erst einmal furchtbar platt, doch immerhin: auch ich bin mal wieder angefixt und werde mir die aktuelle ausgabe sichern. und dann eine anständige rezension verfassen.

heft 4/ 2011 erscheint schon kommenden mittwoch und zeigt 50 Momentaufnahmen von Frauen in unterschiedlichsten Situationen in deutschland - ich muss mich also beeilen.

Dienstag, 18. Januar 2011

so sweet.

modebloggerin ida rislöw im styleguide sweet but street von h&m (screenshot).

mir persönlich hängen die sogenannten stilblogs ja schon lange zum halse raus. der h&m-konzern scheint jedoch aus verständlichen gründen noch immer nicht genug von deren betreiberinnen, den bloggenden schönheiten, zu haben. aktuell darf nämlich neben der prominenten elin kling wieder eine für den schweden ihr taschengeld aufbessern: die 23jährige ida rislöw ist die auserwählte, ihre leidenschaften seien Secondhandmode und Inspirationen, heisst es im styleguide des h&m-onlineshops . und ja, moment mal: entweder liegt hier ein übersetzungsfehler vor oder bei mir hakt es: eine leidenschaft, die sich inspiration nennt? oder darf das zusammenstellen sogenannter inspirationsbilder auf blogs mittlerweile als ernstzunehmenden hobby, gar leidenschaft gelten? ich bin verwirrt und unterziehe idas` blog einem kurzen qualitäts-check: partybilder, essensbilder, editorials. wären da nicht zwischendurch die selbstportraits der bloggenden schönheit, es würde keinen interessieren - ganz zu schweigen von h&m. wir dürfen also mal wieder notieren: inhalt ist wurscht, verpackung ist alles.  

mailands männer.


prada_men, fw2011/ jil sander men, fw 2011 (bilder style.com)

die herrenmodeberichterstattung ist auch auf deutschsprachigen blogs in vollem gange, nachzulesen beispielsweise hier und hier. da möchte ich jetzt auch gar nicht dazwischenfunken und streife doch lieber die details am rande: denn immerhin laufen bei prada angefressene ponyfrisuren über den laufsteg, raf simons hingegen scheitelt und gelt seinen models für jil sander die haare aus der stirn. na, wenn das mal keine stilvorlagen sind!  
UA-36378747-1