Dienstag, 14. September 2010

viermal ja für das A!



chloé resort 2011, stella mccartney ss 2010, celine ss 2010/ chloé resort 2011 (bilder style.com)

vieler worte bedarf es diesmal eigentlich nicht - ich sag einfach nur ja zum A: klare schnitte, keine unvorteilhaften stoffpuffer im hüftbereich. ist zudem nicht nur was für den sommer, sondern auch durchaus noch ein herbstthema, wie findige moderedakteurinnen das gerne formulieren.

Montag, 13. September 2010

voll praktisch.


viennale tasche 2009 (bild)/ ally capellino rucksack, fw 2010 (bild)

in wien gibt es seit genau zehn jahren ein nicht totzukriegendes modisches statement: die viennale-tasche. für alle nicht-österreicherInnen: die umhängetasche wurde (wohl noch im 90er jahre-rausch der viel zu oft kopierten freitag-umhängetasche) zusammen mit dem hauptsponsor für das filmfest viennale konzipiert und sieht seither genau, ja, da liegt das problem, gleich aus: ein praktischer umschnallgurt und die jedes jahr wechselnde farbe haben das praktische stück in der wiener kulturszenerie zu einem unabdingbaren must-have werden lassen, das nicht nur während der zwei wochen andauernden viennale, sondern eben das ganze jahr über getragen wird. ich habe für diese verkultung kein verständnis, zumal doch wunderbare optionen im raum stünden: österreichische designerInnen könnten das teil jedes jahr anders aussehen lassen - doch wie dem auch sei, ich wäre ja dieses jahr endlich mal für einen viennale-rucksack, der den modischen nerv im herbst 2010 eher träfe und dem rücken der kulturschickeria viel besser stünde. doch ich fürchte, mein geschimpfe kommt zu spät. mitte oktober beginnt die viennale und die taschen warten sicher schon in der farbe der saison auf die pressekonferenz 2010.

* wem das jetzt noch nicht genug war, dem lege ich als alternative die accessoireempfehlungen der österreichischen modebloggerInnenschaft im standard ans herz.
**auch die freitag-tasche ist übrigens erwachsen geworden und hat soeben aufwändigere modelle auf den markt geworfen - wurde ja auch mal zeit.

erwachsenwerden.



alessandra sanguinetti, the adventures of guille and belinda and the enigmatic meaning of their dreams, 1999-2004 (bilder alessandra sanguinetti)



alessandra sanguinetti, the life that came, 2004-2008 (bilder alessandra sanguinetti)

ich liebe fotoserien - und soeben erst habe ich wieder ein wahres juwel entdeckt: die fotografin alessandra sanguinetti hat die beiden mädchen guille und belinda, zwei cousinen, die in argentinien auf dem land zusammen aufwachsen, beim erwachsenwerden begleitet und zu den protagonistinnen zweier bildserien gemacht, die so richtig nahe gehen - mir zumindest.

* die bilder von alessandra sanguinetti sind innerhalb der ausstellung tales of resistance and change noch bis 31. oktober im frankfurter kunstverein zu sehen.

fashion or style?


jaja, die 70er sind im anmarsch: hanneli mustaparta in latzjeans (bild hanneli mustaparta)/ scott schuman, on the street...9th ave. (bild the sartorialist)

immer wieder eine erwähnung wert, wenn sogenannte meinungsmacher im blogbusiness diskussionen lostreten. diesmal in der hauptrolle mein liebling scott schuman, der angesichts des persönlichen stils der rechts oben abgebildeten dame völlig aus dem häuschen zu sein scheint. soweit, so gut. doch dem nicht genug, scott wirft folgende weltbewegende frage in den raum, auf die bislang über 340 kommentatorInnen eingegangen sind: So what is more important, fashion or style? selbstredend, dass da niemand die these aufstellt, fashion sei more important als persönlicher stil. doch ganz abgesehen davon bin ich einigermassen erleichtert, dass selbst einige der schuman-posterInnen darauf hinweisen, dass das outfit der dame durchaus dem über uns hereinschwappenden 70s-trend frönt und so wahnsinnig eigen gar nicht ist. und davon abgesehen sollten wir uns wohl so langsam von der hehren vorstellung vom persönlichen und individuellen stil verabschieden - das würde uns alle vielleicht etwas lockerer an die sache rangehen lassen.

wahlkampftracht die zweite.


stvp wahlkampfplakat, herbst 2010.

um den steirischen modewahlkampf noch einmal zu visualisieren, ein plakat der stvp, das ebenfalls trachtenlastig ins gefecht zieht.

wahlkampftracht.


