Donnerstag, 9. Februar 2012

lauwarm gebloggt.

vielleicht hat herr kaiser recht. der modemann der faz meinte beim salontalk frontrowrevolution in düsseldorf: blogs haben eine menge platz, eine menge freiheit. und was tun wir damit? einen scheiss tun wir. wir lassen platz platz sein und posten lauwarme häppchen - aufgeschnappt irgendwo bei den opinionleadern, bei the cut, fashionologie oder style.com. wir schreiben dann: emanuelle alt`s wham-video, fantastisch! und der h&m-designaward, wunderbar! die neue weekday-kooperation, ein traum! wir machen tolle pr und wir schreiben natürlich alle voneinander ab, der domino-effekt auf blogs funktioniert wie im print nämlich seither ziemlich verlässlich. goldene regel: bloß  nicht die pfoten an heißblütig getippten postings verbrennen.  ausrutscher  oder gar entgleisungen passieren aber sowieso immer seltener. wir sind ja mittlerweile furchtbar professionell und stehen da drüber. oder andersrum: wir sind pflegeleicht, motiviert, gut zu händeln und ganz schön berechnend.  wir machen schöne bilder und finden schöne worte, wenn es um kollektionen skandinavischer jungdesigner oder um kooperationen mit  h&m und adidas und monki geht. kritik endet damit, kilian kerners mode als geschmacklos zu bezeichnen, was online wahrlich einem allgemeinplatz gleich kommt.   darüber hinaus gilt: mit kritik kann sich in der modeblogsphäre niemand profilieren, dementsprechend unattraktiv erscheint sie uns.  wenn einige wenige journalistische formate die vermeintlich kritische distanz wie eine trophäe vor sich hertragen, handelt  man sich mit sowas in online-gefilden höchstens eine breitseite ein: mit den ewig nörgelnden spielverderbern will  schließlich niemand was zu tun haben. dann doch lieber aufs positive konzentrieren (wir wollen doch alle mal in irgend einer front-row sitzen). h&m spendierte zum beispiel mit großem tamtam einen mit 50.000 euro dotierten nachwuchsdesignpreis. das ist natürlich ganz wunderbar. dass sich das selbe unternehmen an anderer stelle fremder ideen bedient, die dann auf fußmatten landen, lockt hingegen niemanden mehr hinterm ofen hervor. wir sind längst  bei den neuesten news (kanye west für topshop!),  versprühen gute laune und halt! hand aufs herz, das war doch alles schon wieder viel zu lang und viel zu pessimistisch.

Mittwoch, 8. Februar 2012

fantastisch, diese männer.

ach_wie_schön, dass das britische modeunternehmen dunhill mit kantigen männermodels wirbt. so komme ich wenigstens zu ordentlichem collagenmaterial, das mittels geheimratsecken und augenbrauen à la martin walser vortrefflich von meiner aktuellen online-unlust ablenkt. ausgeschnitten wurden die herren aus der winterausgabe des fantastic man, das kleine hütchen trug catwalktrainer mr. wan cheng long in der modestrecke hutongs zu einer bomberjacke. steht den älteren semestern aber auch ganz gut, wie ich finde.

Dienstag, 7. Februar 2012

wake me up, before you go-go.

adventsplaylist von vogue-chefredakteurin emanuelle alt (screenshots)

ganz was neues: die französische vogue feiert ihren neuen webauftritt mit einem video. emanuelle alt wirbelt in weißen turnschuhen zu wake me up von wham! über die bühne, hintendran tänzelt, ganz in weiss, ein hochkarätiger modelchor, von carmen pedaru bis anja rubik- uff, bei dieser interpretation des wham!-musikvideos bleibt selbst mir ein kommentar im hals stecken. wer die musikalischen vorlieben der mademoiselle alt noch weiter ergründen möchte, kann dies übrigens hier tun: die adventsplaylist der französischen chefredaktrice - interpretationen dieser selektion gerne in die kommentarleiste.
 

