Donnerstag, 20. Mai 2010

clever, clever.


designerin hana tajima simpson (details bilder)

je mehr ich mich mit den kopftüchern beschäftige, desto weniger kenne ich mich aus. eine besonders stylische variante habe ich jedoch hier entdeckt: Being a Muslimah in a western country can be a bit daunting especially when it comes to the stares! I wanted to create something that would help Muslimah’s everywhere keep motivated, which is especially difficult if you live far far away from the big Muslim communities schreibt hana tajima auf ihrem blog, präsentiert dort ihre outfits inklusive kopfbedeckungen so trendbewusst wie es eine in london lebende designerin eben tut und vermarktet ganz nebenbei sehr clever ihr eigenes label.

Dienstag, 18. Mai 2010

mir ham oft gefluacht!


oberösterreichische kopftuchtracht, peter fendi, "linzerin" mit kopftuch in linzer tracht, 1827 (bilder abfotografiert aus: lipp, franz carl, goldhaube und kopftuch, 1980)

auch wenn ich gerade gefahr laufe, mich hier ins quotentief zu katapultieren: auch die tracht war nicht vor dem kopftuch gefeit. so setzte sich mitte des 19. jahrhunderts in oberösterreich das schwarze seidentaftkopftuch als moderne alternative zu den zuvor gebräuchlichen bunten kopftüchern und die goldhaube durch und die anzahl der teilweise komplizierten bindetechniken (mir ham oft gefluacht!) schien schier unüberschaubar: Man gewinnt vorerst den Eindruck, daß es so viele Kopftücher im Land wie Gemeinden gibt, schreibt herr lipp, der in seinem buch goldhaube und kopftuch dann doch noch system in die regionalen tragevarianten des stoffstückes bringt, aber auch klar macht: ganz schön vertrackt, die sache mit dem kopftuch.

Montag, 17. Mai 2010

cupcake die zweite.


posterdruck: pablo picasso, taube, 1961 (bild)

fertig ist der erste streich, der nächste folgt zugleich: modeblogdiskussionen über kätzchen und schwalben auf zara- oder miumiu-kleidchen sind, nachdem einmal geführt, komplett überflüssig. das thema scheint nichtsdestotrotz einen ungeheuren reiz auszuüben - wie sonst sind die modischen erörterungen in endlosschleife sonst zu erklären? davon mal abgesehen fällt das herzallerliebste getier für mich zudem in die viel zu süsse cupcakekategorie.

Sonntag, 16. Mai 2010

einfach zauberhaft.


cupcakes, im august 2009 auf lieb und teuer gepostet (detail bild)

neu ist das ganze nicht, dennoch meiner meinung nach noch immer ein kommentar wert: die rede ist nicht allein von cupcakes, den herzigen nachfolgern des banalen muffins, die geschmacksrichtung stimmt allerdings schon einmal: das süssliche und süsselnde ist hauptbestandteil einer ganz grossen menge an modeblogs und in diesem segment durchaus auch erfolgsgarant. wer will schliesslich nicht durch die schlüssellöcher zauberhafter bloggerinnen lugen, die mit ziemlicher wahrscheinlichkeit sonntags aus dem bett die müslischüssel und mittags das cupcakeessen mit freundinnen dokumentieren. und dazwischen wird das näschen fürs elfengleiche modeshooting in mamas blumenrabatten daheim im garten gesteckt. das mag übertrieben sein und überspitzt klingen, doch diese penetrant mädchenhafte selbststilisierung nervt mich aufgrund ihrer vorhersehbarkeit ganz gewaltig. und wer jetzt einwerfen mag, dass das modell partymädchen, das ja auch gerne bedient wird, da nicht so ganz reinpasse, dem muss ich erwidern: partymachen mit kätzchenmasken passt doch wirklich allerbestens. irgendwelche widerworte oder gar ergänzungen?

perlen fädeln.


man kaufe günstige holzperlenketten am flohmarkt und fädele alles möglichst ohne ordungssprinzip auf: voilà, da wäre dann mein endprodukt, das hals oder arm schmücken darf.

floral betucht.


david sims, eight portraits (iris strubegger), v magazine, 2009 (bild)/ marton perlaki, iris strubegger, the room magazine ss 2010 cover (bild)

eines der models, deren karriere durch den kurzhaarschnitt erst so richtig angekurbelt wurde, überzeugt auch gut betucht - und besonders hübsch wirkt die kopftuchgeschichte dann, wenn blümchen auf blümchen trifft. denn muster kombiniert mit muster, das ist bekanntermaßen eine kunst, die mir leider zu selten eine nachahmerinnenschaft findet. und nein, ich rede hier nicht von modeeditorials, sondern von der alltäglichen entscheidung vor dem kleiderschrank.