övp politiker hermann schützenhöfer in aussee/steiermark am wahlkämpfen (bild alfons kowatsch, stvp)

dass die tracht in österreich (wieder) eine tragende rolle spielt, habe ich während meiner wanderwoche erfahren. und auch die landespolitik kann im wahlkampf scheinbar nicht ohne sie: die steirische volkspartei zumindest inszeniert sich gerne steirerstoark zwischen lederhose und dirndl. da wundert es schon fast nicht mehr, dass ein kommentar des spö-kandidaten voves, der die stvp als trachtig und gestrig bezeichnete, vor einigen monaten für einen regelrechten aufruhr sorgte. und wem das als einführung zu wenig ist, dem empfehle ich zur unterhaltung einen klick ins musik- und modeprogramm besagter partei - ein absoluter leckerbissen: a lederhosn und a laptop san ka gegnsotz.

Freitag, 10. September 2010

der modeherbst kommt.




tagelanges wandern verändert die perspektive. mein neuestes lieblingsmotiv: hochstände aller art, die sich perfekt für ein herbstliches modeshooting machen würden.

Freitag, 3. September 2010

sommerloch.


prinz william in kindertagen (detail bild)/ scott schuman, on the street...grey suit (bild)

hätte prinz william modisch so weitergemacht wie da oben und würde sich auf modeveranstaltungen tummeln, wäre ihm ein "schuman" sicher - bei dessen affinität zu gut aussehenden anzugträgern. ich gebe zu, das war trotz schwindender temperaturen ein sommerlochthema. und um weiteren dahinwelkenden sommerposts vorzubeugen, werde ich die nächsten tage die österreichische berglandschaft erkunden. da kommen dann offline hoffentlich auch wieder die ideen fürs online.

Donnerstag, 2. September 2010

unnötiges wissen, die erste.


givenchy fw 2009 (bild)/ marc jacobs resort 2008 (bild)

wer sein designerwissen aufpolieren möchte, dem empfehle ich das durchforsten des yoox-onlineshops. dort werden bekanntermassen produkte zurückliegender kollektionen feilgeboten, die findige moderedakteurInnen vielleicht ohne mit der wimper zu zucken saisonal einordnen können. ich habe da noch so meine schwierigkeiten, weiss aber immerhin mittlerweile die oben abgebildeten high-heels zuzuordnen. die entsprechen zwar nicht meinem persönlichen geschmack, meine lieblingskategorie "unnützes wissen" wurde aber immerhin mal wieder aufpoliert - und meine detektivische ader herausgefordert.

Mittwoch, 1. September 2010

es herbstelt.




gap herbstkampagne mit looks und links diverser style-/fashionbloggerInnen wie thesartorialist, fashion toast und streetwear blogs wie street peeper und communities wie polyvore und lookbook.nu (screenshots gap1969.com)

was soll ich sagen? woanders wird bereits das vorgemacht, was im deutschsprachigen raum noch in den kinderschuhen steckt: so setzt die amerikanische marke gap in diesem herbst ganz auf modische onlinegrössen aller art und macht mal eben vor, was in sachen unternehmenskooperationen mit bloggerInnen so alles drin ist. was sagt ihr, überzeugend?

coverabo.


steven meisel, robin mackintosh, vogue italia, juli/ august 1988 (bild/ bild)

mit mitte 30 fabrizierte steven meisel sein erstes cover für die vogue italia - das ist mittlerweile 22 jahre her. seitdem geniesst er als entdeckung der chefredakteurin franca sozzani den luxus, alle coverfotos schiessen zu dürfen. frau sozzani erzählt: It’s something like 22 years now, since I first discovered him. I felt like I had no other choice. Because you either force a magazine to get a very specific image, or you’ll never get one. You could maybe achieve it by using a group of photographers, but I chose to use just one. das diesjährige cover mit der ölverschmierten kristen mcmenamy und der vergleich mit dem 22 jahre alten titel beweist allerdings: so schüchtern wie damals inszeniert der fotograf, der heute gerne provoziert, längst nicht mehr.

Dienstag, 31. August 2010

hosenbund, wo ziehts dich hin?


strenesse gabriele strehle jeans, 2000 ( abfotografiert aus dt. elle, februar 2000)

das waren noch zeiten: die jeans sassen nicht nur bei 14jährigen mädchen irgendwo auf den hüftknochen, sondern hingen eben auch in der strenesse-kampagne geschätzte zehn zentimeter unterm bauchnabel des models. in den letzten jahren rutschte der hosenbund dann ein stückchen höher, allerdings bin ich mir sicher, dass die kehrtwende nicht allzu lange auf sich warten lassen wird. doch jetzt nochmal in die runde: wo wird 2011 der weibliche hosen-/ jeansbund eurer einschätzung nach sitzen? ich bin gespannt auf die prognosen.