Sonntag, 5. Februar 2012

leseleiste.

dass elisabeth von thurn und taxis für die amerikanische vogue arbeitet, ist bekannt. nun posiert sie auf deren online-seite in der rubrik five days, five looks, one girl - gewürzt wird das ganze mit den anekdoten der kosmopolitischen prinzessin von thurn und taxis: The bag is a well-worn, battered, classic white Balenciaga. It was a birthday gift years ago from my boss at the art gallery where I interned in New York. auch hier scheinen wir es mit einem glückspilz zu tun zu haben.   

die gattung stylingratschlag wird erstaunlicherweise nicht nur in der brigitte, sondern auch bei der nzz kultiviert. dort beantwortet jeroen van rooijen fragen wie: Während ich mich im Berufsleben meiner Position angemessen kleide, ziehe ich in der Freizeit enge Jeans, coole Schuhe, farbige Taschen, Ohrringe und lackierte Fingernägel vor. Nun frage ich mich aber, ob das für eine 40-jährige Frau noch angemessen ist? eine lösung aus dem modischen dilemma bietet van rooijen hier an.

das modeblog von otto, two for fashion, erstrahlt in neuem design und kommt visuell wesentlich luftiger daher.

eben erst habe ich mir die winterausgabe des fantastic man magazines gekauft - und das, obwohl doch der einst als schüchtern geltende raf simons den covermann gibt. nun posiert der designer in kleidungsstücken seiner ersten kollektionen vor bildern des eben erst verstorbenen mike kelley und verrät: I`ve had the same cell phone number for the past 15 years - anyone can call me. wenn das mal keine einladung ist!

zur befeuerung der heranrollenden marni-kooperation hat sofia coppola in marrakesch für h&m ein laues sommerfilmchen gedreht, musikalische untermalung: bryan ferrys avalon.

tiffany und die wa(h)re liebe.

garance_doré und scott schuman für tiffany: what makes love true (video)

das bloggende dream team garance und scott hat seit kurzem einen neuen coup zu verzeichnen. das ende januar präsentierte kuschelvideo für tiffany (merke: der valentinstag rückt in bedrohliche nähe) zeigt das power-couple erneut von seiner besten seite. credo des machwerks: frisch verliebt arbeitet es sich zu zweit doch um so lukrativer. das blog-geschäft scheint bei den beiden immerhin so gut zu laufen, dass schuman in gewohnter manier kund tut, sich ausschließlich auf sein blog konzentrieren zu können: I mean, I love GQ, but I don’t have to work with GQ. I don’t have to work with Style.com. Now I can just focus on the work that I want to do for the blog. solch ein, ähem, glückspilz aber auch.

*und natürlich wird hier angeknüpft an das gemeinsame angebervideo der beiden a month in fashion, deren populäre parodie a monster invasion hier anzuschauen ist.
 

Freitag, 3. Februar 2012

lola sorgt für wirbel.

kindermodewerbung von benetton, ss2012 (bild benetton)/ editorial lola im hemd, der standard, 02-2012 (bild irina gavrich für den standard)/ zara kids, ss 2011 (bild zara)/ kindermodeinszenierung von h&m, ss2012 (bild h&m)

im online-forum des standard, rubrik lifestyle, wird gerade über lola diskutiert. lola ist zehn und protagonistin eines modeetitorials im rondo, der magazinbeilage der österreichischen tageszeitung. die bilder, die von ihr gemacht wurden, hat sie ihrer mutter, die stylistin ist, zu verdanken. lola, das entnehmen wir den bildern, lebt in einer  wiener altbauwohnung mit fischgrät-parkett und hat neben ihrem setzkasten, der mit nippes befüllt ist, marc jacobs` lässige parfumwerbung (ja, die für duft lola) an die wand geheftet. eine oberlässige 10jährige also, über deren vermeintlich sexualisierte darstellung in bild (durch die fotografin und die stylistin, in diesem fall die mutter) und text (durch den autor) nun feurig debattiert wird. mich hat das wieder einmal animiert, mir die lookbooks und kampagnen der kinderabteilungen der großen ketten anzuschauen: ist eine nicht sexualisierte darstellung von kindern in modestrecken oder gar werbung überhaupt möglich? ob unschuldig stupsnäsig oder kockett und frech, inszeniert werden immer die vorstellungen von erwachsenen für unternehmen und deren produkte. dass da sowohl bei der auswahl der kindermodelle  als auch deren styling verkaufskräftige stereotype bedient werden, liegt auf der hand: bei benetton werden diesen sommer  zum beispiel mädchenmodels in blümchenkleider gesteckt, eine rose im lang gelockten haar drapiert und der schüchterne schulterblick geprobt. zara übersetzt das bei den erwachsenen so angesagte hochgeschlossene hemd fürs kind, das strengen blicks den arm in die hüfte stemmt. h&m hingegen setzt auf ein wenig überzeugendes blondes nachwuchsbritneymodell. da frag ich mich dann also doch: wie kann die darstellung von kindern in magazinen und in der werbung nur ansatzweise nicht in die hose gehen? und: was sagt ihr zum wirbel um lola?