Donnerstag, 13. Mai 2010

schönes mädchen, schüttel` dein haar für mich.








matthew donaldson, flying hair (lily donaldson), 2010 (screenshot video)/ ara gallant, flying hair (twiggy), 1966 (bild ara gallant/damiani editore)/ sandro botticelli, geburt der venus 1485/86 (detail bild)/ richard avedon, twiggy (haare ara gallant), paris studio 1968 (bild richard avedon foundation)

runter mit dem kopftuch, her mit der weiblichen wallemähne. denn die scheint schliesslich dann als besonders attraktiv zu gelten, wenn sie voll und und möglichst lang ist. der haarstylist und spätere fotograf ara gallant machte sich dieses landläufige schönheitsideal in den 1960ern mittels künstlich fliegender haarkreationen zu nutze. wie viele tonnen haarspray twiggy für ihr portrait ins haar gesprüht wurden, möchte ich in diesem zusammenhang aber gar nicht wissen. stattdessen empfehle ich ein nettes filmchen, in dem matthew donaldson die fliegenden haare seiner modeltochter lily in szene setzt - denn das funktioniert immerhin, so meine vermutung, erfrischenderweise auch ganz ohne haarspray.

Mittwoch, 12. Mai 2010

kopftuch auf der strasse.


hijab streetstyle in london und singapur (bilder hijabs high, bild1, bild2)

es gibt nichts, was es nicht gibt. jetzt also auch (oder besser seit circa einem jahr) kopftuchstreetstyle, den scott schuman quasi auf dem gewissen hat, heisst es auf der website hijabs high doch: Finally, Hijabs High owes a debt to The Sartorialist, who first helped focus our cameras on the everyday. der sartorialist schuman hat übrigens in melbourne im dezember letzten jahres ebenfalls eine dame mit kopftuch portraitiert - das ergebnis bis dato: 731 kommentare.

Dienstag, 11. Mai 2010

kopftuchdebatte, die zweite.


hermes werbekampagne, 2009 (bild)/ queen elizabeth mit kopftuch (detail bild)

die westliche interpretation des kopftuchs bedarf keinerlei komplizierter schlingtechnik, wohl auch deshalb hat sich hermès vor einiger zeit einige anleitungen zum kreativen umgang mit den hauseigenen seidigen stoffstücken ausgedacht: playtime with your scarf nennt sich die pr-offensive, ist aber im vergleich zu den eben vorgestellten hijab-tutorials zum gähnen langweilig und erschöpft sich im wiederkäuen des betuchten grace kelly-looks und dem aufguss furchtbar biederer halstüchleins.

kopftuchmode.




wafa alias caramelle47 gibt auf youtube dupatta-anziehtipps (screenshots)

der kurzhaarthematik folgt die kopfbedeckung - doch nicht der allerneueste skandinavische strohhütchenschrei soll hier bebildert werden, sondern, achtung!, das kopftuch. das sorgt ja auch immer wieder für diskussionen, ist aber -so ganz nebenbei- mittlerweile bereits gegenstand zahlreicher video-tutorials und ließ mich eben in völlig fremde modewelten eintauchen. einen empfehlenswerten artikel gibt es dazu übrigens gerade aktuell in der zeit nachzulesen.

Montag, 10. Mai 2010

der blondierte kurzhaarflächenbrand.


agyness deyn, acne lookbook ss 2006 (bild)/ eric guillemain, agyness deyn, 2006 (bild)

vor rund fünf jahren trat agyness deyn einen blondierten kurzhaarflächenbrand beängstigenden ausmaßes los. die mediale omnipräsenz der britin sorgte recht schnell für visuellen überdruss, nichtsdestotrotz: diese dame war in den letzten jahren das wohl populärste role model des pixie-cuts und sorgte dafür, dass frauen sich beim friseur mal wieder mehr als "nur die spitzen, bitte" abschneiden liessen. und das ist ja auch schonmal was, denn was gibt es schlimmeres als die blonden wallemähnen, die in den letzten jahren mittels kunstvollst eingeflochtener extensions allüberall fröhliche urständ feiern.

