Mittwoch, 15. September 2010

célinemanie.


the gentlewoman, inez van lamsweerde , no 2, fw 2010 (bild)/ the gentlewoman, phoebe philo, no 1 (bild)

sally singer
, editor des t-magazines (style magazin/ new york times) schrieb vor einigen tagen anlässlich der aktuellen schauen in new york:

As the New York spring collections began, just five days ago, the main question on the minds of fashion editors was how much Céline would there be on the catwalks.


interessant, was designerin phoebe philo da scheinbar in der modewelt angerichtet hat.

*
soeben ist übrigens die zweite ausgabe des formidablen magazins the gentlewoman mit der bärtigen inez van lamsweerde à la eleanor antin`s the king erschienen - am cover subtilerweise in einer blusen-/ hosenkombination des labels chloé, dem phoebe philo ebenfalls einen zeitgeistigen status verschaffte.

exklusive abschottung.

das war ja zu erwarten: sobald die mode für krethi und plethi zugänglich wird, beginnen sich elitäre modezirkel abzuschotten. den anfang machte tom ford, der gerade mal um die 100 gäste an der präsentation seiner sommerkollektion 2011 teilhaben liess. der einzige zugelassene fotograf war terry richardson, bilder und showvideo können im dezember auf fords website gesichtet werden, die kleidung wird anfang 2011 hochpreisig in des designers männerboutiquen verkauft werden. und wie erklärt uns tom ford denn nun seine - nunja, verweigerungshaltung? I want fashion to be fun again, like it was in the ’60s. You couldn’t wait to get the clothes and put them on, and I think we’ve lost that. ahja. einige bilder sickerten dann doch durch, vermutet wird ausserdem, dass die kollektionsbebilderung exklusiv einer von tom ford editierten dezember/januar-ausgabe der vogue paris vorbehalten sein wird.

der kriegt sie alle.




bryan boy hat mit h&m ein richtig schön schiaches video gedreht (screenshots video)

dieser bryan boy kriegt sie irgendwie alle. neuester clou: ein h&m-video, in dem bryan grey-yambao die herbst/winter-kollektion des schwedischen kleiderriesen einem weiblichen und einem männlichen model darreichen darf. das ganze nennt sich stylingsession, worin der kreative akt besteht, boyfriendblazer und beige farbensembles vom bügel zu heben und zu einem outfit zusammenzustellen, möchte ich einfach mal unkommentiert lassen. als abgeklärte konsumentInnen wissen wir ja letztlich, worum es bei einer solchen geschichte geht: bryan boy-fans wie meineeine dürfen die werbetrommel rühren für den h&m-trend 2010. der hinkt allerdings mit der nachahmung des chloé-capes aus dem winter 2009 tüchtig hinterher, was sich dann allerdings auch schon wieder wunderbar mit dem türkisfarbenen sonnenbrillenmonster auf bryans kopf macht. das würde ich ihm nämlich am allerliebsten direkt vom haupte reissen. genauso überflüssig übrigens auch die h&m-showroom-requisite, die mich für die dauer des videos förmlich nach white cube lechzen lässt. und nochmal zusammengefasst: liebe freunde aus der h&m-marketingabteilung, das nächste mal bitte alles etwas appetitanregender!

Dienstag, 14. September 2010

von kleidern und bildern.


fesch, fesch: hussein chalayan im gespräch mit greg hilty, curatorial director, anlässlich der eröffnung seiner ausstellung i am sad leyla (üzgünüm leyla) in der lisson gallery, anfang september 2010 (screenshot)

vor kurzem gab hussein chalayan, der vorzeigekünstler unter den modedesignern, gegenüber dem kunstmagazin monopol folgende, doch recht interessante sichtweise hinsichtlich des immer mal wieder diskutierten verhältnisses von mode und kunst zu protokoll:
Die meisten Designer, die in Galerien oder Museen ausstellen, sagen, dass Kunst größere Freiheiten erlaube.
Das tut sie nicht. Im Gegenteil empfinde ich die Kunstwelt als sehr traditionell und verstockt: Sie glaubt immer noch, dass nur nicht industrielle Produkte Kunst sein können, das ist sehr altmodisch, zumal die Kunst ja selbst vielfältig in die Industrie verstrickt ist.