Donnerstag, 2. Februar 2012

auseinandergenommen: interview magazin.

irgendwann werde ich wahrscheinlich bereuen, die erste ausgabe des deutschen interview-magazins auseinandergeschnitten zu haben: dran glauben mussten chloé sevignys oberarm, lana del reys shirt und die junge jodie foster - von kopf bis oberschenkel.

Dienstag, 31. Januar 2012

der mann aus heidelberg.

tilda_swinton auf dem titel des du-magazins (bild)/ sandro kopp, tilda in paris (bild)

wer bisher nicht so genau wusste, was sandro kopp, der ständige begleiter von tilda swinton, eigentlich sonst so macht: hier entlang.

Sonntag, 29. Januar 2012

leseleiste.

warum kann kanye west eine "boutiqueagentur" wie die agentur v groß machen? nils binnberg hat für seinen sz-artikel hinter dem laufsteg mit rike döpp und julia menthel gesprochen.

der modefilm holt auf - maria exner in der zeit über das stilvolle kind des internets.

darauf haben wir gewartet: halle berry kooperiert mit deichmann, wenig vielversprechendes bildmaterial gibt es hier zu sehen.

der heutige 3sat-modeschwerpunkt fährt um 23:30 uhr wieder einmal den österreichischen film models von ulrich seidl auf - ha! (das sollten sich mal all`die jungen fans von austrias next topmodels ansehen und elvyra geyer entdecken)

den aufwand, den h&m gerade online um die vergabe des mit 50.000 euro dotierten h&m design awards betreibt, ist, nennen wir es, bemerkenswert. um auf dem aktuellen stand zu bleiben, empfiehlt sich ein klick auf die eigens eingerichtete website.

im zweifelsfall retro - stefanie schütte für die nzz über die haute couture-schauen in paris.

Samstag, 28. Januar 2012

zum runterkommen, die zweite (ab nach brno!)

















agyness_deyn reist im werbefilm here von luxus resort zu luxus resort, ich mache es mir einfacher, überquere die grenze und fahre nach brünn. da steht zum beispiel die villa_tugendhat, die im januar 2012 leider verhüllt in der kälte herumsteht: das gebäude - ummantelt von bauzäunen - musste ich heute durch den zaun hindurch knippsen. anfang märz soll das van der rohe`sche wohnhaus dann wieder für interessierte geöffnet sein.

Freitag, 27. Januar 2012

bunt bedruckt ins wochenende.


tuch_von_hui hui (über hui hui)/ pulli von perks and mini (über wood wood store, leider ausverkauft)/ kissenhülle von pelican avenue (über pelican avenue)/ grußkarten von topshop (über topshop).  

Donnerstag, 26. Januar 2012

zum runterkommen.

luca_guadagnino, here, 2012. (video)

es gab da diesen film, i am love hieß der. regisseur luca guadagnino ließ damals tilda swinton die unglückliche frau eines wohlhabenden mailänder textilfabrikanten, die durch die liebe eines jungen kochs wieder zum leben erweckt wird, spielen.  der film  damals schön anzuschauen, aber seltsam blutleer. visueller höhepunkt: tilda swinton in jil sander. nun gibt es einen kurzfilm, den ebenfalls luca guadagnino zu verantworten hat - und man kann von glück reden, dass der regisseur diesmal einen reinen werbefilm gedreht hat:  waris ahluwalia, der stets fashionable schmuckdesigner mit dem turban, hat sich für the luxury collection hotels and resorts mit tilda swinton und ihrem freund sandro kopp zusammengetan und agyness deyn als blonde hitchcock-ikone  inszenieren lassen. eine 15 minuten lange schnitzeljagd von einem luxushotel ins nächste - da entspannt der geist und kann sich ganz auf die schönste nebensache des films konzentrieren: die kostüme der frau deyn sind nämlich allererste sahne. 

Dienstag, 24. Januar 2012

das sagen die anderen.

meine_berlin fashion week von der sofakante ist zugegebenermaßen nur halb so interessant wie die berichte derer, die dabei waren. deshalb, kurz und knapp, eine rundumfrage: was ist bei euch hängengeblieben von der letzten woche?