Montag, 30. August 2010

die wandernde wunderkammer.



otto dix, drei weiber, 1922 (bild vbk wien, 2010 )/ marilyn minter, marilyn minter pink bra (pamela anderson), 2007 (bild marilyn minter und salon 94, new york)/ albrecht dürer, ritter, tod und teufel, 1513 (bild achim kukulies)/ herman henstenburg, ohne titel (vanitasstillleben), ende 17., anfang 18. jh. (bild achim kukulies )

wer derzeit in die kunsthalle krems pilgert, kann was erleben. lebenslust und totentanz, so die aktuelle ausstellung, die einen teil der privatsammlung thomas olbrichts präsentiert. und tatsächlich wird hier eine thematisches füllhorn an liebe, sex, tod und vergänglichkeit ausgeschüttet, das mich am ende des parcours durch kitsch im großformat, viele bekannte namen von abramovic über hirst bis warhol, aber auch immer wieder absurditäten wie anatomische lehrmodelle und devotionalien etwas ratlos zurücklässt. doch während die etwas saft- und kraftlose präsentation der ebenfalls privaten stoschek-sammlung in den deichtorhallen hamburg auf nummer sicher ging, schafft die kuriose ausstellung eines auf alle fälle: sie fasziniert und bleibt aufgrund der enormen vielfalt der wunderkammer auf wanderschaft im gedächtnis. nicht das schlechteste, wie ich finde.

* lebenslust und totentanz, kunsthalle krems, bis 07. november 2010.

Samstag, 28. August 2010

déjà-vu.


hanneli mustaparta, fall colors in stockholm (bild)/ vanessa jackman, fashion week by berns (stockholm)...studded caramel (bild)

schaut man sich die grossen, will heissen international bekannten stretstyleblogs der westlichen metropolen an, erlebt man desöfteren ein déjà-vu: das bild kenne ich doch schon, grübelte ich, als ich die oben abgebildete dame im lederrock bei vanessa jackman entdeckte. nach dem durchklicken diverser streetfashionseiten stolperte ich dann irgendwann tatsächlich noch einmal über das herbstoutfit in caramell- allerdings nicht über dasselbe bild, sondern ein ähnliches: geschossen in stockholm während der fashionweek von hanneli mustaparta. dass die motive während gewisser modeveranstaltungen nur so durchgereicht werden, kennen wir bereits aus london, paris oder new york. ich frage mich aber, welche relevanz die handschrift der fotografInnen hat. schliesslich könnte man meinen, dass eben diese - wenn die motive sich schon wiederholen - besonders wichtig wäre. und da wir ja jetzt den direkten vergleich haben: welches bild würdet ihr als das gelungenere bezeichnen? und warum?

die deutschen testlabore.





shop gestaltung der monki-filiale in hamburg (bilder) und der weekday-filiale gleich nebendran (bilder)

ich bin ja grundsätzlich für eine nicht alltägliche shopgestaltung zu haben, doch die verkaufsflächen der beiden h&m-zugänge monki und weekday haben mich in hamburg alles andere als überzeugt: monki präsentiert sich mir als schräg buntes und verspiegeltes ausstattungsdesaster, das immerhin schonmal auf den plastikcharme der leider oft billigen materialien verweist. Preiswerte High Fashion für Frauen nennt h&m-ceo karl-johan persson das und über die innenraumgestaltung sagt deutschland-geschäftsführer thorsten mindermann gegenüber der textilwirtschaft: Wir wollten etwas ganz Spezielles schaffen, was es so am Markt noch nicht gibt. da mag ich dem herrn geschäftsführer durchaus recht geben, leider haben mich das bunte drumherum und die verspiegelte umkleide dann aber auch vom konsum abgehalten. nunja. während ich mich bei monki damit tröste, nicht mehr zur anvisierten zielgruppe zu gehören, gibt es im weekday-shop gleich nebendran auf der mönckebergstrasse eigentlich keine entschuldigung: Weekday ist Streetwear für urbane Kunden, ein hochmodisches Angebot für Frauen und Männer, sagt herr persson. und da möchte ich ja jetzt eigentlich schon dazugehören. aber irgendwie springt die urbane präsentation nicht auf mich über. die vielen spots, die vielen schrägen regale und metallverstrebungen nerven mich trotz immerhin ruhigerer farbgestaltung. Coole Loftathmosphäre soll anvisiert werden, die ladenfläche und beschränkte höhe der räume lässt das ganze eher gestaucht erscheinen. gekauft habe ich dort trotzdem - was wohl aus unternehmensperspektive das einzig entscheidende kriterium ist. aber was ich jetzt eigentlich wissen will: wie erging es euch in den deutschen testlaboren von monki und weekday? schliesslich können wir uns auf eine expansion der beiden shopkonzepte im deutschsprachigen raum gefasst machen.
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