Hatten Sie anfangs Angst vor der Kunstwelt?
Ich dachte immer, dort wird kritischer gedacht. Und dass es nicht so cliquenhaft zugehe. Beides war ein Irrtum: Es gibt dort auch Gruppen, die den Ton angeben, und die gleichen Machtspiele wie in der Modewelt. Auch wenn es naiv klingt: Wo immer der Markt reinkommt, kommt die Langeweile - egal ob wir von Kleidern oder Bildern sprechen.
tja, was sagt ihr dazu?

viermal ja für das A!



chloé resort 2011, stella mccartney ss 2010, celine ss 2010/ chloé resort 2011 (bilder style.com)

vieler worte bedarf es diesmal eigentlich nicht - ich sag einfach nur ja zum A: klare schnitte, keine unvorteilhaften stoffpuffer im hüftbereich. ist zudem nicht nur was für den sommer, sondern auch durchaus noch ein herbstthema, wie findige moderedakteurinnen das gerne formulieren.

Montag, 13. September 2010

voll praktisch.


viennale tasche 2009 (bild)/ ally capellino rucksack, fw 2010 (bild)

in wien gibt es seit genau zehn jahren ein nicht totzukriegendes modisches statement: die viennale-tasche. für alle nicht-österreicherInnen: die umhängetasche wurde (wohl noch im 90er jahre-rausch der viel zu oft kopierten freitag-umhängetasche) zusammen mit dem hauptsponsor für das filmfest viennale konzipiert und sieht seither genau, ja, da liegt das problem, gleich aus: ein praktischer umschnallgurt und die jedes jahr wechselnde farbe haben das praktische stück in der wiener kulturszenerie zu einem unabdingbaren must-have werden lassen, das nicht nur während der zwei wochen andauernden viennale, sondern eben das ganze jahr über getragen wird. ich habe für diese verkultung kein verständnis, zumal doch wunderbare optionen im raum stünden: österreichische designerInnen könnten das teil jedes jahr anders aussehen lassen - doch wie dem auch sei, ich wäre ja dieses jahr endlich mal für einen viennale-rucksack, der den modischen nerv im herbst 2010 eher träfe und dem rücken der kulturschickeria viel besser stünde. doch ich fürchte, mein geschimpfe kommt zu spät. mitte oktober beginnt die viennale und die taschen warten sicher schon in der farbe der saison auf die pressekonferenz 2010.

* wem das jetzt noch nicht genug war, dem lege ich als alternative die accessoireempfehlungen der österreichischen modebloggerInnenschaft im standard ans herz.
**auch die freitag-tasche ist übrigens erwachsen geworden und hat soeben aufwändigere modelle auf den markt geworfen - wurde ja auch mal zeit.

erwachsenwerden.



alessandra sanguinetti, the adventures of guille and belinda and the enigmatic meaning of their dreams, 1999-2004 (bilder alessandra sanguinetti)



alessandra sanguinetti, the life that came, 2004-2008 (bilder alessandra sanguinetti)

ich liebe fotoserien - und soeben erst habe ich wieder ein wahres juwel entdeckt: die fotografin alessandra sanguinetti hat die beiden mädchen guille und belinda, zwei cousinen, die in argentinien auf dem land zusammen aufwachsen, beim erwachsenwerden begleitet und zu den protagonistinnen zweier bildserien gemacht, die so richtig nahe gehen - mir zumindest.

* die bilder von alessandra sanguinetti sind innerhalb der ausstellung tales of resistance and change noch bis 31. oktober im frankfurter kunstverein zu sehen.

fashion or style?


jaja, die 70er sind im anmarsch: hanneli mustaparta in latzjeans (bild hanneli mustaparta)/ scott schuman, on the street...9th ave. (bild the sartorialist)

immer wieder eine erwähnung wert, wenn sogenannte meinungsmacher im blogbusiness diskussionen lostreten. diesmal in der hauptrolle mein liebling scott schuman, der angesichts des persönlichen stils der rechts oben abgebildeten dame völlig aus dem häuschen zu sein scheint. soweit, so gut. doch dem nicht genug, scott wirft folgende weltbewegende frage in den raum, auf die bislang über 340 kommentatorInnen eingegangen sind: So what is more important, fashion or style? selbstredend, dass da niemand die these aufstellt, fashion sei more important als persönlicher stil. doch ganz abgesehen davon bin ich einigermassen erleichtert, dass selbst einige der schuman-posterInnen darauf hinweisen, dass das outfit der dame durchaus dem über uns hereinschwappenden 70s-trend frönt und so wahnsinnig eigen gar nicht ist. und davon abgesehen sollten wir uns wohl so langsam von der hehren vorstellung vom persönlichen und individuellen stil verabschieden - das würde uns alle vielleicht etwas lockerer an die sache rangehen lassen.

wahlkampftracht die zweite.


stvp wahlkampfplakat, herbst 2010.

um den steirischen modewahlkampf noch einmal zu visualisieren, ein plakat der stvp, das ebenfalls trachtenlastig ins gefecht zieht.

wahlkampftracht.