Mir fiel die aufwendige und perfekte Verarbeitung bei den meisten Kollektionen auf  - das ist eine schöne und überraschende Entwicklung in Berlin. Auffälligstes Kleidungsstück, da in fast jeder Kollektion: die Schößchenjacke.  
kathrin bierling, modepilot.

Auf der Berlin Fashion Week gab es wenige Überraschungen, was meiner Meinung nach auch daran lag, dass besonders die Designerduos, wie Mongrels in Common, Kaviar Gauche oder Perret Schaad ihren Stil gefunden haben und diesen immer mehr festigen - gut so! Hängen geblieben sind vor allem die Events in den Off-Locations, wie die theatralische Installation von Augustin Teboul in der KOW Gallery, die Show von Reality Studio im VOO Store und die Präsentation von Wood Wood im Made - nur schade, dass viele meiner Redaktionskollegen das Zelt als einzigen Ort des Modegeschehens wahrnehmen. Dass das Zelt aber auch Austragungsort von sehr guter Mode sein kann, bewiesen Hien Le, Vladimir Karaleev und Malaikaraiss, die meiner Meinung nach die besten Kollektionen zeigten. Anmerkung zum "Studio" im Zelt: Das Studio sollte in einen hellen und gläsernen Raum ziehen -  dunkle, schwarze Räume mit Flatscreens in den Ecken zur Präsentation von Mode zu nutzen, finde ich überhaupt nicht zeitgemäß.
katharina charpian, freie modejournalistin/ i love ponies.

Donnerstag, 19. Januar 2012

und so gehts weiter.

video_von michael sontag, fw 2012/13 (screenshot)

manchmal stellt sie sich dann doch, die frage der fragen: worüber nur schreiben? da böten sich  aktuell die  beiden doch sehr unterschiedlichen mailänder modeschauen von umit benan an oder aber cindy crawford, die ihre zehn jahre junge tochter kaia in den modelring schickt. aber ach was, vielleicht dann doch lieber die modeberichterstattung der berliner modewoche, tag zwei - auch wenn die mittlerweile einem unübersichtlichen bild- und textdickicht gleich kommt: das hessnatur blog dokumentiert ausführlich den ausgang des humanity in fashion awards und michael sontag zeigt statt live-performance auf seiner website einen unprätentiösen modefilm. der  tagesspiegel hat sich anlässlich der modewoche sogar richtig was einfallen lassen: sebastian leber, eigenen bekundungen zufolge mehr als moderesistent, hat sechs berlintypische outfits ausprobiert: wie läufst du denn rum? ist das endergebnis des modischen experiments.  alfons kaiser und jennifer wiebking hingegen nehmen sich in einem ersten resumée für die faz fragen an, die hier gestern  bereits angerissen wurden: Warum erscheint die Chefredakteurin einer Modezeitschrift mit Bommelmütze, Pelzmantel und Trainingshose? Warum hat eine andere „wieder Anlass, sich zu ärgern“? Und: Ist Berlin nun wirklich eine Mode-Hauptstadt? da sage mal einer, die modewochenbeobachtung von der sofakante aus sei nicht unterhaltsam. 

Mittwoch, 18. Januar 2012

für die daheimgebliebenen.

wer wie ich in berlin nicht mit dabei ist, ist selber schuld. glücklicherweise gibt es aber schon heute online einiges zu erlesen und entdecken.

alfons kaiser bereitet die faz-leserInnenschaft auf die modewoche an der spree vor und sagt voraus: Nach der Designer- und der Sportswear kommt bald auch die Massenmode nach Berlin. Es wird aber wohl noch lange dauern, bis Berlin so massenmodisch aussieht wie Düsseldorf.


da hat wohl eine der neuen sportlichkeit mit einem pelz den nötigen modischen dreh verleihen wollen: die modepilotinnen haben anette weber in einem ähem, bestechenden outfit festgehalten. 


nike und sarah haben erste bilder von der julia und ben-präsentation, die vogue zeigt showbilder des labels mongrels in common. 

die premium young designers awards gingen an...rené schaller war da und hat berichtet. 

das stylebook wartet nicht nur mit dem dandy diary-fashion-porno, sondern auch den wohl größten bildern von der berliner modewoche auf und weiss über den style der promis zu berichten: Judith Rakers schaute sich an Tag 1 die Show von Escada an. „Ich habe mir zwei Tage Urlaub von den Nachrichten genommen.“ 

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