Sonntag, 9. Mai 2010

konsequent kurzhaar.




erin o connor für versace/ harvey nichols, ss 1998 (bild)/ ...für hussein chalayan, echoform, memory dress fw 1999/00 (bild)/ ...in: marie claire, august 2007 (bild)/ in sunday times, style magazine, 2004 (detail bild)

da ich bekanntermaßen eine besondere schwäche für kurzhaarfrisuren habe, ist es an der zeit, mich mit erin o`connor auseinanderzusetzen. die trägt -abgesehen von wenigen schulterlangen haarausflügen- seit jahren konsequent bob, wuschelbob oder wie auch immer man diese kurzhaarvariante bezeichnen möchte. und das ziemlich überzeugend, wie ich finde.

Freitag, 7. Mai 2010

schön anzuschauen.




ein überaus nettes blog: park and cube von shini park (bild) / ...zwar nicht shini, dafür ein schönes fundstück (bild oliwiora)

neu ist diese blogentdeckung meinerseits nun wirklich nicht - so wurde das modeblog park and cube soeben erst von der französischen vogue zu einem der 45 weltweit überhaupt erwähnenswerten modeblogs gekürt. doch auch wenn ich solche ranglisten ja gerne in frage stelle, in diesem falle muss ich sagen: park and cube bietet was fürs auge und kommt nebenbei auch sympathisch rüber. zumindest bei mir hat bloggerin shini gleich mal gepunktet: I thought I had a cool and original style when I was in Poland, but when I came to London in 2006 for my Foundation degree I got to mingle with all these artyfarty types and realised I looked like something plucked out of the set of Little House on the Prairie, or like a door-to-door dictionary salesman. nunja, das lasse ich jetzt einfach mal so stehen.

mamatochtertrubel.




comptoir des cotonniers, ss 2001 und fw 2000/01 (bilder marc hispard)

am sonntag, da war doch noch was. stimmt, der muttertag wird mal wieder zelebriert. doch der mamatrubel, der da einmal im jahr veranstaltet wird, ist noch gar nichts im vergleich zu dem, was das französische label comptoir des cotonniers bereits seit zehn jahren veranstaltet - denn da wird quasi das ganze jahr über der muttertag in szene gesetzt: attraktive mütter und töchter werden in regelmässig stattfindenden offenen castings zu models erkoren, 2005 wird eine cd auf den markt geworfen, auf der mütter- und töchterpaare popsongs trällern. alles überaus geniale marketingschachzüge, die ein gleichsam kuscheliges wie verlässliches, allerdings auch langweiliges und braves markenimage kreieren. doch auch diese begleiterscheinung wird kein zufall sein, passt die dann auch schon wieder allerbestens zu den völlig unaufgeregten klamotten.

Donnerstag, 6. Mai 2010

tennisballärmel.


maxi-redakteurin marlene sørensen mit schulterpolstern im selbstversuch (detail bild sabrina theissen)/ balmain ss 2009 (bild style.com)

wir erinnern uns: sommersaison 2009, die modewelt feiert die kleinen balmainjäckchen mit den sensationellen tennisballärmeln, die im modejargon pagodenschultern genannt werden, rauf und runter. modeketten wie zara ziehen mit blusen hinterher, die auf eine mehrzentimeterdicke polsterung setzen, die weder vor moderedaktionen noch blogs halt machen. nun steuern wir auf den sommer 2010 zu und da mode ja bekanntlich vergänglich und angeblich immer schneller entsorgt wird, frage ich mich gerade: was ist denn nun mit den pagodenteilen anno 2009 - sind die bereits museumsreif oder noch immer strassentauglich? die von tommy ton verfolgten moderedakteurinnen scheinen zumindest schon wieder neu spielzeuge gefunden zu haben. oder irre ich mit dieser vermutung?
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