övp politiker hermann schützenhöfer in aussee/steiermark am wahlkämpfen (bild alfons kowatsch, stvp)

dass die tracht in österreich (wieder) eine tragende rolle spielt, habe ich während meiner wanderwoche erfahren. und auch die landespolitik kann im wahlkampf scheinbar nicht ohne sie: die steirische volkspartei zumindest inszeniert sich gerne steirerstoark zwischen lederhose und dirndl. da wundert es schon fast nicht mehr, dass ein kommentar des spö-kandidaten voves, der die stvp als trachtig und gestrig bezeichnete, vor einigen monaten für einen regelrechten aufruhr sorgte. und wem das als einführung zu wenig ist, dem empfehle ich zur unterhaltung einen klick ins musik- und modeprogramm besagter partei - ein absoluter leckerbissen: a lederhosn und a laptop san ka gegnsotz.

Freitag, 10. September 2010

der modeherbst kommt.




tagelanges wandern verändert die perspektive. mein neuestes lieblingsmotiv: hochstände aller art, die sich perfekt für ein herbstliches modeshooting machen würden.

Freitag, 3. September 2010

sommerloch.


prinz william in kindertagen (detail bild)/ scott schuman, on the street...grey suit (bild)

hätte prinz william modisch so weitergemacht wie da oben und würde sich auf modeveranstaltungen tummeln, wäre ihm ein "schuman" sicher - bei dessen affinität zu gut aussehenden anzugträgern. ich gebe zu, das war trotz schwindender temperaturen ein sommerlochthema. und um weiteren dahinwelkenden sommerposts vorzubeugen, werde ich die nächsten tage die österreichische berglandschaft erkunden. da kommen dann offline hoffentlich auch wieder die ideen fürs online.

Donnerstag, 2. September 2010

unnötiges wissen, die erste.


givenchy fw 2009 (bild)/ marc jacobs resort 2008 (bild)

wer sein designerwissen aufpolieren möchte, dem empfehle ich das durchforsten des yoox-onlineshops. dort werden bekanntermassen produkte zurückliegender kollektionen feilgeboten, die findige moderedakteurInnen vielleicht ohne mit der wimper zu zucken saisonal einordnen können. ich habe da noch so meine schwierigkeiten, weiss aber immerhin mittlerweile die oben abgebildeten high-heels zuzuordnen. die entsprechen zwar nicht meinem persönlichen geschmack, meine lieblingskategorie "unnützes wissen" wurde aber immerhin mal wieder aufpoliert - und meine detektivische ader herausgefordert.

Mittwoch, 1. September 2010

es herbstelt.




gap herbstkampagne mit looks und links diverser style-/fashionbloggerInnen wie thesartorialist, fashion toast und streetwear blogs wie street peeper und communities wie polyvore und lookbook.nu (screenshots gap1969.com)

was soll ich sagen? woanders wird bereits das vorgemacht, was im deutschsprachigen raum noch in den kinderschuhen steckt: so setzt die amerikanische marke gap in diesem herbst ganz auf modische onlinegrössen aller art und macht mal eben vor, was in sachen unternehmenskooperationen mit bloggerInnen so alles drin ist. was sagt ihr, überzeugend?

coverabo.


steven meisel, robin mackintosh, vogue italia, juli/ august 1988 (bild/ bild)

mit mitte 30 fabrizierte steven meisel sein erstes cover für die vogue italia - das ist mittlerweile 22 jahre her. seitdem geniesst er als entdeckung der chefredakteurin franca sozzani den luxus, alle coverfotos schiessen zu dürfen. frau sozzani erzählt: It’s something like 22 years now, since I first discovered him. I felt like I had no other choice. Because you either force a magazine to get a very specific image, or you’ll never get one. You could maybe achieve it by using a group of photographers, but I chose to use just one. das diesjährige cover mit der ölverschmierten kristen mcmenamy und der vergleich mit dem 22 jahre alten titel beweist allerdings: so schüchtern wie damals inszeniert der fotograf, der heute gerne provoziert, längst nicht mehr.
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